18.04.2019 - 17:21 Uhr
TheisseilOberpfalz

CSU im Wahlkampfmodus

Der CSU-Ortsverband hat die Kommunalwahl im Blick. Der im Amt bestätigte Vorsitzende Karl Völkl bittet die Mitglieder, Ausschau zu halten nach Kandidaten. Immerhin habe die CSU in den vergangenen Jahren die Gemeinde „entscheidend geprägt“.

Der Vorstand des CSU-Ortsverbandes wird jünger: In die Riege der Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Florian Neumann gewählt (sitzend, rechts), neuer Kassier ist Johannes Kett (stehend, Vierter von rechts).
von Gabi EichlProfil
Langjährige Zugehörigkeit wird belohnt: Der CSU-Ortsverband dankt treuen Mitgliedern.

Ein anderes Thema in der Jahreshauptversammlung war die Stromtrasse, der sogenannte Süd-Ost-Link. Bürgermeisterin Marianne Rauh nahm wie schon im Gemeinderat Stellung zu Gerüchten, denen zufolge die Gemeinde bisher in dieser Sache nichts unternommen habe. Rauh sagte, sie habe schon vor zwei Jahren zusammen mit den Kollegen aus Störnstein und Püchersreuth eine Stellungnahme abgegeben und damals schon eine Bündelung der Trasse entlang der Autobahn A 93 gefordert. Aktuell warte man auf Antwort des Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger. Rauh lobte ausdrücklich den Einsatz des Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Landrats Andreas Meiers, die sich für eine Verlegung unmittelbar an die Autobahn stark gemacht hätten. Nun werde diese Möglichkeit wenigstens geprüft. Wenn eine Trassenführung entlang Autobahnen in Ländern wie Frankreich realisiert werde, „dann muss das doch auch bei uns möglich sein“.

Ortsvorsitzender kritisiert

Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger sagte: „Wir brauchen die Trasse.“ Und sprach sich seinerseits für eine Verlegung an die Autobahn als „umweltverträglichste Lösung“ aus. Der Ortsvorsitzende Karl Völkl äußerte dagegen Kritik; er unterstellte, der Übertragungsnetzbetreiber Tennet habe nur die Rendite im Auge, die Zeche zahle der Stromkunde vor Ort.

Völkl wurde wie die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt. Er hat aber seit der Neuwahl auf eigenen Wunsch drei Stellvertreter, bisher waren es zwei. An die Seite von Heribert Schiller und Marianne Rauh rückt neu das junge Mitglied Florian Neumann. Johannes Kett übernimmt die Kassengeschäfte für den erkrankten Amtsinhaber Andreas Stemmer. Schriftführer bleibt Michael Schiller. Zu Beisitzern wurden gewählt: Walter Güntner, Gabi Lukas, Daniel Fenzl, Tobias Schmauß, Christian Schwägerl, Manfred Gollwitzer und Sebastian Schieder. Die Kasse prüfen Herbert Sammel und Hans Lukas. Als Delegierte zur Kreisvertreterversammlung schickt der Ortsverband Marianne Rauh, Heribert Schiller, Florian Neumann und Karl Völkl, ersatzweise Michael Schiller, Daniel Fenzl, Manfred Gollwitzer und Tobias Schmauß.

Mehrere Mitglieder wurden für ihre jahrelange Treue zum Ortsverband geehrt. Seit 50 Jahren sind Helmut Nickl und Josef Heil dabei, seit 45 Jahren Rudolf Vierling, seit 35 Jahren Hans Kett, seit 30 Jahren Josef Fenzl. 25 Jahre Mitglied ist Karl Rauh, seit zehn Jahren gehören Tobias Schmauß und Andreas Stemmer dazu.

Höhepunkt Ministerbesuch

Der insgesamt 46 Mitglieder zählende Ortsverband hatte im vergangenen Jahr die große Ehre, wie Karl Völkl es ausdrückte, die Abschlussveranstaltung zum Landtagswahlkampf mit Minister Albert Füracker auszurichten. Darüber hinaus war der Ortsverband bei fast allen Veranstaltungen in der Gemeinde vertreten, unter anderem bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Kindertagesstätte „Löwenzahn“. Vor zehn Jahren habe es Stimmen gegeben, die fragten, wozu die Gemeinde einen Kindergarten brauche, sagte Völkl. „Und jetzt bauen wir schon wieder an.“ Es sei mehr als erfreulich, wenn im Herbst die Einweihung dieses Anbaus zusammen mit dem Abschluss der Dorferneuerung in Letzau gefeiert werden könne.

Vorgestellt hat sich in der Jahreshauptversammlung die Listenkandidatin zur Europawahl, Maria Sponsel. Völkl sagte, er bedauere, dass der so wichtige Europawahlkampf seinem Empfinden nach noch „auf Sparflamme“ laufe.

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Kommentare

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Peter Steinbock

Die Worte des CSU-Ortsvorsitzenden zur Trassenrendite kann man garnicht genug betonen, weil sie allgemein für die gegenwärtigen Trassenbauten zutreffen. Die Trassen werden mit hoher prozentualer Rendite je Objekt realisiert. Je länger und umfänglicher eine Trasse eingeplant wird, desto höher für Tennet der Ertrag, aber desto schneller wachsend für den Stromverbraucher der fast nur noch auf Umlagen basierende Strompreis. Kein Wunder, daß z.B. die Stadt München 14 neue Windräder auf der Insel Froya in Norwegen aufstellen läßt. Hauptsache der Wind weht günstig und die Erträge des Einspeisers Stadtwerke München sind hoch genug. Der Transportaufwand ist ihnen egal, den bekommen die Endkunden als Umlagen aufgebrummt.

21.04.2019