29.04.2021 - 16:09 Uhr
TännesbergOberpfalz

Pastoralbesuch mit Altarweihe: Letzter Schliff für Wallfahrtskirche St. Jodok

„Die St. Jodok-Kirche ist nach ihrer Renovierung ein Juwel und eine Bereicherung für Tännesberg.“ Architekt Hubert Liebls Worten folgten Taten.

Architekt Hubert Liebl (rechts), Pfarrer Wilhelm Bauer (Mitte) und Kirchenpfleger Hans Maier (links) freuen sich über die gelungene Neugestaltung der liturgischen Ausstattung.
von Rebekka FischerProfil

Während einer Pfarrversammlung informierte Architekt Hubert Liebl Anfang 2020 in Bild und Wort über die Außen- und Innenrenovierung. Mit seiner Prognose sollte er Recht behalten, den letzten Schliff verleiht der Wallfahrtskirche die Neugestaltung der liturgischen Ausstattung.

Die Geschichte der Wallfahrtskirche St. Jodok

Die Wallfahrtskirche St. Jodok ist ein Wahrzeichen der Marktgemeinde Tännesberg, Patron ist der heilige Jodok, Heiliger für Krankheiten bei Mensch und Tier. Das Waldkirchlein wurde im 15. Jahrhundert als Kapelle erbaut, nach der Zerstörung des Gotteshauses während des dreißigjährigen Krieges erfolgte der Wiederaufbau. In dieser Form besteht die Kirche noch heute. Die Weihe blieb jedoch nicht das einzige historische Ereignis 1690. Weil in Wien die Pest wütete, machten sich Wiener Bürger auf und pilgerten zur Jodokkirche. Dort angekommen erhielten sie die Nachricht, dass ihr Gebet erhört wurde, und die Pest zu Ende war. Aus Dankbarkeit ließen die Pilger das Kreuz zurück, welches noch heute an der linken Seitenwand zu sehen ist.

Einen großen Bekanntheitsgrad erreichte auch die alljährliche Wallfahrt, der traditionelle St. Jodok-Ritt. Die Wurzeln liegen im Jahr 1796, als in Tännesberg eine schwere Viehseuche grassierte und in kurzer Zeit 200 Stück Hornvieh der Seuche zum Opfer fielen. Bei dem früheren Besitzer des heutigen „Zeugmacherhauses“ überlebte damals die erste Kuh. Voller Dankbarkeit wurde ein Marterl zu Ehren des heiligen Wendelin, Heiliger für Viehkrankheiten errichtet. Dieses Mahnmal existiert noch heute und ist an der Oberviechtacher Straße, beim Marsch vom Marktplatz in Richtung Jodokkirche zu finden. Die Tännesberger Bürger gelobten aus diesem Anlass alljährlich eine feierliche Prozession zur St. Jodok-Kirche abzuhalten.

Außen- und Innenrenovierung seit 2016

Die St. Jodok-Kirche ist ein Denkmal sowie ein Bodendenkmal, unterhalb verläuft der ehemalige Verbindungsweg zwischen Cham und Weiden, der Meilenstein befindet sich noch heute dort. Nachdem die letzte Renovierung bereits vierzig Jahre zurücklag, war es an der Zeit das Gotteshaus wieder aufzufrischen. 2016 begann die umfassende Außen- und Innenrenovierung, diese gliederte sich in zwei Bauabschnitte.

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Tännesberg

Im ersten Teil wurde die Außenrenovierung mit Arbeiten am Fundament, der Erneuerung des Außenputzes, die Restaurierung bzw. Erneuerung der Kirchenfenster und Türen sowie die Sanierung des Dachtragwerkes und die Erneuerung der Dacheindeckung vorgenommen. Die Wallfahrtskirche St. Jodok ist „eine Kirche auf der grünen Wiese“ deshalb wurde bewusst auf eine Bepflanzung im Außenbereich verzichtet. Im zweiten Bauabschnitt folgte die komplette Innenrenovierung samt Restaurierung der auffälligen Decke, der Hochaltäre, der Figuren und den Malereien sowie der lebensgroßen und naturalistischen Darstellung des heiligen Johannes von Nepomuk. Desweiteren kann auch „die Königin der Instrumente“ wieder den Ton angeben, die Orgel wurde geprüft und gereinigt.

Reliquien werden eingemauert

Zur künstlerischen Neugestaltung der liturgischen Ausstattung fand ein Künstlerwettbewerb statt, die Ausführung des Künstlers Tom Kristen wurde aus fünf Bewerbern ausgewählt. Gemeinsam mit seinem Steinmetz wird der Künstler zur Altarweihe anwesend sein, während der Zeremonie werden die Reliquien des Hl. Wolfgang und Hl. Erhard, beide Patron des Bistums Regensburg und die der jüngsten Heiligen Anna Schäffer aus Mindelstetten in den Altarstein eingemauert. Anschließend wird an den vier Ecken des Altars Feuer entzündet.

Der Innenbereich der Wallfahrtskirche St. Jodok, rechts im Bild der neue Ambo.
Pastoralbesuch mit Altarweihe am Sonntag, den 9. Mai 2021 in der Wallfahrtskirche St. Jodok:

Programm:

9 Uhr Empfang von Bischof Rudolf Voderholzer an der St.-Jodok-Kirche

9:30 Uhr Einzug des Bischofs in die Kirche anschließend Pontifikalamt mit Altarweihe

Nach dem Festgottesdienst folgt der Eintrag des Bischofs ins goldene Buch der Marktgemeinde

Der Einlass in die Kirche ist aufgrund der derzeitigen Situation nur für geladene Gäste möglich, es erfolgt eine Tonübertragung ins Freie. Im Außen- sowie im Innenbereich sind die Besucher verpflichtet eine FFP2-Maske zu tragen und den Mindestabstand von 1,5 Metern zu wahren, die Einhaltung wird strikt kontrolliert.

 

 

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