10.10.2019 - 17:10 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Spatenstich für Hochwasserschutzprojekt in Theuern

Jahrhundertelang war es für die Menschen ein Privileg, an der Vils zu leben. Damit einher ging allerdings auch die ständige Bedrohung durch Hochwasser. Nun soll Abhilfe geschaffen werden.

Spatenstich mit Regierungsvizepräsident Christoph Reichert (Zweiter von links), Alois Karl (Dritter von links) und Bürgermeister Roland Strehl (Vierter von rechts).
von Klaus HöglProfil

Das Ortszentrum von Theuern ist im bestehenden Zustand immer noch überflutungsgefährdet - wenn es zu Hochwasserereignissen kommt. Das soll sich nun ändern: Regierungsvizepräsident Christoph Reichert, Mathias Rosenmüller, Behördenleiter vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt Weiden, Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl, MdB Alois Karl sowie die Vertreter der Planungsbüros und zuständigen Institute haben zum Spaten gegriffen.

"Das ist ein guter Tag für Theuern, wir bereiten den Ort für die Zukunft vor", kommentierte der Regierungsvizepräsident die gewaltigen Maßnahmen. Gemeinsam soll es zum Erfolg kommen: Die Finanzierung der Baumaßnahme von rund 3,4 Millionen Euro erfolgt durch den Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden, die Gemeinde Kümmersbruck als Projektpartner ist nach dem Bayerischen Wassergesetz mit 35 Prozent (weil "Vorteilsziehender") an den Planungs-Kosten beteiligt. Von der Europäischen Union wird die Hochwasserschutzmaßnahme kofinanziert.

Mathias Rosenmüller erinnerte daran, dass es erste Überlegungen zu dieser Maßnahme in Theuern, grob an der Vils gegenüber dem Schloss, ein Gewässer 1. Ordnung, bereits 2008 gegeben habe. Damals habe das Konzept zum Hochwasserschutz auch den Neubau der Vilsbrücke in Theuern beinhaltet, was allerdings die Maßnahme zum Zweck der Hochwasser-Sicherheit unwirtschaftlich werden habe lassen.

Durch den Neubau der Vilsbrücke aber habe die Gemeinde Kümmersbruck eine Engstelle beseitigt und die Planungen zum Hochwasserschutz haben einen neuen Anlauf genommen. "Nun konnte eine wirtschaftliche Lösung zum Schutze der vom Hochwasser betroffenen Menschen entwickelt werden." Und zwar durch das für den Hochwasserschutz in Bayern zuständige WWA Weiden als Projektsteuerer, mit fachlicher Unterstützung durch die Regierung der Oberpfalz und eben durch die Gemeinde Kümmersbruck. Die endgültige Entscheidung allerdings fällt laut Rosenmüller letztlich beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Wie zu hören war, werden insgesamt etwa 310 Meter Deiche, 250 Meter Hochwasserschutzmauern und ein Schöpfwerk gebaut. Das Vilsufer in Theuern vor dem Schloss wird von 165 Meter um bis zu sieben Meter zurückgenommen, um dem Gewässer bei Hochwasser mehr Raum zu geben. Die Baukosten wurden mit rund 3,4 Millionen Euro beziffert. Karl dazu schmunzelnd: "Das wird sich hoffentlich nicht vert(h)euern."

Begonnen wird laut Wasserwirtschaftsamt mit der Herstellung des Vorlandabtrages entlang der Vils. Im kommenden Jahr ist die Ausschreibung der beiden verbleibenden Lose (Hochwasserschutzmauer, Deich und Schöpfwerk entlang der rechtsseitigen Vils-Seite und die Hochwasserschutzmauer entlang der Vilstalstraße) vorgesehen. Die Bauzeit soll rund neun Monate betragen.

Die Arbeiten an der rechten Vils-Seite laufen bereits.
Die Arbeiten an der rechten Vils-Seite laufen bereits.
Die Arbeiten an der rechten Vils-Seite laufen bereits.
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