Theuern bei Kümmersbruck
26.03.2024 - 13:58 Uhr
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Bastian mit Down-Syndrom hat im Kindergarten viele Freunde

Wie Inklusion gelebt wird, zeigen Bastian und der Kindergarten St. Nikolaus in Theuern. Dort ist der Fünfjährige mittendrin unter Freunden, wird gefördert und gestärkt.

Im Kindergarten St. Nikolaus in Theuern geht es lebhaft zu. Mittendrin in der Gruppe ist Bastian. Er hat eine Besonderheit: Bastian hat das Down-Syndrom (Trisomie 21), eine genetische Veränderung, die sowohl die geistige, motorische, als auch sprachliche Entwicklung hemmt und das Aussehen verändern kann – bei jedem Kind ist das individuell ausgeprägt.

Statistisch gesehen, so heißt es, tritt der zufällige Gendefekt – keine Erbkrankheit – in 1 von 800 Geburten auf, rund 50 000 Menschen in Deutschland leben mit Trisomie 21. Zum Welt-Down-Syndrom-Tag (am 21. März) besuchte Oberpfalz-Medien Bastian im Kindergarten in Theuern.

Erste Zeit nicht einfach

Dort erhielt die Leiterin Claudia Reinisch mit ihrem Team nunmehr die Dankurkunde des Deutschen-Down-Syndrom-Infocenters überreicht: „Als Dank und Anerkennung des besonderen Engagements für Menschen mit Down-Syndrom.“ Bastians Mutter Susanne Wittmann erklärte: „Es ist mir ein Anliegen, dass alle sehen, dass Inklusion von Kindheit auf funktioniert. Davon profitieren wir und die Kinder auch, die den Umgang als völlig normal empfinden“. Paradoxerweise sind es manche Erwachsene, die nicht so richtig wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Bastian, so erzählt seine Mutter, kam am 2. August 2018 in der Klinik in Erlangen zur Welt, da war schon mit Komplikationen zu rechnen. Sie und ihr Mann Uli haben da schon aus diversen Voruntersuchungen von der Diagnose gewusst: Das Kind wird einen Gen-Defekt haben. Eine Abtreibung sei nie in Frage gekommen, sagt Susanne Wittmann.

Die Zeit nach der Geburt sei nicht einfach gewesen. Bastian habe sich entsprechend verzögernd entwickelt. Er sei ein fröhliches Kind, sehr anhänglich, bedankt sich für alles. Zuhause wächst Bastian mit seiner vierjährigen Schwester und seiner großen Schwester auf, die in die 4. Klasse Grundschule geht. „Er schaut sich sehr vieles von ihnen ab“, sagt Susanne Wittmann. Den Eltern kam es immer drauf an, dass Bastian ganz normal mit anderen Kindern und Erwachsenen aufwächst in Theuern, mittlerweile sei er im Dorf auch völlig akzeptiert, sagt seine Mama: „Ich glaube der Bastian ist glücklich, hat einen ganz guten Bezug zu den Menschen“. Es dauere halt alles viel länger als sonst.

Inklusion von Kindheit an

Den Bastian mit seinem Down-Syndrom fördern und stärken, das ist mittlerweile im Kindergarten St. Nikolaus eine Selbstverständlichkeit. An Bastians Seite ist die Individualbegleiterin Anna-Maria Schreiner-Eckert. Der Kindergarten und das Umfeld sind für ihn die beste Therapie, wenn man so will. Inklusion von Kindheit an, für Bastian schon in der Kinderkrippe.

Kindergartenleiterin Claudia Reinisch sieht das ganz praktisch: „Dem Bastian ganz normal mit Offenheit begegnen. Wir nehmen ihn wie er ist, so hat er viele Freunde. Er ist immer freundlich und eben vergnügt wie andere auch.“ Wie es mit Bastian weitergeht? Nach dem Kindergarten wird er wohl ins Heilpädagogische Zentrum gehen. Menschen mit Down-Syndrom können trotz Einschränkungen heutzutage den Führerschein machen, sie können studieren, heiraten, arbeiten wie alle anderen auch – freilich muss auch die Gesellschaft offen dafür sein.

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