02.10.2018 - 08:42 Uhr
TännesbergOberpfalz

Preise für "wildes Kirchenglück"

Es summt und brummt und blüht und wächst: Rund um die Kirchen und in den Pfarrgärten des Bistums Regensburg ist Leben. Domkapitular Thomas Pinzer zeichnet beim Schöpfungstag sechs Gruppen für deren Engagement für die Natur aus.

Ministranten aus Sinzing freuen sich mit Gemeindereferentin Maria Sporrer (Dritte von rechts) und Praktikantin Maria Schottenkirchner (rechts) bei der Verleihung des Schöfungspreises "Genesis" über den ersten Platz. Dazu gratulieren Domkapitular Thomas Pinzer (Zweiter von rechts) und Beate Eichinger (links).
von Erich SpickenreitherProfil

Das Bistum Regensburg will mit dem Schöpfungspreis "Genesis" kirchliches Umwelt-Engagement mit Urkunden und Geldprämien würdigen. Der Preis wird alle drei Jahre vergeben. In diesem Jahr war Tännesberg Gastgeber für die Verleihung anlässlich des großen Schöpfungstags. Domkapitular Thomas Pinzer erklärte, das Bistum will mit der Preisverleihung Sensibilität und Begeisterung für Einkauf, Artenschutz, Energienutzung sowie Bildung und Öffentlichkeitsarbeit schaffen. Wichtig seien christliche Schöpfungsspiritualität und nachhaltige Entwicklung.

Die 15 eingereichten Beiträge hatten sich am Motto "Natur.Vielfalt.Artenschutz" orientiert und verteilten sich auf sechs pfarrliche Gruppen, fünf schulische Aktionsgruppen und weitere vier Bewerber. Die Jury prämierte im Sporthotel "Zur Post" sechs Aktionen mit 500 Euro. Ausschlaggebend waren Themenbezug, Einbeziehung vieler Akteure, Beheimatung und Außenwirkung sowie Selbstorganisation der Bewerber. Beate Eichinger würdigte jeweils die Beiträge, Domkapitular Pinzer überreichte Urkunde und Geldprämie.

Die drei kirchenlichen Preisträger hatten sich mit der Gestaltung eines Kirchengrundes für Tiere und Pflanzen befasst. Gemeindereferentin Maria Sporrer hatte beim ersten Preisträger die Aktionen koordiniert. Die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Sinzing war im Pfarrgarten tätig geworden. Dort leben 12 Bienenvölker zwischen Blühwiesen, Obstbäumen und Steingarten. Die Firmlinge bauten Nistkästen und die Ministranten ein großes Insektenhotel in Kirchenform. Die Pfarrei St. Augustin in Viechtach hat das gesamte Pfarrgelände naturnah umgestaltet. Dieses "Paradies" kommt jetzt nicht nur Tieren und Pflanzen zugute. Auch Menschen genießen es beim Gartenfest. Die Bartholomä-Kids Zandt hatten 20 kleine Insektenhotels gebastelt und im Ort verteilt. Eichinger ermunterte die Teilnehmer bei der Auszeichnung, für ein "wildes Kirchenglück" müsse nur der Anfang gemacht werden.

Eine Umweltgruppe des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Regensburg aus 15 Schülern von der 5. bis zur 12. Klasse betreut drei Bienenkästen. Die Gruppe trifft sich ein Mal in der Woche mit Lehrer Wolfgang Feiner und schickte zum ersten "Tag der Biene" in Deutschland am 20. Mai neun gehäkelte Kuschelbienen an zwei Bundesministerien, um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen. Den Erlös aus dem Verkauf von Marmelade von vier gepflanzten Obstbäumen und aus Pfandflaschenspenden erhielten Naturschutzverbände, die sich weltweit für Tierschutz einsetzen oder für den Ankauf ökologisch wertvoller Flächen in Bayern.

Arbeitsgruppen des Regensburger Mädchengymnasiums und der Realschule der St. Marienschulen haben mitten in der Stadt eine grüne Oase für sich entdeckt. Sie nutzen den Klostergarten für einen Einblick in die Imkerei mit Führungen und Direktvermarktung, das Setzen von Frühblüherzwiebeln für die Bienen oder ein grünes Klassenzimmer.

Georg Fritsch wurde für sein ökologisches Lebenswerk geehrt. Er erhielt zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Friedersried und mit der "Aufbruch-Gruppe der Charismatischen Erneuerung" einen Preis: Sie pflanzten einen "Baum des Jahres" (2018: Esskastanie), erstellten einen Flurkreuzwanderweg, bauten Insektenhäuser, Trockenmauern und Fledermauskästen rings um die Kirche. Außerdem organisierte die Gruppe naturnahe Familiensonntage mit ökologischen Themen. Zur Feier der vielen Beiträge spielte "Hubert Treml & Partner", Besonders unterhaltsam war das Lied vom "selber gemachten Erdbeermarmelad".

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.