16.08.2018 - 17:18 Uhr
TännesbergOberpfalz

Tännesberger Bürgermeister: "Privatkrieg gegen meine Scheune"

Ging bei Genehmigungen für die "Lederer-Scheune" alles mit rechten Dingen zu? Der Besitzer, Bürgermeister Max Völkl, räumt jetzt einen "einzigen Fehler" ein. Und er kontert die Vorwürfe aus Reihen der Freien Wähler.

Direkt bei der Pfarrkirche liegt die "Lederer-Scheune". Nach dem Erwerb und Abriss eines Nachbaranwesens kann der gesetzlich geforderte Brandabstand von fünf Metern ohne Weiteres eingehalten werden.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Hat er oder hat er nicht die Erlaubnis für öffentliche Veranstaltungen in der "Lederer-Scheune" besessen? In der vergangenen Gemeinderatssitzung in Tännesberg wird Bürgermeister Max Völkl von den FWG-Männern Wolfgang Nicklas und Hans Eckl hart angegangen. Sie spekulieren über Absprachen bei Parkplätzen, Mängel beim Brandschutz, über einen Schwarzbau. Die CSU-Mehrheit hält dagegen: Nichts dran. Fünf öffentliche Veranstaltungen im Jahr seien zulässig. Das hat laut zweitem Bürgermeister Hans-Peter Klünner das Landratsamt abgesegnet.

Für Landratsamts-Pressesprecher Reinhard Schmid ist die Zahl von fünf Veranstaltungen im Jahr nur ein Orientierungswert. Bei einer Umnutzung in größerem Umfang sei eine Nutzungsänderung notwendig, "mit den daraus resultierenden Anforderungen nach der BayBO", zitiert Schmid den zuständigen Bau-Juristen. Zweck der Regelung sei, seltene Ereignisse in der Dorfgemeinschaft nicht unnötig zu verkomplizieren oder unmöglich zu machen. Für Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern bestehe "eine Anzeigepflicht der Nutzung von nicht als Versammlungsstätte genehmigten Räumen".

Und genau diesen Status als Versammlungsraum sollte die Scheune am Montag in der Gemeinderatssitzung per Abstimmung erhalten, weil er ihr bisher gefehlt hatte. Bürgermeister Max Völkl im Telefonat mit Oberpfalz-Medien: "Mein einziger Fehler: Ich hätte jedes Mal eine gaststättenrechtliche Erlaubnis gebraucht für meine öffentlichen Veranstaltungen, die habe ich nicht beantragt, da meine Frau und ich der Meinung waren, die wäre in unserer gaststättenrechtlichen Konzession enthalten."

Völkl erhebt schwere Vorwürfe gegen Eckl und Nicklas: "Es gibt in Tännesberg keinen einzigen Gastronom, der einen Parkplatz hat ablösen müssen. Nicklas hat das mitgeteilt bekommen. Der letzte Parkplatz ist vor etwa 18 Jahren abgelöst worden. Meines Wissens nach für ein Blumengeschäft. Der Herr Nicklas fährt seit Jahren einen Privatkrieg gegen unsere Scheune. Bei etlichen Veranstaltungen bekomme ich eine Nachricht, dass er sich auf dem Rathaus erkundigen wird, ob eine Genehmigung vorliegt."

Darüber hinaus begreife er die Aussagen von Eckl nicht: "Er war regelmäßig bei uns zu Gast. Er hat mich, wenn so vieles im Argen liegt, noch nie auf die Missstände aufmerksam gemacht." Der Zeitpunkt der Abstimmung habe mit den Ferien nichts zu tun. Wichtige Dokumente hätten erst Ende Juli vorgelegen. "Wir hätten das auch im September machen können."

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