07.12.2018 - 16:50 Uhr
TheisseilOberpfalz

"Muglhofer Gruppe" ein Auslaufmodell?

Die "Muglhofer Gruppe" ist in der Zwickmühle. Auf der einen Seite stehen Millioneninvestitionen an, auf der anderen Seite fragen sich die Wasserabnehmer: "Wer soll das bezahlen?"

Auch der Wasserspeicher in Muglhof muss dringend saniert werden.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Eigentlich kurios: Der Zweckverband zur Wasserversorgung der "Muglhofer Gruppe" verfügt über kein eigenes Wasser. Die öffentliche Einrichtung zur Wasserversorgung kauft das lebenswichtige Nass von den Stadtwerken Weiden, jährlich 180 000 Kubikmeter.

Damit werden die drei Mitgliedskommunen versorgt: die gesamte Gemeinde Theisseil mit zwölf Ortsteilen, ausgenommen Fichtlmühle und Wiedenhof, die eigene Brunnen nutzen, in Weiden die Stadtteile Unterhöll, Mitterhöll, Muglhof, Matzlersrieth, Oedenthal und Trauschendorf sowie alle östlich der Bundesstraße 22 gelegenen Gemeindeteile von Irchenrieth und der Tiergarten Urban. Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) ist somit der größte Einzelabnehmer. Zudem kauft Pirk 20 000 Kubikmeter für die Ortsteile Hochdorf und Engleshof.

Verbandsvorsitzende ist die Theisseiler Bürgermeisterin Marianne Rauh. Sie verweist darauf, dass die "Muglhofer Gruppe" 1978 die alten Dorfwasserleitungen übernommen habe. Inzwischen seien die Hochbehälter in die Jahre gekommen, die Technik veraltet. Es werde immer schwieriger, ein Ersatzteil zu bekommen. Dies bestätigt auch Geschäftsführer Hans Bergler. An einer Generalsanierung der beiden Hochbehälter in Bechtsrieth und Muglhof und des 30 Kilometer langen Leitungsnetzes führe kein Weg vorbei. Dies fordere auch das Gesundheitsamt.

Gemeindechefin Rauh ist in Sorge, dass mit der Generalsanierung eine enorm hohe Belastung auf die Bürger zukommt. Sie weiß, dass derzeit die Kosten auf dem Bausektor in die Höhe schießen. Gut zwei Millionen Euro seien veranschlagt, die würden wohl nicht ausreichen. Bei nur 630 Wasserabnehmern könnte diese Summe gar nicht auf die Wassergebühren umgelegt, sondern über einen Verbesserungsbeitrag erhoben werden. Zuschüsse gebe es nicht.

Rauh kündigt für 2019 noch eine weitere Lösung an. Welche das ist, will sie noch nicht sagen. Da gebe es noch einiges zu klären.

Die Pläne könnten in Richtung Auflösung der "Muglhofer Gruppe" gehen. "Dann muss sich wieder jede Gemeinde selbst um die Wasserversorgung kümmern", sagt Geschäftsführer Bergler. Für Irchenrieth wäre das kein Problem. Bürgermeister Josef Hammer geht davon aus, dass nach der Anbindung der Neuersdorfer Quellen die gesamte Gemeinde mit dem wesentlich billigeren Steinwaldwasser versorgt werden kann. Ähnlich verhält es sich in Pirk.

Die Stadt Weiden, die bisher kein Interesse an einer Übernahme der "Muglhofer Gruppe" zeigt, wird dann ihre Ortsteile ebenfalls selbst mit Wasser beliefern müssen. Und die Gemeinde Theisseil sowieso. Rauh geht es einzig darum, die Bürger weiter mit einwandfreiem Trinkwasser zu beliefern.

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