07.09.2020 - 11:15 Uhr
TännesbergOberpfalz

Nahwärmekonzept für Tännesberg

Die Baumaßnahmen am Marktplatz wie Haus der Biodiversität und Kindergarten erfordern Überlegungen zur Beheizung. Dazu gibt es nun eine Voruntersuchung für einen Nahwärmeverbund.

So soll das Haus der Biodiversität aussehen.
von Redaktion ONETZProfil

Holger Schiffmann, Geschäftsführer der Firma Plan Projekt Nord Oberpfalz, informierte in der Marktratssitzung über das Vorhaben. Im Vordergrund stehe die Wirtschaftlichkeit der Anlage für die Beteiligten. Betrachtet man nur die kommunalen (Haus der Biodiversität) und kirchlichen (Kindergarten, Pfarrhof, Pfarrheim, Kirche) Liegenschaften mit einem Standort der Anlagentechnik auf dem gemeindeeigenen Areal des Bauhofes, werde die Wirtschaftlichkeit der etwa 400.000 Euro teuren Anlage nicht erreicht. Durch die dezentrale Lage der Wärmeerzeugung und dem daraus resultierenden Leitungsnetz werde die Fördervoraussetzung „Mindestabsatz von 500 Kilowattstunden pro Jahr und Meter Trasse“ nicht erfüllt, da nur eine Absatzmenge von 375 Kilowattstunden pro Jahr und Meter Trasse erreicht werden würde. Die Folge wäre ein Verlust von mindestens 30.000 Euro an Fördermitteln.

Tännesberg forciert Biodiversitäts-Aktivitäten

Tännesberg

Eine Ausdehnung der Wärmeabnehmer und ein günstigerer Standort der Anlagentechnik, beispielsweise in der Nähe der Trafostation am Ortseingang, bringe ein anderes Ergebnis. Nachdem private Anschließer ernsthaftes Interesse bekundet hatten und sich der Abnehmerkreis auf acht Liegenschaften erweitert hat, könnte das Vorhaben umgesetzt werden. Zu bedenken sei, dass die beteiligte Hotelanlage allein einen Anteil von 61 Prozent habe. Durch den weiteren Betrieb eigener Anlagen und einer entsprechenden Gestaltung der Anschlussbeiträge würde sich auch hier ein positives Ergebnis erzielen lassen. Angestrebt wird ein Preis von weit unter 6sechs Cent pro Kilowattstunde.

Aufschlussreiche Untersuchungen

Auch wenn die Voruntersuchung als gelungen und aufschlussreich angesehen wurde, gab es einige Bedenken. Auf die Zufahrtswege sollte besonders geachtet werden, die einen Schwerlastverkehr für das erforderliche Brennmaterial ermöglichen und eine Wendemöglichkeit bieten. Ebenso sollten aufgrund der Ortsnähe mögliche Immissionen (Rauchentwicklung) bedacht werden. Der Standort auf gemeindeeigenem Areal, aber der damit auch verbundene längere Leitungsweg mit dem Wegfall der Zuwendungen, könnte sich letztlich doch bezahlt machen, sagte Schiffmann. Einvernehmlich beschloss das Gremium die Weiterführung und Intensivierung des Nahwärmeverbundnetzes. Nächste Schritte sind Grundstücksverhandlungen und die Kontaktierung möglicher Anschlussnehmer.

Für die Wasserversorgung in Pilchau ist eine wasserrechtliche Erlaubnis zu beantragen. Die Erarbeitung der Antragsunterlagen werden durch das Ingenieur-Büro Bamler aus Vohenstrauß zum Preis von 3172 Euro zzgl. Mehrwertsteuer erstellt. Tännesberg stellt auf ein digitales Sitzungsmanagement um. Die Anschaffung der Tablets ist aber noch mit der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) abzuklären.

Ausbau der Oberviechtachter Straße

Die Oberviechtacher Straße wird wie geplant nächstes Jahr ausgebaut. Nachdem die Hintere Gasse nicht mehr reparabel und der Mündungsbereich ohnehin betroffen ist, empfahl Bürgermeister Ludwig Gürtler einen entsprechenden Ausbau. Durch das größere Auftragsvolumen sind wesentlich günstigere Preise zu erwarten als bei einer Einzelmaßnahme. Die Baukosten der Hinteren Gasse werden auf 300.000 Euro geschätzt.

Kritik und einige Hinweise kamen von Altbürgermeister Werner Braun. Für ihn ist auch der Umgriff des schönsten Gebäudes in Tännesberg, das ehemalige Forstamt, städtebaulich schützenswert, zumal es vom Freistaat mit großem Aufwand Mitte der 1990er Jahre saniert wurde. Der in unmittelbarer Nähe errichteten Zweckbau fügt sich hier nicht ein und belastet das Ortsbild auch im Hinblick auf den Anspruch als Biodiversitätsgemeinde. Die rings um Tännesberg angesiedelten Holzplätze sollten einer gemeindlichen Kontrolle unterzogen werden. Erforderliche Verträge, die ausgewogen gestaltet werden sollen, sind deshalb dem Marktrat zur Beratung und Abstimmung vorzulegen. Die Kommune hat mehrere Grundstücke verpachtet. Da die letzte Überarbeitung bereits mehrere Jahre her ist, sei eine erneute Überprüfung erforderlich.

Für die Wasserversorgung Tännesberg wurden in den Schutzgebieten die notwendigen Zuwegungen angelegt. In letzter Zeit hat der Schwerlastverkehr auf diesen Wegen erheblich zugenommen. "Nicht auszudenken, welche Folgen ein möglicher Ölunfall hat", meinte Braun. Mit den Beteiligten sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Zur Erinnerung wies er darauf hin, dass die Tiefbrunnenanlage beim Bursweiher nur zur Abdeckung der Spitzenlast und in Notsituationen zur Versorgung dienen soll. Ansonsten sei das Wasser aus den Überlaufquellen zu beziehen. Allein wegen der topografischen Lage von Tännesberg sei der Winterdienst nicht einfach. Durch Dauerparker, die sehr wohl auf den eigenen Grundstücken Parkmöglichkeiten haben, werde die Situation noch erschwert. Die Bürger werden deshalb gebeten, die Verkehrswege entsprechend frei zu halten.

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