19.03.2019 - 11:22 Uhr
ThansteinOberpfalz

Rote Zahlen bleiben im Sinkflug

Das Zahlenwerk ist rund 3,1 Millionen Euro schwer. Ohne Gegenstimme hat der Haushalt 2019 den Gemeinderat passiert. Alle Vorhaben können aus Rücklagen finanziert werden, und der Schuldenstand wird weiter zurückgehen.

Die Maßnahmen zur Dorferneuerung wie der Umbau der alten Schule zum Bürgerhaus bestimmen die Finanzplanung der Gemeinde in den nächsten Jahren.
von Udo WeißProfil
Die älteren Bewohner, die nach der Umgestaltung der Grundschule in einer Seniorenwohnanlage leben werden, sollen durch einen Fahrbahn-Teiler leichter die Straße überqueren können.

Bis 2022 habe die Gemeinde keine Kreditaufnahmen geplant, alles könne aus den Rücklagen finanziert werden. Zur Haushaltskonsolidierung komm Thanstein erneut in den Genuss von Stabilisierungshilfen, „die uns gut tun“, wie Bürgermeister Waler Schauer in der Gemeinderatssitzung anmerkte. Zuvor hatte Kämmerin Martina Held das Rechnungsergebnis 2018 Punkt für Punkt aufgedröselt und Über- oder Unterschreitungen des Haushaltsansatzes erläutert.

Ausführlich besprochen wurden das Investitionsprogramm bis 2022 und die daraus entwickelte Finanzplanung. Neben Ausrüstungsgegenständen für Feuerwehren, Straßenbau- und Straßensanierungsmaßnahmen schlagen besonders die Maßnahmen zur Dorferneuerung zu Buche: Burgturm Thanstein, Spielplatz im Tradweg, Neugestaltung Burgumfeld und Dorfplatz sowie Bürgerhaus Thanstein zählen zu den finanziellen Schwergewichten in den kommenden Jahren. Daneben wird der Breitbandausbau weiter verfolgt und die Wasserversorgung ausgebaut.

Die Haushaltssatzung mit dem Haushaltsplan für 2019 wurde von den Räten einstimmig beschlossen. Der Haushaltsplan schließt im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit 1,61 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt mit 1, 51 Millionen Euro. Der Schuldenstand betrug Ende 2018 knapp 1,3 Millionen Euro. Bei derzeit 962 Einwohnern ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1272 Euro (Vorjahr 1404 Euro). Bis zum 31.Dezember 2022 erhofft man sich, einen Schuldenstand von knapp unter einer Million zu erreichen und damit einen kontinuierlichen Rückgang.

Als nichtöffentlich gefassten Beschluss gab der Bürgermeister bekannt, dass mit der durch Architekt Christian Schönberger vorgestellten Planung für die künftige Nutzung des Bürgerhauses Thanstein Einverständnis besteht. Die vorgestellte Rampe zum Obergeschoss solle berücksichtigt werden. Um in den Genuss der Förderinitiative „Innen statt Außen“ zu kommen, hat sich die Gemeinde verpflichtet, verstärkt auf Innenentwicklung zu setzen, vorrangig innerörtliche Gebäudeleerstände zu nutzen und "Zurückhaltung zu üben bei der Ausweisung von neuen Baugebieten". Die Förderung sei nur möglich innerhalb eines Dorferneuerungsverfahrens, das in der Gemeinde bereits seit März 2018 läuft. Erste Maßnahmen sind der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes und die Nutzung als Senioren-Wohnanlage sowie die Umgestaltung des alten Schule am Kirchplatz zum Bürgerhaus. Die Förderung sieht einen Bonus von 20 Prozent auf den aktuellen Fördersatz der Kommune vor. Höchstens gibt es jedoch 80 Prozent Zuschussquote.

Der Jahresabschluss der Wasserversorgung Dautersdorf und der Photovoltaikanlage schließt mit 145 704 Euro ab, der Jahresgewinn beträgt 12 392 Euro. Dieser wird abzüglich eines Freibetrages von 5000 Euro der Körperschaftssteuer unterworfen. An Informationen gab der Bürgermeister noch bekannt, dass die Ortstafel in Kulz etwa 50 Meter in Richtung Prackendorf versetzt wird. Um den künftigen, älteren Bewohnern der ehemaligen Grundschule das Überqueren der Straße in Richtung Dorfplatz zu erleichtern, ist geplant, einen Fahrbahn-Teiler zu errichten.

Ja zu Bauvorhaben:

Grünes Licht gab der Gemeinderat für einige Baumaßnahmen: Die Deutsche Funkturm GmbH Nürnberg beantragte den Neubau eines knapp 30 Meter hohen Schleuderbetonmastes samt Outdoor-Technik auf Gemeindegrund. Gegenwärtig ist der Mast für das D2-Netz vorgesehen, es könnten aber noch weitere Sendeanlagen installiert werden. Reine Formsache war die Verlängerung einer Baugenehmigung für eine Rinderstallung in Berg. Der Abbruch bzw. Teilabbruch eines Lagerschuppens und der Neubau einer Lkw-Unterstellhalle in Kulz erhielt ebenfalls die Zustimmung. (weu)

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