03.03.2020 - 16:18 Uhr
ThansteinOberpfalz

Konzept für die Zukunft des Dorfs

In mehreren Ortsteilen im Gemeindegebiet Thanstein haben Flurneuordnung und Dorferneuerung bereits positiv Spuren hinterlassen. Nun tragen auch die Bewohner im Hauptort und in Tännesried Ziele für diesen Weg in die Zukunft zusammen.

Bauoberrat Martin Stahr (vorne) stellte das Ergebnis der ersten Flurwerkstatt im Pfarrheim vor. Rund 50 interessierte Bürger nahmen am ersten Arbeitskreistreffen teil und formulierten erste Ziele.
von Ludwig DirscherlProfil

In Workshops ermitteln die Bürger von Thanstein und Tännesried, ob auch für sie eine Flurneuordnung von Vorteil wäre. Dazu werden gemeinsam Entwicklungsziele und ein Handlungskonzept erarbeitet, das später mit weiteren Planungsgrundlagen unterlegt und verfeinert werden soll.

50 Bürger hatten sich zur ersten Arbeitskreissitzung im Rahmen der Flurwerkstatt versammelt. Bauoberrat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE), hieß dazu auch Bürgermeister Walter Schauer und mehrere Gemeinderäte willkommen. Im Vorfeld waren alle Grundstücksbesitzer von Thanstein-Tännesried ins Pfarrheim eingeladen worden. Dabei erstellten die Anwesenden in vier Arbeitskreisen, unterstützt durch die Mitarbeiter des ALE die ersten Ideenskizzen zu möglichen Wegebauvorhaben und der Abgrenzung des Projektgebietes.

Eine positive Resonanz stellte Stahr bei seinem Rückblick auf die Informationsversammlung vom vergangenen Oktober fest. Bei einer Zusammenfassung rief er das Flurbereinigungsgesetz mit einigen Themen wie Verfahrensablauf, Kosten, Wertermittlung, Landabzug, Neuverteilung und Vermessung in Erinnerung. Landschaftsarchitekt Gottfried Blank (Büro Blank & Partner, Pfreimd) erläuterte das bisherige Verfahren und den Ablauf der Flurwerkstatt. Er betreut auch bisher schon die Thansteiner Dorfwerkstatt und lobte die bisherige Bürgerbeteiligung. Auch bei der Flurneuordnung sei diese von entscheidender Bedeutung.

Vor der Anordnung des eigentlichen Verfahrens – voraussichtlich im Jahr 2022 – werde gemeinsam in einer Flurwerkstatt eine themenspezifische Bestandsaufnahme gemacht. Es werden Ziele, Vorstellungen, das Leitbild und die Maßnahmen erarbeitet, um am Ende auch über die möglichen Kosten eines solchen Verfahrens gemeinsam und transparent sprechen zu können. In den Arbeitskreisen wird ein Handlungskonzept erstellt, das die Grundlage der Anordnung darstellt. Ziel ist es, sinnvolle Lösungen für eine zeitgemäße Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen zu suchen und dabei die Flurstruktur nicht nachteilig zu verändern.

Die etwa eineinhalb Jahre dauernde Vorbereitungszeit startet danach mit der ersten Gruppenarbeit. Die verschiedenen Themen wurden in Arbeitsgruppen bearbeitet. Nach rund 20 Minuten tauschen die einzelnen Gruppen, zu denen je zehn Personen gehörten, ihre Pltäze, sodass alle Sichtweisen ausgetauscht werden konnten.

Nach Vorstellung der Ergebnisse und der Klärung noch offener Fragen stellte Bauoberrat Stahr nochmals heraus: „Die Grundvoraussetzung für die Anordnung und ein erfolgreiches Verfahren sind klar formulierte Ziele, eine positive Einstellung zur Sache und eine intensive Bürgerbeteiligung“. Auch nach der zweiten Veranstaltung sollten keine Ängste geschürt werden. Hier zitierte Stahr Marie Curie: „Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr." Diese sollte auch für die geplante Flurneuordnung zutreffen. Bis zur Vorstandswahl wurde Franz Mühlbauer als ehrenamtlicher Arbeitskreissprecher bestimmt.

Die nächste Flurwerkstatt der Grundstückbesitzer findet am Dienstag, 24. März, um 19 Uhr im Pfarrheim statt. Am 15. Mai ist eine Exkursion in das Verfahrensgebiet Guteneck-Weidenthal geplant, um sich näher mit Wegebautypen, möglichen Ausgleichsmaßnahmen und den Arbeiten einer Vorstandschaft vertraut zu machen. Interessenten sollen sich bei der Gemeine oder Franz Mühlbauer melden.

Verschiedene Themen:

Die erste Arbeitsgruppe beschäftigte das Thema "Wo sind Wegebauprojekte notwendig?" Dabei war die unterschiedliche Wegbeschaffenheit für die Nutzung von Fahrzeug mit fünf Tonnen oder bis 10,5 Tonnen je Achslast zu berücksichtigen. Arbeitsgruppe zwei behandelte die Erosionsprobleme in der Flur. Hangneigung, Boden-Gewässerschutz und die Bewirtschaftungsrichtung waren dabei zu berücksichtigen. Die dritte Gruppe beschäftigte sich unter Berücksichtigung des Naturschutzes mit Ausgleichsflächen, Bachrenaturierung, Gewässerschutz und Streuobstwiesen. Welche Flächen im Verfahren berücksichtigt werden sollen, bildete Aufgabe von Arbeitsgruppe vier. Deren Mitglieder erstellten eine mögliche Verfahrensgrenze und zeichneten sie in die Übersichtskarte ein. Erfreulich war, dass die mögliche Abgrenzung des Projektgebietes keine größeren Diskussionen verursachte. Nach knapp 90 Minuten waren vier Kartenblätter mit zahlreichen Informationen gefüllt, die in der kommenden Sitzung konkretisiert werden sollen. (dl)

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