27.11.2019 - 15:00 Uhr
Thansüß bei FreihungOberpfalz

In Thansüß wird drei Tage Kirwa gefeiert

In Vilseck wird die Kirwa erstmals nach 22 Jahren abgesagt. Grund: Nur dreieinhalb Kirwapaare sind zum Mitmachen bereit. In Thansüß ist das undenkbar. Hier treten sage und schreibe 21 fesche und tanzfreudige Paare an.

Das muss den Thansüßern erst einmal wer nachmachen: 21 Paare, so viele wie noch nie, tanzen heuer um den Kirwabaum.
Aus ihnen, so weiß man, wird sicher mehr als das neue Oberkirwapaar: Dennis Espach und Vanessa Braun.

Die Kirwaleit und der Zusammenhalt im 400-Seelen-Dorf sind das Erfolgsrezept der Thansüßer Kirwa. „Wir wollen Tradition und Brauchtum bewahren“, betont die Kirwajugend. Und dieses Engagement honorieren bei der dreitägigen Feier rund 1000 Gäste.

Die erstmals aufspielende Gruppe „Narrisch pack ma`s o“ aus Seebarn machte am Samstag im vollen Schützenheim ihrem Namen alle Ehre. Unglaublicher Spaß am Musizieren zeichnete die vier Sänger aus. „Mega, eine Super-Stimmung“ war auch von auswärtigen, begeistert mitgehenden Besuchern zu hören. Stark frequentiert waren der im Freien errichtete Glühwein-Pavillon - 250 Liter wurden ausgeschenkt- sowie die Kellerbar. An wärmenden Feueröfen wurde das Kirwasymbol bis Sonntagmorgen um 6 Uhr bewacht.

In beiden Kirchen waren die Kirwaleit um 9 Uhr vertreten. Der Posaunenchor brillierte mit der „Suite in As“, Kirwapaare lasen die Fürbitten. "Den christlichen Glauben, dass die Kirchweih des Lebens nur unsertwillen gefeiert werde, versucht man zuweilen auch auszutreiben und zu verbieten", sagte Pfarrer Matthias Weih. Die Gefahr sei groß, „dass wir in diesen Erfahrungen hart werden und zynisch. Und die Gedanken des Milliardärs Drax aus dem James Bond-Film könnten leicht auch zu unseren werden.“ Pfarrvikar David stellte die heilige Katharina als großes Vorbild dar. Der Freihunger Kirchenchor mit Orgel und Querflöte beeindruckte.

Der Gassbauern-Heiner saß auf dem Bulldog, die Kirwaburschn auf zwei Anhängern, als am Nachmittag bei beißendem Böhmischen die Kirwamoidln im Dorf eingesammelt wurden. Nach der Generalprobe im Hegl-Hof marschierten 21 Paare, ein Rekord, zur Polonaise auf die Bühne. Angefeuert mit „Jung, wild, voller Freid“ vom Präsidenten Jakob Kummer, skandierten die Paare: „Dös san Thansiassa Kirwaleit!“ Auch die Freihunger bekamen ihr Fett ab. Etwa 250 Zuschauer spendeten wiederholt Applaus während des 45-minütigen, von den Hohlweglauerern begleiteten Auftritts, bei dem auch der schwierige Steirer-Figurentanz gemeistert wurde. Theresa und Julia Luber sowie Maria Dreyer hatten die Darbietungen einstudiert. Schließlich erklang der Walzer. In jedem der zwei Blumensträuße verbarg sich ein Zettel. Glück gehabt, hieß es bei Jonas und Theresa Luber, die zu Vize-Ehren kamen. Somit waren Dennis Espach und Vanessa Braun zum neuen Oberkirwapaar gekürt. Im Nu füllte sich der Schützensaal, wo warme Getränke, Kuchen, Kiachln und Torten gefragt waren.

Der Frühschoppen leitete am Montag den Ausklang ein. Die Feuerwehr erwies sich als guter Ausrichter. Bereits zur Mittagszeit gab es volles Haus. Auch die Bayerwald-Wanderer aus Kaltenbrunn feierten mit. Gegen Abend zog der Kirwabär Tobias Mirz mit Gefolge durch den Ort. 2800 Lose zum Preis von jeweils 50 Cent waren abgesetzt worden. Bei der Verlosung von rund 30 Preisen gewann der Kirwabär für seinen Schwiegervater in Parkstein den Kirwabaum und Jonas Graf den 100-Euro-Einkaufsgutschein.

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