05.12.2019 - 14:49 Uhr
TheisseilOberpfalz

"Flächenfraß ist etwas ganz anderes"

„Wir haben einiges auf den Weg gebracht.“ Bürgermeisterin Marianne Rauh zieht in der Bürgerversammlung ein positives Fazit über das zu Ende gehende Jahr. Sie benennt aber auch Probleme, zum Beispiel die stark gestiegenen Baukosten.

von Gabi EichlProfil

Die sehr deutlich gestiegenen Kosten der Bauwirtschaft hätten vieles verteuert, sagt Rauh. Glücklicherweise habe das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) mehrmals die Mittel für Dorferneuerungsmaßnahmen aufgestockt. Nur so könne sich die Gemeinde nun auch die Dorferneuerung in Wilchenreuth und Roschau leisten.

Die Straßenausbaubeitragssatzung sei zwar „gottseidank vom Tisch“, aber Gemeinden wie Theisseil ohne größere Einnahmen brauchten dringend einen Ausgleich dafür. Das sehr große Straßennetz der Flächengemeinde versuche man mit möglichst geringen Mitteln auf einem guten Stand zu halten.

"Haben zu gut gewirtschaftet"

Rauh sagt zum wiederholten Mal, es ärgere sie, dass Nachbargemeinden millionenschwere Stabilisierungshilfe bekämen, die Gemeinde Theisseil aber nicht, weil sie zu gut gewirtschaftet habe. Die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich laut Rauh von 349 auf 302 Euro verringert. 2013 waren es noch 460 Euro gewesen. Rauh verhehlt jedoch nicht, dass diese Zahl wieder steigen könne, denn es stünden erhebliche Investitionen an.

Grundsätzlich sei nicht alles Wünschenswerte machbar, doch sie sei sicher, das wisse die Bevölkerung und verstehe das, sagt Rauh.

Zu Wort kommt in der Versammlung auch wieder die Kinder- und Jugendbeauftragte Beate Spickenreuther. Sie benennt mehr als 30 Aktionen mit etwa 600 Kindern. Auch im Garten „Schlupfwinkel“ sei viel geschehen in diesem Jahr. Spickenreuther dankt explizit Sabine Schuller, die das ganze Jahr über „irre viel macht“, aber dies „still und leise“.

Das erste Thema der Bürgerschaft sind neue Bauplätze. Der Gemeinderat sei angeblich gegen die Erweiterung des Baugebietes „Im Kirchsteig“. Aber sollte eine Gemeinde nicht kaufen, wenn sie Baugrund bekommen könne, fragt ein Letzauer. Andere Gemeinden rundum wiesen neue Baugebiete aus, „unsere Kinder sollten auch hier bauen können“. Rauh erwidert, der Gemeinderat habe in dieser Frage noch nicht entschieden. Mit dem Verkäufer des Baugrunds seien noch Details zu klären, aber die Nachfrage nach Baugrund sei deutlich vorhanden. Rauh vertritt die Auffassung, dass die Gemeinde Grund kaufen und wieder verkaufen solle, wenn sie dazu die Gelegenheit habe. „Flächenfraß ist etwas ganz anderes“, sagt sie.

Verweis auf Katzen und Männer

Thema Hundekot, der Dauerbrenner jeder Bürgerversammlung: In Letzau wehren sich mehrere Hundehalter aber mit Verweis auf die weit zahlreicheren Katzen und auf Männer, die sich auf Parkplätzen erleichterten.

Thema Hausnummern: Ein Hammerharlesberger bittet darum, die Möglichkeit zu prüfen, ob nicht an zentralen Stellen Hinweisschilder auf die Hausnummern rundum angebracht werden könnten. Transportdienste führen nicht selten orientierungslos durch den Ort. Rauh sagt, wolle man dieses Problem beseitigen, müssten in fast allen Dörfern viele ähnlicher Hinweisschilder aufgestellt werden. Sie werde sich aber informieren, welche Möglichkeiten es gebe.

Ein Bürger fragt nach dem Grundstückskauf für Feuerwehrhäuser und den Bauhof. Laut Rauh sollen in Letzau Bauhof und Feuerwehr ein gemeinsames Haus erhalten; in Edeldorf gebe es nur eine Feuerwehr, die man sehr unterstütze.

"Überall" Nester des Spinners

Noch ein tierisches Thema: der Eichenprozessionsspinner. Ein Waldbesitzer sagt, er fühle sich nicht ausreichend informiert. Er behauptet, die Raupen seien „überall“. Er habe in seinem Wald „überall“ Nester entdeckt und wisse nun nicht, wie er sich verhalten solle. Rauh verspricht, sich zu informieren; bisher habe das Landratsamt sie nicht über ein massives Vorkommen in Kenntnis gesetzt.

Ein letztes Thema ist der Wasserzweckverband Muglhofer Gruppe. „Wie geht´s weiter?“, fragt ein Bürger. Rauh bittet um Verständnis, sie werde sich nicht zu dem Thema äußern, sie sagt nur, die Trinkwasserversorgung sei zuverlässig gewährleistet. Über die Planungen für eine wirtschaftliche Lösung werde im kommenden Jahr entschieden, dann werde der Zweckverband auch ausführlich informieren.

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