07.09.2018 - 16:12 Uhr
TeunzOberpfalz

Abschied vom Urlaubspfarrer

Abbe Fulgence Coly ist Caritas-Direktor im Bistum Ziguinchor (Senegal). Im August übernimmt er meist Urlaubsvertretungen in der Diözese Regensburg. Die Wochen im Pfarrhaus Teunz wird er in guter Erinnerung behalten.

Äpfel mag Abbe Fulgence Coly gerne und auch beim Pflücken hat er mit seinen stattlichen 1,85 Metern kein Problem. Am Sonntag verlässt er den Pfarrhof Teunz schon wieder.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Pfarrer Herbert Rösl wurde vom 12. August bis 9. September in der Pfarreiengemeinschaft Teunz-Niedermurach-Pertolzhofen von Fulgence Coly vertreten. Wenn dieser am 17. September wieder in seiner Heimatdiözese Ziguinchor im Südwesten von Senegal mit rund 110 000 Katholiken ankommt, kann er seine Pullover wegräumen. Denn dort ist jetzt zwar Regenzeit, "aber die Temperaturen fallen nicht unter 20 Grad". "Wir brauchen keine Heizung, sondern ein Klimagerät", sagt er schmunzelnd beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien im Pfarrhof.

Der 59-Jährige ist das erste Mal in Teunz, kennt aber die Diözese Regensburg gut. Bei Urlaubsvertretungen in Penting (für Pfarrer Richard Salzl) und in Pettendorf bei Regensburg konnte er Kontakte knüpfen, die er heute noch pflegt. Dafür wird er die Woche bis zum Rückflug nutzen. Einen Besuch hat er schon beim ehemaligen KLB-Diözesanvorsitzenden Leo Heinrich senior gemacht. Dieser sei "schuld" daran, dass der Aushilfspfarrer fließend Deutsch spricht. Coly berichtet von der Patenschaft der Katholischen Landvolkbewegung der Diözese Regensburg (siehe Kasten). 1992 hatte Heinrich bei einem Besuch im Senegal angeregt, dass zwei junge Priester Deutsch lernen sollten und organisierte einen Intensiv-Sprachkurs von sechs Wochen. Der zweite Pfarrer neben Coly war Achille Djihounouck, der im Sommer 2008 - also vor zehn Jahren - zur Vertretung in Teunz weilte. "Er ist jetzt nur noch Lehrer und unterrichtet Theologie am Hochseminar, der letzten Stufe der Priesterausbildung", erzählt der Senegalese.

Leckere Kürbissuppe

Er selbst zelebriert nur noch am Wochenende Gottesdienste und fährt dazu raus aufs Land. Denn als Caritas-Direktor des Bistums hat er einen "Bürojob" in der Stadt und gut zu tun. Er kümmert sich aber auch um die Priester in Ruhestand. Für diese wird im Oktober eine Art Dorf - mit derzeit sechs kleinen Häusern für jeweils zwei Geistliche - eröffnet. Er zeigt Bilder am Handy und berichtet, dass die Ruhestandsgeistlichen hier mit Exerzitien und Vorträgen die noch junge Kirche unterstützen werden. Als Leiter des Priesterheimes wird auch er dort wohnen.

Im Pfarrhof in Teunz wurde er in den vier Wochen gut von Rita Köppl umsorgt. Während es im Senegal meist Reis mit Meeresfisch und verschiedenen Soßen gibt, hat er hier bei den Fleischgerichten gerne zugelangt. Er schwärmt auch von Apfelstrudel, Kürbis- und Leberknödelsuppe sowie Joghurt. Er mag das bayerische Essen und so habe er die Einladungen zu runden Geburtstagen und Ehejubiläen genossen. "Den Kuchen weniger", meint der 1,85-Meter-Hüne mit Blick auf den kleinen Bauchansatz. Außer einer Woche mit drei Beerdigungen sei die Arbeit nicht so viel gewesen. Er lobt die vorbildliche Organisation der Krankenkommunion in der Pfarreiengemeinschaft und betont: "Die Leute sind sehr nett und es hat mich überrascht, dass die Gottesdienste so gut besucht sind."

Die positive Ausstrahlung und die besonnene Art des Abbé haben sicherlich dazu beigetragen. "Die Leute sind begeistert", ergänzt Rita Köppl auf dem Weg zur Küche. Auch Coly schwärmt: "Der Kirchenchor und kleine Gruppen haben so schön gesungen." Das erinnerte ihn an die Gottesdienste zu Hause mit Bewegung, Tanz und Gesang. "Jeder Sonntag ist bei uns ein Fest", sagt er. Allerdings dauern die Messen auch mindestens zwei Stunden.

Sechs kleine Häuser für die Ruhestandspfarrer der Diözese Ziguinchor sind fertig. Im Oktober ist der Einzug - trotz Regenzeit - geplant.

Patenschaft:

Patenschaft

Seit Jahrzehnten unterstützt die Katholische Landvolkbewegung (KLB) Regensburg kleinbäuerliche Betriebe im Süden Senegals. Das aktuelle Projekt ist „Imkern“. Das dies gut läuft, zeigte sich beim KLB-Besuch im Februar 2017. Bei einem Treffen der Bischöfe in Regensburg war auch Caritas-Direktor Fulgence Coly dabei und informierte Voderholzer über das Projekt „Heim für Ruhestandspfarrer“. Schon vor drei Jahren hatte hierfür KLB-Landvolkpfarrer Christian Kalis Kontakte zu „Kirche in Not“, Missio und Weltkirche Köln für eine finanzielle Unterstützung des Rohbaus vermittelt. Für die Inneneinrichtung der sechs kleinen Häuser plus Gemeinschaftsgebäude gab es nun eine Spende (15 000 Euro) vom Klerusverband. "Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Coly. Exerzitien, Vorträge und Gästezimmer sollen beim Betrieb helfen. (ptr)

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