06.03.2020 - 16:54 Uhr
TeunzOberpfalz

Blühende Sträucher und buntes Gemüse

Kreisfachberaterin Heidi Schmid appelliert an Gartenbesitzer, sich pflegeleichte Sträucher und Stauden zuzulegen.

Auf den richtigen Schnitt kommt es an. Heidi Schmid weiß, wie es geht.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Kreisfachberaterin Heidi Schmid stellte bei der Jahreshauptversammlung des OGV Teunz das Jahresprogramm des Kreisverbands für Gartenbau- und Landespflege Schwandorf kurz vor. Sie rief zur Teilnahme am Blumen- und Gartenwettbewerb auf Kreisebene auf, denn "Teunz hat immer sehr erfolgreich mitgemacht". Für den "Tag der offenen Gartentür" sei das Kreisgartenamt noch auf der Suche nach Teilnehmern. Zu den Ehrungen über den Landesverband informierte sie, dass dort genau geprüft werde, wie lange die Mitgliedschaft besteht. Oftmals sei der nicht im Verein aktive Ehepartner eingetragen. Eine Familien-Mitgliedschaft biete eine Lösung.

Bei ihrem Vortrag "Mehr Bunt für unsere Gärten" zeigte die Gartenfachfrau viele Bilder. Der Vorgarten sage etwas über den Hausbesitzer aus und sollte einladend wirken: "Leider verdrängt Grau oft das Bunte." Sie zeigte Bilder von Steinwüsten und meinte: "Das ist für mich keine Gartenkultur, sondern eine Gesteinsaufschüttung." Außerdem seien diese auch nicht pflegeleicht, da Algen, Moose und Laub sich ansammeln und zu Humus werden. Viele würden dann auch mit Spritzmittel vorgehen. "Bunt und trotzdem pflegeleicht", bezeichnete sie Gärten mit Gehölzen und Sträuchern. Während Thujen auf Schotter sehr stark auf Hitze reagieren, sei es einfacher, eine bunte Hecke mit Blütensträuchern zu haben.

Heidi Schmid nutzte den Zeitpunkt des beginnenden Frühjahres, etwas ausführlicher auf den Schnitt hinzuweisen. "Auslichten ohne motorisierte Heckenschere, sonst werden die Sträucher unten kahl", lautete ein Tipp. Der Grund: Die meisten Sträucher blühen am mehrjährigen Holz. Deshalb sollten alle zwei bis drei Jahre nur veraltete Äste mit grauer Rinde unten herausgenommen werden. Ein vergreister Strauch kann verjüngt werden, indem er "auf Stock gesetzt" wird (20 Zentimeter über den Boden abschneiden). Im zweiten Jahr müssen dann mindestens die Hälfte der Triebe herausgenommen werden um den neuen Strauch aufzubauen. Gut für die Insekten seien einfach blühende, ungefüllte Arten. Der Hartriegel beispielsweise sei eine gute Bienenweide.

Den Schmetterlingsflieder bezeichnete die Referentin als idealen Strauch fürs Beet. Achtung: Im Frühling stark zurückschneiden, da Blüte am einjährigen Holz. Das gleiche gelte für die Strauch- und Rispenhortensie, während die Bauernhortensie nur leicht oberhalb der Knospen eingekürzt werde. Den jahreszeitlichen Wechsel im Garten unterstützen bunte Stauden, die übers ganze Jahr ein Nahrungsangebot bieten. Die Wahl sollte deshalb auf Sorten fallen, bei denen sich Insekten gut ernähren können (wie Phlox, Sonnenhut). Gut sei auch eine kleine Blumenwiese.

Auch "echte Kiesgärten" mit Bepflanzung seien pflegeleicht. Hier sei der Schotter mit Mutterboden vermischt; ideal für Hungerkünstler, die trockenheitsverträglich sind. Der Appell der Expertin: Beim Gießen die Pflanzen nicht verwöhnen, sondern dazu erziehen, dass sich die Wurzeln nach unten strecken, um sich Wasser zu holen. Die Referentin sprach noch buntes Obst und Gemüse im Nebeneinander von Nutz- und Zierpflanzen an. Beeren seien Radikalfänger mit sekundären Pflanzeninhaltsstoffen.

Hausgärten hätten aber auch einen pädagogischen Aspekt: "Nur was Kinder kennen, werden sie schätzen und schützen." Vorsitzende Barbara Winkler bedankte sich mit einem Blumenstock für die interessanten Ausführungen. Tipps für Neueinsteiger gibt es bei zwei Gartenseminaren am 7. April und 29. April, jeweils ab 18 Uhr im Landratsamt.

Beim Gießen die Pflanzen nicht verwöhnen, sondern dazu erziehen, dass sich die Wurzeln nach unten strecken, um sich Wasser zu holen.

Heidi Schmid, Kreisfachberaterin

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