11.07.2019 - 11:26 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Test Audi Q3

Der Testwagen hat sich das Tarnkleid des Sommerhimmels übergezogen. Ein Blau, satt und tief, spannt sich über die Karosserie des Audi Q 3. Es heißt Turboblau. Wie sieht es mit den inneren Werten aus?

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Das SUV im Golf-Format kommt als 230 PS starker Benziner mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic und S-Line-Ausstattung zu uns. Es rollt auf 18-Zöllern und hat alles an Bord, was heutzutage gut und teuer ist. Nicht, dass der Wagen mit einem Grundpreis von 46 300 Euro schon ein Schnäppchen wäre: Audi langt bei den Extras noch einmal kräftig zu: 1450 Euro für das Assistenzpaket, 1180 Euro für die elektronische Dämpferregelung, 1590 Euro für Matrix-LED-Licht, 2170 Euro für das Navigationssystem "Plus" oder 790 Euro für 3D-Klang von Bang & Olufsen - rasch reißt der in den Ausmaßen kompakte Wagen die Hürde in Richtung gehobene Mittelklasse. Sogar die Sitzheizung vorne lassen sich die Ingolstädter extra bezahlen (340 Euro).

Andererseits: Warum sollen Kunden, die kein übergroßes SUV brauchen, nicht auch bei weniger Platz mit Top-Qualität bedient werden? Und die hat ihren Preis. Wie merkt der Kollege aus der Lokalredaktion gerne immer mal wieder an? "Kaufst ein Klump, hast ein Klump!" Das freilich ist bei Audi nahezu ausgeschlossen. Meister Perfekt hat sich bis in die letzten Winkel, Fugen und Kanten vorgearbeitet. Ein Wagen, den man wohl auch in vielen Jahren noch mit Freude besteigen wird.

Hoher Verbrauch

Wermutstropfen: der Verbrauch. Nur durch sehr zurückhaltenden Umgang mit dem Fahrpedal konnten wir den Testverbrauch noch unter zehn Liter Super drücken. Wenn's mal pressiert hat, überstieg die Anzeige auch schon mal den Wert von 12 Litern. Und schnell ist man leicht im kompakten Ingolstädter. Der potente 2-Liter-Vierzylinder schickt die Kraft von 350 Newtonmeter schon bei 1500 Umdrehungen los. Er bleibt immer leise und agiert souverän. Dazu passt die doppeltgekuppelte 7-Gang-S-Tronic perfekt.

Perfekt verarbeitet

Auch dieser Audi parkt selbstständig ein, lädt das Smartphone induktiv auf und koppelt es per Phonebox mit dem Bordcomputer MMI. Der Testwagen hält zwar per Radar den Abstand zum Vordermann zuverlässig und sich selbst an die eingestellte Geschwindigkeit - den Komfort seiner größeren Brüder, dass er das Tempo auch an Schilder und Gelände automatisch anpasst, bietet er nicht. Jammern wir auf hohem Niveau? In der Tat - es bleibt ja auch keine Alternative, denn echte Blößen gibt sich der vor einem halben Jahr neu aufgelegte Q3 nicht. Äußerlich ist er maskuliner, kantiger geworden als der Vorgänger. Er fährt - auch dank Quattroantrieb - sehr sicher und ist eher straff denn komfortbetont abgestimmt. Die Platzverhältnisse innen: ausreichend bis gut. Dank unten abgeflachtem Lenkrad mit Schaltwippen (225 Euro) kommt sogar ein wenig Sportfeeling auf, zumal die Sitze sehr guten Seitenhalt bieten - und Langstreckenkomfort. Ein guter Grund, mal blau zu machen. Turboblau.

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