31.03.2020 - 12:26 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Test Kia e-Niro: Stromer in und mit Reichweite

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Die Reichweite interessiert uns beim E-Auto-Kauf in zweierlei Hinsicht: Wie weit kommt der Kandidat, und ist er auch finanziell erreichbar? Beim Kia e-Niro geht zwei Mal der Daumen hoch. Aber es gibt ein anderes Problem.

Kia e-Niro bei Oberpfalzmedien im Test.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Beginnen wir bei den Finanzen: In der günstigsten Ausstattung und der geringsten Reichweite von "nur" 289 Kilometern kostet der e-Niro mit 136 PS 35 290 Euro. Abzüglich der Förderung sind es dann noch 28 720 Euro, und damit wird der Crossover durchaus interessant. Wir testen hier den stärkeren e-Niro mit 204 PS und 64-Kilowattstunden-Akku. Für ihn gibt Kia eine Reichweite von satten 455 Kilometern an. Er steht als "Edition 7" ab 39 090 Euro in der Liste. Endpreis: 32 520 Euro. Der Testwagen kommt als Top-Version Spirit (ab 44 790 Euro) und ist komplett ausgestattet. Extra kommen nur noch Metallic-Lack und Leder dazu. Wir reden also von einem alltagstauglichen, durchaus erschwinglichen SUV mit sehr guter Reichweite. Wo aber ist der Haken? Das ist die Lieferzeit. Sie beträgt zwischen 8 und 12 Monaten.

Wer warten kann und will, bekommt in der Tat ein vollwertiges Auto. Der e-Niro des aktuellen Modell-Jahres lädt an Schnellladern genauso auf wie an der Haushaltssteckdose und macht dich somit flexibel. Unterwegs saugt er 100 Kilometer in wenigen Minuten in den Akku, bei Aldi holt er sich während des Einkaufs schnell ein paar Gratis-kW, und in der Nacht füllt er an der Wallbox oder am Schuko-Stecker seine Zellen voll.

Sportliches Fahrwerk

Der Niro fährt erfreulich normal. Gut - wegen seines recht hohen Gewichts schaukelt er über groben Unebenheiten ein wenig auf. Dafür entschädigt er mit gutmütigem Fahrverhalten, und auch sportliches Kurvenräubern ist - nicht zuletzt wegen des tiefen Schwerpunkts - möglich. Agilität kommt vom Aggregat mit einem Drehmoment von fast 400 Newtonmetern, das ab der ersten Sekunde anliegt und für die E-Fahrzeugtypischen "Yippie"-Starts sorgt. Da schaut an der Ampel so mancher PS-Poser alt aus. Freilich, auf Kavalierstarts lässt sich der e-Niro-Fahrer eher nicht ein, achtet er doch darauf, Ökopunkte zu sammeln und sich dem Reichweiten-Wert möglichst zu nähern. Realistisch sind mit dem großen Akku rund 350 Kilometer. Sparfüchse holen hier aber sicher noch mehr raus.

Dabei hilft das so genannten One-Pedal-Driving, das in fast allen Alltagssituation ohne Bremspedal auskommt. Verzögert wird nämlich durch längeres Ziehen am linken Lenk-Paddel. So verzögert der Wagen und lädt die entstandene Bremsenergie direkt wieder in die Batterie.

Der Niro warnt mir spacigem Ton bei Langsamfahrt die Umwelt und auch sonst sympathisiert er mit Star-Wars. Das zeigt er mit diversen Tönen, die alle möglichen Aktivitäten leicht nervig begleiten. Um die vielen, oft kleinen, Schalter auf Anhieb zu finden, braucht es einige Zeit. Dafür bauen die Koreaner alles rein, was heute an Assistenten und Helfern verfügbar ist.

Und auch für Luxus ist Platz: Sitze beheizt und belüftet, Lenkrad beheizbar, toller Sound und gute Konnektivität. Der aktuelle Jahrgang informiert per App über den Ladezustand und kann per Fernsteuerung vorgeheizt werden. Verzicht ist also nicht angesagt. Eher schon Geduld - beim Warten auf das bestellte Elektro-Auto aus Korea.

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