16.02.2019 - 10:52 Uhr
TeunzOberpfalz

Feuerwehr Teunz bekämpft Flammen mit dem "Fog-Nail"

Zimmerbrand. Die Temperatur im Raum erreicht schnell mehrere Hundert Grad. Die Feuerwehrleute aus Teunz kämpfen unter schwerem Atemschutz gegen Hitze, Rauch und schlechte Sicht. Normalerweise.

von Alexander Unger Kontakt Profil

Denn die Feuerwehr in Teunz hat ein innovatives Löschsystem im Einsatz: den "Fog-Nail" (Nebel-Nagel). Damit ist es möglich, ein Feuer zu bekämpfen ohne den Raum oder das Haus betreten zu müssen. Dazu treiben die Einsatzkräfte einen lanzenartigen Schlauchvorsatz durch die Wand oder die Tür. Dann gilt: Wasser marsch. Der "Fog-Nail" zerstäubt durch spezielle Düsen das Wasser in kleinste Tropfen, baut eine Nebelwand auf. Der unmittelbare Effekt: Die Raumtemperatur sinkt rapide, der Sauerstoffgehalt der Luft sinkt, die Flammen finden keine Nahrung mehr.

Sicherheit für Feuerwehrleute

Aus einem Liter Wasser bildet sich im Einsatz eine Oberfläche von rund 100 Quadratmetern. Diese kann die Hitze aus dem Raum aufnehmen. Schneller als andere Löschmittel im Einsatz. Auch bei neuen Niedrigenergiehäusern mit ihren dicken Außenwänden kommt der "Fog-Nail" zum Einsatz. Das System ist lange genug, um auch einen rund 40 Zentimeter dicken Aufbau durchdringen zu können. Ein Hammer sowie Bohrer machen "den Weg frei". Auch über das Dach. Kommandant Andreas Brandstätter: "Es ist kein Allheilmittel. Aber bei der Brandbekämpfung oft sehr gut und sinnvoll." Die Nebelwand wird zur Barriere zwischen Feuer und Feuerwehrleuten. Ein erneutes Zünden der Flammen wird durch die hohe Kühlwirkung erschwert oder ganz verhindert. "Es ist ideal für uns, weil wir natürlich alle Atemschutzträger wieder sicher nach Hause bringen wollen."

Teil 1 unserer Feuerwehr-Video-Serie:

Amberg

Teil 2 unserer Feuerwehr-Video-Serie:

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Feuer im Auto:

Auch bei Bränden in Autos greift das System. Vor allem bei neuen Modellen, erklärt Kommandant Andreas Brandstätter, gibt es die Herausforderung, dass die Verbundglasscheiben nicht "einfach mit einem Körner zerstört werden können". Ein Einsatz über die Scheiben ist ebenso möglich, wie über das Autodach.

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