17.01.2020 - 14:26 Uhr
Themenreuth bei LeonbergOberpfalz

Flammendes Signal aus Themenreuth gegen Trasse des Süd-Ost-Links

Themenreuth hat zwar nur etwa 80 Einwohner, aber die Dorfgemeinschaft zeigte sich am Donnerstagabend kämpferisch. Gut 50 Einwohner hatten sich am Donnerstagabend beim Trafohäuschen versammelt, um gegen die Pläne der Tennet zu protestieren,

Mit 400 Fackeln machte der CSU-Ortsverband Teile der geplanten Stromtrasse sichtbar, die Themenreuth regelrecht zerschneiden würde.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Die Pläne von Tennet sehen vor, die Stromtrasse auf dem Süd-Ost-Link mitten durch das Dorf zu verlegen. Das wollen die Dorfbewohner nicht hinnehmen. Zusammen mit vielen Menschen aus den umliegenden Dörfern protestierten sie am Donnerstag dagegen. Helfer hatten am späten Nachmittag mit Fackeln einen Teil der geplanten Strecke abgesteckt. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden sie angezündet.

Max Ernstberger, Zweiter Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Leonberg, der für das Mahnfeuer am Donnerstag verantwortlich zeichnete, erklärte gegenüber Oberpfalz-Medien: "Mit 400 brennenden Fackeln wollen wir darauf aufmerksam machen, wie groß die Trasse ist, die das Dorf regelrecht durchschneiden würde." Seit etwa acht Wochen laufe bereits eine große Unterschriftenaktion gegen die Pläne von Tennet. 250 Bürger hätten bereits unterschrieben, so der Bürgermeisterkandidat. Ziel sei es, bis Ende des Monats bis zu 500 Unterschriften zusammen zu bekommen. Die sollen dann in München und Berlin bei den zuständigen Stellen überreicht werden.

Auswirkungen auf Menschen

Ernstberger erklärte, dass für die Bauausführung der Trasse eine Breite von etwa 50 Meter benötigt werde. Die Fackel-Trasse sei nur 25 Meter breit – und schon diese „halbierte“ Variante zeige die enormen Einschnitte für Mensch und Natur. Es würden Oberflächenstrukturen und die natürliche Entwässerung in diesem Bereich zerstört. Ernstberger vermutet, dass die Leitungen beträchtliche Auswirkungen auf die Menschen sowie auf Flora und Fauna hätten. Auch sei eine Veränderung der Wasserführung zu befürchten. Das Vorgehen der Planer zeige, wie wenig Rücksicht auf die Bürger und deren Gesundheit genommen werde. Er forderte dezentrale statt zentrale Lösungen bei der Auswahl der Trassenführung und appellierte an die Bundesnetzagentur, Streckenführungen mit größeren Abständen zu Wohngebieten zu favorisieren. Im Falle Themenreuths sei die Verlegung der Trasse in den Schutzstreifen entlang der A 93 die ideale Alternative. Die Themenreuther seien schon durch das Verkehrsaufkommen auf der B 15 genug belastet.

„Das Mahnfeuer soll demonstrieren, wie geschlossen wir gegen die Monstertrasse sind und dass auch viele Nichtbetroffene solidarisch hinter den Themenreuthern stehen. Wir werden uns nicht von der Aussage von Regierungsdirektorin Regina Kestel vom Landratsamt im ,Neuen Tag‘ beirren lassen, wo sie sagte, dass die Trasse nicht mehr zu verrücken sei. Damit finden wir uns nicht ab.“ In den kommenden Tagen ist Max Ernstberger wieder zum Unterschriftensammeln in Leonberg, Hofteich, Zirkenreuth, Forkatshof, Terschnitz und Hungenberg unterwegs.

Mitterteichs Bürgermeister und Landratskandidat Roland Grillmeier stellte sich ebenfalls auf die Seite der Themenreuther. Er erinnerte daran, dass schon vor Jahren im Steinwald eine Trasse geplant war. Damals hätten die betroffenen Bürger aus Immenreuth und Kulmain eine ähnliche Aktion veranstaltet, womit letztendlich eine 170-Meter-Hochtrasse verhindert worden sei. „Vielleicht geht ja heute das Signal von Themenreuth aus, das dazu führt, dass die Trasse zumindest noch einmal geprüft wird.“ Grillmeier kritisierte, dass beim Süd-Ost-Link vieles schief gegangen sei. Er habe nie damit gerechnet und sei sehr überrascht gewesen, dass die Trasse Themenreuth-Großensees kommen solle. Auch er sprach sich dafür aus, die Variante entlang der Autobahn nochmals zu prüfen.

Aussagen zu pauschal

In Teilen Ober- und Mittelfrankens stehe die Trassenführung zum Teil noch nicht fest. So lange das so sei, gebe es durchaus noch Chancen, dass sich etwas ändert. Der Freistaat müsse noch einmal darauf drängen, dass die Autobahnvariante geprüft werde und die Trasse dann über weite Strecken auf fast 150 Kilometern Länge an der Autobahn verlaufe, forderte Grillmeier. Auch eine Klage sei denkbar, mache aber nur zusammen mit mehreren Landkreisen Sinn. Hof und Wunsiedel hätten bereits Klage angekündigt, wenn die Autobahnvariante nicht realisiert werde, erklärte der Mitterteicher Bürgermeister.

Es dauerte einige Zeit, bis die 400 Fackeln angezündet waren.
Mit 400 Fackeln machte der CSU-Ortsverband Teile der geplanten Stromtrasse sichtbar, die Themenreuth regelrecht zerschneiden würde.
Mit 400 Fackeln machte der CSU-Ortsverband Teile der geplanten Stromtrasse sichtbar, die Themenreuth regelrecht zerschneiden würde.
Mit 400 Fackeln machte der CSU-Ortsverband Teile der geplanten Stromtrasse sichtbar, die Themenreuth regelrecht zerschneiden würde.
Der „Leonberger Drache“ spuckte am Donnerstagabend gut eine Stunde lang mächtig Feuer. Auch Max Ernstberger und Roland Grillmeier (von rechts) machten sich für die Belange der Themenreuther stark.
Der „Leonberger Drache“ spuckte am Donnerstagabend gut eine Stunde lang mächtig Feuer. Auch Max Ernstberger und Roland Grillmeier (von rechts) machten sich für die Belange der Themenreuther stark.
Mit 400 Fackeln machte der CSU-Ortsverband Teile der geplanten Stromtrasse sichtbar, die Themenreuth regelrecht zerschneiden würde.
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