07.06.2021 - 11:23 Uhr
ThansteinOberpfalz

Beifall für die neue Ovigo-Zeitreise rund um Burg Thanstein

In die Geschichte von Thanstein taucht das Ovigo-Ensemble mit der Zeitreise "Von Raubrittern und Revolverhelden" ein. Aus der Sagenwelt tauchen Geister und Irrlichter auf, und zum Finale belohnt das Publikum die Darsteller mit Applaus.

Mitten im Wald bei Thanstein liegt das "steinerne Kanapee", ein mystischer Ort für allerlei Sagen. Ein Hirte schilderte hier die Sage vom Thammerstüberl.
von Elfriede WeißProfil

Nach der Begrüßung durch den künstlerischen Leiter Florian Wein nahm Gästeführerin Karin Mager die Zuschauer mit auf eine geschichtliche Reise. Sie spannte den Bogen vom Geschlecht der Holnsteiner, die im Schloss gewohnt hatten, bis zu Friedrich Wilhelm von Epleben. Im Hof des Schlosses, das im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört und um 1700 wieder aufgebaut wurde, trat in der ersten Szene "Anneliese Berger", die Haushälterin des Grafen von Holnstein auf. Sie plauderte aus dem Nähkästchen und gab allerhand Interessantes über ihren Dienstherrn preis. So soll ihr Herr entscheidend mit beteiligt gewesen sein, als König Ludwig ums Leben kam.

Bei allen szenischen Darstellungen wurde das Publikum mit einbezogen, so auch bei einem Duell im Schlosshof. Die zweite Szene vor der Kirche handelte von einem Weibsbild, das den Herrn von Epleben "wohlwollend angeschaut" habe und dafür bestraft werden sollte. Beim Anwesen des Gasthauses Träxler erfuhren die Gäste, dass es einst gleich drei Brauhäuser im Ort gab – bei gerade mal 300 Einwohnern. Dort wurde auch die Sage erzählt, dass man um Mitternacht nicht zum Schwarzweiher reiten dürfe, denn dort sollen Geister ihr Unwesen treiben. Über eine Strecke von gut zwei Kilometern führte die geschichtsträchtige Wanderung durch den Wald um Thanstein.

Die nächste Station war bei einer Kapelle, die von drei Freunden erbaut worden war, nachdem sie den Krieg überlebt hatten. Im Wald soll es auch immer wieder Irrlichter gegeben haben, die eine Frau als "brennende Ohrfeige" gespürt habe. Ein Hirte, der auf dem "steinernen Kanapee" saß, erzählte die Sage vom Thammer, der in dem "Thammerstübl", einer Höhle aus riesigen Granitblöcken, gehaust habe und der die Reichen bestohlen und die Armen unterstützt habe.

Auch die Sage vom "Stier ohne Kopf" und die Erzählung von einem Knaben, der eine Frau vor den Fluten der Schwarzach gewarnt hatte, kamen zur Sprache. Am Fuße der Burg, dem Endziel der zweistündigen Wanderung, trat der blutrünstige "Hans der Zenger" auf, auch " wilder Hans" genannt. Er war für seine Kampfeslust berühmt und berüchtigt. Michael Zanner stellte ihn so authentisch dar, dass man meinen hätte können, er sei leibhaftig hier.

Im Burghof mit dem 21 Meter hohen Turm wurden die Darsteller Markus Eckel, Rita Heindl, Anna Hösl, Annalena Breitschafter und Michael Zanner  für ihre großartige Leistung und die herausragenden  Auftritte mit viel Applaus belohnt. "Perfekt!", "Sehr gut", "Großartig", waren die Rufe der Gäste. Wolfgang Niebauer, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Thanstein, sagte, er habe viel Neues über die Ortsgeschichte gehört, und die Schauspieler hätten sehr "lebensecht" gespielt: "Eine großartige Bereicherung für unseren Ort."

Sigrid Breitschafter, Mitarbeiterin im Tourismusbüro Oberviechtach, meinte: "Toll, dass die Kultur die Geschichte der Region aufgreift und sie mit Erlebnischarakter vermittelt." Der Burgverein versorgte die Gäste bei der Premierenfeier mit Wurstsemmeln und Getränken.

In der Pandemie hat sich das Ovigo-Ensemble neue Bühnen erschlossen

Oberviechtach
"Hans der Zenger", auch "Wilder Hans" genannt, berichtete von seinen schaurigen Eskapaden.
Gästeführerin Karin Mager (Mitte) legte den geschichtlichen Hintergrund für die Ovigo-Zeitreise von "Raubrittern und Revolverhelden".

 

 

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