05.09.2019 - 15:00 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Schäden am Kultur-Schloss Theuern größer als gedacht

Der kleine Saal des Kultur-Schlosses Theuern konnte wegen baulicher Mängel schon seit einigen Jahren nicht mehr genutzt werden. Nach einer kompletten Deckenöffnung, zeigt sich nun: Die Schäden sind noch sehr viel größer als erwartet.

Im kleinen Saal von Schloss Theuern sind der Boden und die Seiten komplett geöffnet. In etwa zwei Jahren sollen hier aber wieder Veranstaltungen stattfinden können, hieß es beim Baustellen-Rundgang mit Landrat Richard Reisinger (Zweiter von links).
von Externer BeitragProfil

Im Innern des um 1780 erbauten Hammerherrenschlosses sind schon seit einiger Zeit Bauarbeiten voll im Gange. Der Landkreis saniert den Komplex Kultur-Schloss Theuern/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern für insgesamt rund 10,55 Millionen Euro.

Im aktuellen Bauabschnitt spielt der kleine Saal eine besondere Rolle, wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamt zum Stand der Arbeiten hervorgeht. "Die Balkenanlage und die Dachkonstruktion sind statisch nicht mehr vertretbar", informierte Projektleiter Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises bei einem Baustellen-Rundgang mit Landrat Richard Reisinger.

Der ehemalige Schweinestall vor zwei Jahren: Hier sind die Schäden am Gewölbe noch erkennbar.

Die Sanierung hat laut Landkreis-Pressesprecherin Christine Hollederer vor ziemlich genau zwei Jahren mit den Arbeiten an Dach, Dachstuhl sowie am Gewölbe im ehemaligen Schweinestall begonnen. Letzteres habe besondere Probleme bereitet: "Durch Salze aus der Gülle der Tiere wurde insbesondere das Gewölbe stark geschädigt und war seit 1999 für die Nutzung gesperrt", blickt Hubert Saradeth, Leiter des Gebäudemanagements am Landratsamt zurück. Ein falscher Putz habe das Problem noch vergrößert. "Jetzt sorgt ein Spezialputz dafür, dass die Salze an der Putzoberfläche auskristallisieren und keinen Schaden mehr an den Gewölbeziegeln anrichten können."

Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Der ehemalige Schweinestall heute.

Aktuell laufen die Bauarbeiten im Südflügel, wo auch die beiden Veranstaltungssäle liegen. "Für die Bevölkerung wohl einer der schmerzlichsten Einschnitte", wie Landrat Richard Reisinger meinte. Denn wegen der Sanierung könnten in Theuern derzeit keine Hochzeiten gefeiert oder kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Das ist voraussichtlich erst wieder ab 2021 möglich, nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts. Dann aber auch barrierefrei: In den Gebäuden werden drei neue Personenaufzüge errichtet.

Auch energetisch werden die Gebäude verbessert: "Weniger durch Dämmung, die nur bei den Dächern umsetzbar ist, sondern mehr durch eine Holzpellet-Heizung mit Regelung", informierte Thomas Raithel. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sein. Dann kann das Kultur-Schloss Theuern/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern wieder ohne Einschränkungen genutzt werden. Im Schloss-Hauptgebäude wird neben dem Museum künftig auch eine behördliche Nutzung umgesetzt. Hier entstehen etwa zehn Büros.

Info:

Hintergrund

Die Gesamtkosten der Sanierung des Kultur-Schlosses Theuern/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern liegen bei rund 10,55 Millionen Euro. Bauabschnitt 1 schlägt mir rund 2,14 Millionen Euro zu Buche, der aktuelle Bauabschnitt mit rund 4,53 Millionen Euro. Für Bauabschnitt 3 sind noch einmal rund 3,88 Millionen Euro eingeplant. Die Sanierung ist eng an die Vorgaben der Denkmalpflege gebunden. Der Landkreis rechnet mit Fördergeldern von bis zu 3,56 Millionen Euro. Er hat das Schloss Theuern in den 1970er-Jahren übernommen – mit dem Ziel, ein Bergbau- und Industriemuseum zu gründen. Die letzte große Sanierung war in den 1980er-Jahren. Dabei ist insbesondere im Südflügel bei den Veranstaltungssälen vieles grundlegend umgebaut worden.

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