11.12.2018 - 14:33 Uhr
TännesbergOberpfalz

Pfarrkirche unter Beschuss

Lässt man es in Tännesberg zu oft oder zu viel krachen? Massig abgeschossene Raketen auf dem Kirchendach sind ein Thema in der Bürgerversammlung. Kann das Bauwerk Schaden nehmen? Guter Rat ist teuer.

40 Tännesberger bekommen in der Bürgerversammlung Informationen und Antworten auf ihre Fragen .
von Ernst FrischholzProfil

Eine Bürgerin, die mit der Kirchenverwaltung auf dem Dachboden des Gotteshauses war, stellte die vielen abgeschossenen Raketen fest und wünschte sich in der Bürgerversammlung im Sporthotel Post eine Einschränkung, da auch während des Jahres bei Hochzeiten die Kracher fliegen.

Hans Maier bestätigte, dass diese Raketenreste in den Dachrinnen auch die Abflüsse verstopfen und dadurch das Mauerwerk Schaden nehmen könne. Die Antwort für Bürgermeister Max Völkl war schwierig, weil die Gemeinde keine Möglichkeit habe, das zu verbieten, obwohl in der Nähe von historischen Gebäuden seines Wissens Feuerwerkskörper nicht zum Einsatz kommen dürfen.

Maier hatte eine weitere Frage nach dem Wasserverlust bei der Trinkwasserversorgung. 7000 Kubikmeter, das sind 7,5 Prozent, fand er außerordentlich hoch. Dies sei durchaus normal im Vergleich zu anderen Gemeinden, so der Bürgermeister. Zurückzuführen hauptsächlich auf Rohrbrüche. "Da fließt Wasser weg, bis ein solcher gefunden ist. Außerdem gehe der Verlust nach unten, wenn solche ausbleiben."

Robert Braun fragte an, ob eine Überbauung eines Grünstreifens und Parkplatzes bei ihm in der Siedlung genehmigt sei. Dem stimmte Bürgermeister Völkl zu. Über eine Entschädigung könne er keine Auskunft geben, da dies in geschlossener Sitzung behandelt wurde.

Wolfgang Nicklas senior nahm Stellung zu seinem Stodl, der in der jüngsten Marktratssitzung öffentlich behandelt wurde ohne dass er informiert wurde. Der Stodl sei in seinem Besitz und wurde vor 55 Jahren von seinem Vater errichtet. Der Redner führte einen Gemeinderatsbeschluss von 1963 an, wonach seinem Vater hier eine Bebauung zugesichert wurde. Wegen der Geringfügigkeit wurde auf eine Pacht verzichtet. Wenn die Gemeinde einen Pachtvertrag will, müsse sie erst die unentgeltliche Überlassung per Beschluss aufheben. In der Sitzung ging es um eine Baugenehmigung, die nicht vorhanden ist und hierfür ist das Landratsamt zuständig. Außerdem habe Nicklas 2007 auch einen Anbau gemacht, für den keine Genehmigung vorhanden ist. Das alles ist Sache des Landratsamts, er sei nicht die Baugenehmigungsbehörde, sagte Völkl.

Eingereicht waren auch einige schriftliche Anträge. Romy Maier wünschte das Aufstellen von Streukisten und Räumen der Straßen im Tännesberger Norden wie die Wildsteiner Straße oder auch die Straße zum Kinderspielplatz. Streukisten sind möglich aber tägliches Räumen und Streuen ist mit hohen Kosten verbunden. Man räume ab und zu, könne aber nicht alle Spazierwege frei halten, antwortete Völkl. Josef Bäumler informierte, dass am Goldsteig im Bereich Schlossberg Äste von den Bäumen auf den Wanderweg fallen und hiervon eine Gefahr ausgehen könnte. Völkl klärte auf, dass hier eine Rahmenvereinbarung mit dem Tourismusverband Ostbayern besteht, nach der der die Gemeinde keine Unterhaltssicherungspflicht hat. Der Wegepate weist aber die Gemeinde auf Missstände hin, wenn es solche gibt.

Weiter führte Bäumler an, dass der OWV-Motivbaum Risse habe und hier die Verkehrssicherungspflicht bei der Gemeinde liege. Dies seien Trockenrisse. Es liegt keine Fäulnis vor, so die Antwort des Bürgermeisters. Der Baum darf drei Jahre stehen, muss also dann nächsten Herbst abgebaut werden.

Dritter Antrag von Bäumler war, dass im Bereich Brauweiher von Bäumen Laub auf die Straße geweht werde, was für das Ortsbild keineswegs schön sei. "Unser Bauhof beseitigt Laub so gut und so oft es geht", stellte der Rathauschef fest und verwies zugleich auf die Verordnung über die Reinhaltung der öffentlichen Straßen und Sicherungen der Gehbahnen. Demnach müssen Anlieger jeden Samstag bis zur Straßenmitte kehren.

Richard Krichenbauer wünschte, dass bezüglich der Kostensteigerung bei Abwasser- und Wassergebühren die Anschließer ein Beiblatt mit Kostenansätzen zugesandt bekommen. Es müsse geklärt werden, ob das gehe, informierte der Bürgermeister. Zudem habe er in der Novembersitzung nicht gesagt, dass Kostensteigerungen kommen. Nach Fertigstellung der Kalkulation wird es ab 1. Januar neue Gebühren geben. Ob diese höher sind oder möglich auch niedriger, könne jetzt noch nicht gesagt werden. Weiter führte Krichenbauer eine überalterte Homepage der Gemeinde an. Hier gab ihm Völkl recht. Dies sei auf den Personalengpass zurückzuführen. Völkl hoffte, dass dies ab Januar mit einer neuen Mitarbeiterin besser werde.

Nicolas Hammer, ein jugendlicher, Zeitungsbote, sah mit dem Winter wieder Probleme auf sich zukommen und bat den Bürgermeister um Hinweis auf die Räum- und Streupflicht. Völkl fand es beeindruckend, "wenn sich hier ein Jugendlicher Gedanken macht und in die Bürgerversammlung geht. Die Räum- und Streupflicht besteht werktags ab 7 Uhr und sonntags ab 8 Uhr.

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