21.06.2021 - 13:05 Uhr
TännesbergOberpfalz

Wallfahrtskirche St. Jodok: Denkmalschutzmedaille für Renovierung

Nicht allzu lange liegt die Altarweihe mit Pastoralbesuch von Bischof Rudolf Voderholzer zurück, schon rückt die Wallfahrtskirche St. Jodok in Tännesberg erneut ins Rampenlicht. Eine besondere Auszeichnung krönt die Renovierung.

Pfarrer Wilhelm Bauer erhält für die Katholische Kirchenstiftung St. Michael als Anerkennung für die Instandsetzung der Wallfahrtskirche St. Jodok die Denkmalschutzmedaille.
von Rebekka FischerProfil

In Bayern werden seit 1978 besondere Verdienste in der Bau-, Kunst- und Bodendenkmalpflege mit der Denkmalschutzmedaille gewürdigt. Die Auszeichnung wird jährlich vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz verliehen. Vorschläge für mögliche Preisträger machen die Regierungen, Bezirke, Landkreise und Kirchen sowie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

Fast 100 Vorschläge

In diesem Jahr gingen fast einhundert Vorschläge ein, fünfzehn davon werden mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet. Bei der Bekanntgabe der Preisträger sagte Kultusminister Bernd Siebler: „Sie sind Botschafter und Fürsprecher stiller Zeugen, die doch unglaublich viel zu erzählen haben. Sie gehen mit bestem Beispiel voran, um die Bedeutung und den unbezahlbaren Wert unserer Denkmäler herauszustellen.“ Unter den glücklichen Preisträgern ist auch Pfarrer Wilhelm Bauer, er erhält die Auszeichnung für die Katholische Kirchenstiftung St. Michael als Anerkennung für die Instandsetzung der Wallfahrtskirche St. Jodok.

Siebte Kirchenrenovierung in der Laufbahn

Der Geistliche ist bereits geübt, die Sanierung der Wallfahrtskirche war schon die siebte Kirchenrenovierung in seiner Laufbahn. Der Seelsorger dankte Diözesanarchitekten Marc Hiller, Raimund Karl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz, Architekt Hubert Liebl, Kirchenmalermeister Ernst Dietmar Feldmann sowie allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und dem Künstler Tom Kristen für die Neugestaltung der liturgischen Ausstattung. „Mein besonderer Dank gilt vor allem allen Spendern“, sagte Bauer und freute sich schon auf die nächste Baustelle, die Renovierung der Pfarrkirche St. Michael.

So lief der Pastoralbesuch mit Altarweihe in St. Jodok

Tännesberg
Hintergrund:

Die Geschichte der Wallfahrtskirche St. Jodok

  • Wahrzeichen der Marktgemeinde Tännesberg und Denkmal sowie Bodendenkmal
  • Zerstörung: Im 15. Jahrhundert als Kapelle erbaut, Wiederaufbau nach der Zerstörung des Gotteshauses während des dreißigjährigen Krieges, in dieser Form besteht die Kirche noch heute.
  • Kreuz an der linken Seitenwand: Neben der Weihe 1690,pilgerten im gleichen Jahr Wiener Bürger zur Jodokkirche, weil in Wien die Pest wütete. Dort angekommen erhielten sie die Nachricht, dass die Pest zu Ende war. Aus Dankbarkeit ließen die Pilger das Kreuz zurück, welches noch heute an der linken Seitenwand zu sehen ist.
  • St. Jodok-Ritt: Die Wurzeln des St. Jodok-Rittes liegen im Jahr 1796, als in Tännesberg eine schwere Viehseuche grassierte. Bei dem früheren Besitzer des heutigen „Zeugmacherhauses“ überlebte damals die erste Kuh. Voller Dankbarkeit wurde ein Marterl zu Ehren des heiligen Wendelin, Heiliger für Viehkrankheiten, errichtet. Dieses Mahnmal existiert noch heute und ist an der Oberviechtacher Straße, beim Marsch vom Marktplatz in Richtung Jodokkirche zu finden.
  • Renovierungen: An der Wallfahrtskirche wurden zwischen 1807 und 1976 immer wieder Renovierungsmaßnahmen durchgeführt, dies belegen die Jahreszahlen im Bodenbelag. Die abgeschlossene Komplettsanierung begann 2016 und erstreckte sich über vier Jahre.

 

 

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