17.08.2018 - 12:12 Uhr
TeublitzOberpfalz

"Öder seit Schröder"

In den Umfragen kämpfen die Genossen mit einem historischen Tief. Generalsekretär Uli Grötsch setzt auf Geschlossenheit als Gegenmittel.

Gut gelaunt zeigten sich Marianne Schieder, Martin Grill, Franz Kopp, Peter Wein und Uli Grötsch (von rechts) beim SPD-Frühschoppen am Mittwoch im Teublitzer Stadtpark.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) Beim SPD-Frühschoppen im Teublitzer Stadtpark erinnerten "Schmarrnkerl und Funkerl" an bessere Tage und reimten nach der Melodie "Schön war die Zeit": "Damals bei Willy Brandt, da gab es noch Bier am Stand und bei Helmut Schmidt, da machten noch alle mit". Aber dann bei "Schröder, wurde es immer öder".

Bier trinken, Wein wählen

"Bier trinken, Wein wählen oder Wasser predigen und Wein saufen". Mit diesem Wortspiel lockten Helmut Haider und Stephan Karl den Senkrechtstarter der Partei aus der Reserve. Landtagskandidat Peter Wein will Bayern gerechter, sozialer und liebenswerter machen. Im Gegensatz zur CSU, die die Menschen gegeneinander aufbringe, Unfrieden säe und den Rechtsradikalen in die Karten spiele.

Howard Carpendale und Gerhard Schröder: "Schmarrnkerl und Funkerl" bringen die beiden zusammen mir frotzeln: "Hol mir ne Flasche Bier, dafür kriegst du Hartz IV". Die Schatten des Ex-Kanzlers werden die Sozis nicht los. Franz Kopp, Direktkandidat für den Landtag im Stimmkreis Cham, hat als Studenten-Jobber erlebt, "wie Menschen in prekären Verhältnissen leben müssen". Um für mehr soziale Gerechtigkeit zu streiten, sei er 2013 in die SPD eingetreten, so der 34-jährige Familienvater aus Runding. Für die "sozial Schwachen" will auch Bezirkstagskandidat Armin Schärtl eintreten. "Schauen sie nicht was gleich, unsere Buam?", fragte MdB Marianne Schieder rhetorisch in die Runde und fühlte sich sichtlich wohl neben Peter Wein, Franz Kopp und Uli Grötsch. Der Generalsekretär der Bayern-SPD erlebt "ganz besondere Zeiten": "Die Menschen spüren, dass sich die Welt verändert". Europa rücke immer weiter nach rechts. Es sei die historische Aufgabe der SPD, das Rad wieder in eine andere Richtung zu drehen, so Uli Grötsch.

Schnelle Integration

Den "historischen Tiefstand" seiner Partei nimmt der Generalsekretär zum Anlass, die Genossen zur Geschlossenheit und zum Kampf um jede Stimme aufzurufen. Der ehemalige Polizeibeamte bekennt sich zu einem starken Staat, der keine Pferdestaffel und Grenzpolizei, dafür mehr Beamte im Vollzugsdienst brauche.

Den Flüchtlingen müsse man schnell die deutsche Sprache beibringen und sie in den Arbeitsmarkt integrieren. Im reichen Bayern könne es nicht sein, so Grötsch, "dass 250 000 Kinder in Armut leben". Der SPD-Politiker fordert weiter: "Wir brauchen einen kostenlosen Zugang zur Bildung, einen besseren Betreuungsschlüssel und längere Öffnungszeiten in den Kitas" Der Frühschoppen bildete den Auftakt des Kinderfestes, das der SPD-Ortsverein Teublitz am Sonntag bereits zum 55. Mal im Stadtpark ausrichtete.

SPD-Generalsekretär Uli Grötsch warb für sozialdemokratischen Grundsätze.

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