03.12.2020 - 17:19 Uhr
TännesbergOberpfalz

Wasserversorgung muss gesichert sein

Die Wasserversorgung ist die Existenzgrundlage einer Gemeinde. Nun wird in Tännesberg festgestellt, dass der Tiefbrunnen überbelastet ist. Bürgermeister Ludwig Gürtler und andere finden mahnende Worte.

Der Tiefbrunnen beim "Bursweiher".
von Redaktion ONETZProfil

Die wasserrechtliche Erlaubnis für den Tiefbrunnen beim „Bursweiher“ läuft Ende dieses Jahres ab. Die Wasserentnahme war bisher auf 6.000 Kubikmeter beschränkt und nur für den Spitzenbedarf und Notsituationen vorgesehen. Die Wasserversorgung erfolgt grundsätzlich durch die Überlaufquellen.

Bei der Betrachtung der Entnahmemengen in den letzten zehn Jahren hat sich aber gezeigt, dass die jährliche Entnahme bis auf wenige Ausnahmen stets weit über den erlaubten Wert gelegen hatte. Einmal hatte man gar das Sechzehnfache davon gefördert. Geschuldet war das offenbar aber auch den Sanierungsarbeiten an den Quellen.

Zwischenlösung bis 2022

Bürgermeister Ludwig Gürtler mahnt eindringlich, den Wasserversorgungsanlagen eine erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und stets in einem optimalen Zustand zu halten. Wasserverluste können so wirksam vermieden werden. Tännesberg könne sich glücklich schätzen eine eigene Versorgung mit dem wichtigsten Lebensmittel Wasser zu haben.

Nachdem für die wasserrechtliche Erlaubnis noch die Antragsunterlagen zu erarbeiten sind und dafür geraume Zeit benötigt wird, ist eine mit der Rechtsaufsicht abgesprochene Zwischenlösung zu finden. Vorgesehen ist eine beschränkte Erlaubnis zur Wasserentnahme bis Ende 2022. Für einen fließenden Übergang hätte sich Gürtler gewünscht, dass die Antragstellung rechtzeitig erfolgt wäre.

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Tännesberg

Altbürgermeister und „Wasserpionier“ Werner Braun (Freie Wähler) warnt eindringlich von den möglichen Folgen einer übermäßigen Wasserentnahme aus dem Tiefbrunnen. Eine permanente Absenkung des Wasserstandes führt unweigerlich zur dauerhaften Schädigung des Tiefbrunnens. Es bestehe die Gefahr, dass die Deckschicht zusammenbricht und der Brunnen sich selber zubetoniere. Ohne gesicherte Wasserversorgung, so Braun weiter, ist eine Weiterentwicklung der Gemeinde unmöglich. Es kann kein Baugebiet ausgewiesen werden, ohne Versorgungssicherheit zu haben. Mit der Ansiedlung gewerblicher Betriebe ist es nicht anders.

In die gleiche Kerbe schlugt Zweiter Bürgermeister Werner Schärtl (CSU). Für ihn ist die Handhabung der letzten Jahre sogar grob fahrlässig und darf auf keinen Fall mehr vorkommen. Die Anlage für die Spitzen- und Notversorgung dürfte seiner Meinung nach höchstens zu fünfzig Prozent beansprucht werden, um dauerhaften Schädigungen vorzubeugen. Wenn die Gebühren deshalb aus Kostengründen in jetzt nicht vorstellbare Höhen klettern, ist es zu spät.

Einstimmig wurde beschlossen, den Antrag auf Neuerteilung der wasserrechtlichen Bewilligung zu stellen und ein geeignetes Fachbüro für die Erarbeitung der Antragsunterlagen zu beauftragen. Gleichzeitig sollen die technischen Möglichkeiten zur Verhinderung von Wasserverlusten ausgelotet werden. Die dafür erforderlichen Gerätschaften können angeschafft werden.

Haushaltsjahr 2018 ist abgeschlossen

Der Rechnungsprüfungsausschuss hat laut Bürgermeister Gürtler die Unterlagen des Haushaltsjahres 2018 geprüft. Außer der Vergabe von Gutachten, die von privaten Gutachtern günstiger erstellt werden könnten, gab es keine Beanstandungen. Bisher wurde der Gutachterausschuß des Landratsamtes Neustadt damit beauftragt.

Die von der Kämmerei aufgestellte Jahresrechnung 2018 endet mit den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit 3.390.684 Euro und im Vermögenshaushalt mit 1.668.759 Euro. Dem Vermögenshaushalt konnten 630.080 Euro zugeführt werden. Den Rücklagen wurden 667.523 Euro zugeführt, so dass sich der Bestand Ende 2018 auf 2,2 Millionen Euro erhöhte.

Nachdem es keine Einwendungen und Beanstandungen gab, konnte die Feststellung der Jahresrechnung und die Entlastung für das Haushaltsjahr 2018 einstimmig erfolgen. Das Haushaltsjahr 2019 wird vorbehaltlich der noch ausstehenden Rechnungsprüfung in den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit 3.108.958 Euro und im Vermögenshaushalt mit 964.794 Euro enden. An den Vermögenshaushalt können 261.889 Euro zugeführt werden. Aus der Rücklage wurden 376.122 Euro entnommen, so dass sich Ende 2019 voraussichtlich ein verbleibender Bestand von 1,8 Millionen Euro ergibt.

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