14.03.2019 - 15:12 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Zusammenleben mit dem Wolf ist möglich

Aktueller konnte die Saisoneröffnung im Kulturschloss Theuern nicht sein: Die Ausstellung "Die großen Vier" beschäftigt sich mit dem Miteinander von Wolf, Bär, Luchs und Mensch - eine interaktive Präsentation des Bund Naturschutz.

Bär, Wolf, Luchs und der Mensch: "Die großen Vier" sind Thema einer Ausstellung, die derzeit im Kulturschloss Theuern zu sehen ist.
von Klaus HöglProfil

Aktueller konnte die Saisoneröffnung im Kulturschloss Theuern nicht sein: Museumsleiter Michael Ritz konnte eine Ausstellung präsentieren, "die Natur und Technik im Haus vereint", und deren Thema derzeit die Gemüter bewegt: "Die großen Vier" - gemeint sind Wolf, Bär, Luchs und der Mensch - ist eine interaktive Ausstellung des Bund Naturschutz. In Theuern ist sie bis nun bis Sonntag, 28. April, zu sehen.

Die Vernissage vermittelte Wissen über die "großen Vier". Mit dabei waren, von der 9. Klasse der Mittelschule Ensdorf mit Schulleiterin Helga Gradl, Bastian Hummel, Paul Haas, Tim Schambeck, Sebastian Rost und Michael Drexler mit einem Sketch. Aus Beutetieren wurden dabei durch versetzte Buchstaben Beutejäger. Für die musikalische Untermalung sorgte Michael Drexler (6. Klasse) auf dem Akkordeon. Den Eröffnungs-Vortrag hielt Markus Martini, Wolfsbeauftragter für die Oberpfalz. Von den "großen Vier" war zumindest einer bei der Vernissage zugegen - der Mensch.

Die Ausstellung, so ließ Markus Martini wissen, tourt bereits seit 2008 durch Bayern. Sie informiere fundiert über den Umgang mit Bär, Wolf und Luchs. "Auch wenn nun schon gut zehn Jahre vergangen sind - die Ausstellung wurde 2018 auf neuesten Stand gebracht", sagte Martini - denn das Thema hat an Aktualität gewonnen". In den vergangenen Jahrzehnten sei Deutschland wieder von großen Beutegreifern besiedelt worden: Luchse im Bayerwald und Harz, Wölfe in Ost- und Norddeutschland. "Zunehmend wird den Wölfen auch Bayern Heimat", bekundete der Experte.

Martini erinnerte an den kurzen, aber folgenreichen Aufenthalt des Bärens namens Bruno in Bayern. Bruno und der Umgang mit ihm, endend mit dessen Abschuss, seien zum Wegbereiter für diese Ausstellung geworden. Viel Kritik sei nach der Bären-Geschichte aus der Bevölkerung laut geworden. Sie sei gegen solche Vorkommnisse nicht gewappnet gewesen, meinte Martini. Danach sei man sich einig gewesen, dass man künftig mit solchen Situationen besser umgehen muss.

"Es folgte eine sehr konstruktive Zeit, in der Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz und auch Verwaltung konstruktiv an einem Strang zogen. Ausfluss und Ergebnis ist auch diese interaktive und interessante Wanderausstellung", erklärte Martini. Sein Fazit: Große Beutegreifer seien keine Kuscheltiere, mit gutem Willen und bei richtigem Verhalten sei aber ein Zusammenleben auch in unserer Kulturlandschaft möglich. Dazu soll die Ausstellung einen Beitrag leisten.

Museumsleiter Michael Ritz (rechts) hat zum Saisonauftakt im Theuerner Schloss ein brandaktuelles Thema aufgegriffen: Das Miteinander von Luchs, Bär, Wolf und Mensch ist Thema einer Ausstellung.
Zur Eröffnung sprach Wolfsbeauftragter Markus Martini.
Für die musikalische Untermalung sorgte Michael Drexler (6. Klasse, Mittelschule Ensdorf) mit seinem Akkordeon.
Gut zu wissen:

Ausstellung "Die großen Vier"

Die interaktive Wanderausstellung „Die großen Vier“ ist noch bis Sonntag, 28. April, im Kulturschloss Theuern zu sehen (Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 17 Uhr). Interessant ist sie insbesondere auch für Schulklassen. Begleitend ist am Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr im Schloss ein Filmabend mit dem Wolfsbeauftragten Markus Martini anberaumt. Einlass ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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