18.09.2018 - 14:17 Uhr
ThansteinOberpfalz

Landwirtschaft im Wandel der Zeit

Die Rinder auf der Weide lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, als rings um sie weit über 1000 interessierte Besucher zum Hoffest kommen. Im Zuge der 800-Jahr-Feier der Gemeinde wird die Landwirtschaft von damals und heute dargestellt.

Mit einem alten Lanz-Bulldog machte Erhard Köppl beim großen Hoffest Rundfahrten durch das Dorf.
von Ludwig DirscherlProfil

Der Biohof Ferstl in Hebersdorf feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einem Hoffest, für dessen Organisation das gesamte Dorf mitgeholfen hatte. Die Schirmherrschaft übernahm Bürgermeister Walter Schauer. Alle aktiven Pächter der Thansteiner Flur stellten moderne Landwirtschaftstechnik dar. Aber auch viele Geräte von damals waren beim Hoffest ausgestellt. Alle führten mit Begeisterung ihren Fuhrpark bei der Landmaschinen-Schau vor.

Biolandwirt Erhard Ferstl begrüßte die zahlreichen Gäste und betonte, dass sein ganzes Herzblut im respektvollen Umgang mit Tier und Natur stecke. Gesunder Boden, gesunde Pflanzen und gesunde Tiere ergeben seinen Worten zufolge eine gesunde Nahrung für die Menschen. Bei der Direktvermarktung sei er nicht auf Massenproduktion aus. Deshalb erfolge auch nur zweimal im Jahr eine Schlachtung. Das Biofleisch gebe es nur auf Vorbestellung.

Bürgermeister Walter Schauer gratulierte zum "25-Jährigen" und lobte das abwechslungsreiche Jubiläumsjahr "800 Jahre Thanstein". Die Gemeinde und die Region seien schon immer landwirtschaftlich geprägt, hob der Bürgermeister hervor. Früher sei fast bei jedem Haus eine kleine Landwirtschaft dabei gewesen. Mit einem großen Gemüse- und Obstgarten - eventuell auch mit einem Weiher - sei die Grundversorgung sichergestellt gewesen, so der Schirmherr. Leider habe sich dies in den vergangenen Jahren stark verändert: In Thanstein gebe es nur noch einen Nebenerwerbslandwirt und in Hebersdorf einen Vollerwerbslandwirt sowie den Biohof. Mit einem Präsent bedankte er sich beim Veranstalter.

Für die Kinder wurde ein buntes Programm geboten: Neben den riesigen Erntemaschinen und Bulldogs, auf die sie kletterten, hüpfte der Nachwuchs in der Strohburg, malte Siloballen an, bastelte mit Perlen und ließ sich sein Gesicht schminken. Ein Highlight waren die Rundfahrten durch das Dorf mit Erhard Köppl. Alle 20 Minuten drehte er kostenlos mit seinem Lanz-Bulldog und einem Planwagen eine Runde durch den Ort. Interessant für die Besucher waren auch die zahlreichen Info-Stände. Für die Gäste gab es Ochs am Spieß, Weideburger, Holzofenbrot, Rindersalami, Bio-Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Am Nachmittag feierte Pfarrer Eugen Wismeth eine Andacht, die der Thansteiner Kirchenchor musikalisch mitgestaltete. Als Gäste waren der indische Bischof Remigiose Inchananiyil und Pfarrvikar Benny Joseph aus Neunburg dabei. Als politische Vertreter besuchten Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, Landrat Thomas Ebeling, sowie die Bezirkstags- und Landtagskandidaten Christina Bauer und Manfred Wendl das Hoffest. Zu den Gratulanten gehörte auch Josef Irlbacher, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Für die musikalische Unterhaltung sorgten "Die weißblauen Buam".

Seit 1992 bewirtschaftet Erhard Ferstl nach ökologischen Richtlinien die 13 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche auf dem Biohof. Mit der Rinderrasse "Limousin" betreibt er eine Mutterkuhhaltung und produziert Biofleisch vom Weiderind.

Zahlreiche historische Maschinen und etwa 50 Oldtimerbulldogs waren zu sehen.
„Die weißblauen Buam“ sorgten für musikalische Unterhaltung und wanderten von Ort zu Ort.
Am Nachmittag feierte Pfarrer Eugen Wismeth eine Andacht.
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