26.06.2020 - 11:24 Uhr
TännesbergOberpfalz

Tännesberg soll noch mehr aufblühen

Der Markt Tännesberg hat für die Dorferneuerung schon gute Vorarbeit geleistet. Die Biodiversität war das Tor zur zeitnahen Umsetzung weiterer Maßnahmen. Das Thema wird im Marktrat von Experten erläutert.

von Redaktion ONETZProfil

"Die Maßnahmen zur Dorferneuerung in Tännesberg nehmen Gestalt an. Deshalb müsst ihr im Gremium alle auf gleichem Wissensstand sein", meinte Bürgermeister Ludwig Gürtler zu Beginn der Sitzung. Erneut hat er dazu das zuständige Expertenteam aufgeboten: vom Amt für ländliche Entwicklung Bauoberrätin Teresa Meier mit ihrer Vertreterin Anna Klopp, Anne Wendl vom Fachbüro Landimpuls, Architekt Christian Schönberger und den Gärtnermeister Natur- und Landschaftspfleger Johannes Weinberger.

In Tännesberg muss etwas getan werden, um den Ort voranzubringen und für die Zukunft zu rüsten. Das erkannten Gemeinderat und Bürgermeister bereits vor 15 Jahren. In sämtliche Richtungen wurden die Fühler ausgestreckt, um die Finanzierung der beabsichtigten Maßnahmen zur Gemeindeentwicklung zu ermöglichen. Die Zuwendungen aus der Städtebauförderung und der Kraftfahrzeugsteuer hätten letztlich nicht für die Vielzahl der Maßnahmen gereicht.

Der Platz auf der Rangliste - der Antrag zur Dorferneuerung wurde schon in den 80er Jahren gesellt - war eher nicht dazu angetan, rasch in die Maßnahmenliste aufgenommen zu werden. Trotzdem wurden mit dem Amt für ländliche Entwicklung Gespräche aufgenommen, ob in absehbarer Zeit entsprechende Möglichkeiten bestehen. Nachdem der Freistaat Bayern zusätzlich auch Mittel für Maßnahmen in Natur und Umwelt zur Verfügung stellte, konnte unter bestimmten Voraussetzungen auch der Umgriff des Ortes mit einbezogen werden.

Biodiversität öffnet Türen

So war die Dorferneuerung möglich. Der Markt Tännesberg hat hier nämlich schon erhebliche Vorarbeit geleistet. Die Biodiversität als Oberbegriff für die durchgeführten Maßnahmen zur Artenvielfalt war das Tor zur zeitnahen Umsetzung der Dorferneuerung. Unter anderem gehört auch das „Kainzbachtal“ dazu. Macher und Motor war und ist Toni Wolf, der sich selbstlos und unermüdlich dafür engagierte.

Tännesberg, ohne dem Prädikat „Biodiversitätsgemeinde“, wäre niemals so schnell zum Zuge gekommen, so Bauoberrätin Teresa Meier von der Direktion für ländliche Entwicklung.

Betrachtet wurde das gesamte Gemeindegebiet, informierte Anne Wendl vom Büro Landimpuls. Durch Ortsbegehungen, Bürgerversammlungen und Exkursionen verschaffte man sich einen Überblick und listete die Schwachpunkte auf. Nach eingehender Betrachtung kam lediglich der Ort Tännesberg für eine klassische Dorferneuerung in Frage. Eine sogenannte einfache Dorferneuerung findet in Großenschwand und Woppenrieth über das Amt für ländliche Entwicklung statt. In Kleinschwand, Voitsberg und Pilchau sind nur kleinere Maßnahmen notwendig, die von der Gemeinde selbst durchzuführen sind.

Der unter Mithilfe der Fachbüros Landimpuls und Architekturbüro Schönberger erstellte Dorferneuerungsplan beinhaltet im Wesentlichen Straßen und Plätze, Leerstände, Grünflächen, Freiflächen und die Flurentwicklung, die sich allerdings nur auf gemeindeeigene Flächen im Außenbereich, zum Beispiel Kainzbachtal, Schweizerbach und Kaufnitzbach bezieht.

Bei der Straßenraumgestaltung sind mehr oder weniger sämtliche Straßen im „alten“ Ortsbereich, angefangen von der „Großenschwandner Straße“ bis zur „Hinteren Gasse“, betroffen. Neben der Instandsetzung der Straßen sollen Fußgängerwege geschaffen oder dem heutigen Standart angepasst werden. Besonderer Wert wird auch auf das mögliche und nötige Straßenbegleitgrün gelegt. Auch für die Ortseingänge werden Lösungen in Gestaltung und Nutzung angeboten.

Marktplatz im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt wird die Revitalisierung des Marktplatzes sein, wobei schon zwei Hauseigentümer mit gutem Beispiel vorangegangen sind. Der in die Jahre gekommene Platz soll saniert und entsprechend gestaltet werden. Ebenso ist der Platz im oberen Teil der „Färberbäckergasse“ nach den heutigen Ansprüchen anzulegen. Ideal wäre, wenn zwei zu erwerbende Anwesen mit einbezogen werden könnten.

Dem Umgriff des Friedhofes, der Innenbereich liegt ausschließlich in der Zuständigkeit der Gemeinde, gilt ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Die als Parkplatz bezeichnete Schotterfläche und der Eingangsbereich sollen der Würde des Friedhofes entsprechend gestaltet werden. Für die vorhandenen Gebäude sind jedoch Ersatzlösungen zu finden.

Zur zentralen Energieversorgung des westlichen Marktplatzes wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Architekt Christian Schönberger erläutert, dass vom künftigen „Haus der Biodiversität“ bis zum „Tannenhof“ einschließlich Kirche sämtliche Gebäude angeschlossen werden könnten. Eine Entscheidung ist hier zeitnah erforderlich, da für das „Haus der Biodiversität“ die Wärmerversorgung geregelt werden muß.

Bei den Straßenbaumaßnahmen wird nächstes Jahr mit der „Oberviechtacher Straße“ angefangen. Eine Herausforderung wird die Neugestaltung des Mündungsbereiches der „Tiefen Gasse“ sein. Hier ist jedoch auch der Landkreis als Straßenbaulastträger gefragt.

Sobald die Baugenehmigung erfolgt ist, wird auch mit dem Bau des „Hauses der Biodiversität“ angefangen. Als sportliches Ziel für die Fertigstellung ist ein Zeitraum von etwa zwei Jahren angestrebt. Die Förderung belastet nicht die Mittel der Dorferneuerung.

Tännesberger Gemeinderat beschäftigt sich mit Haus der Biodiversität

Tännesberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.