26.09.2019 - 22:07 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Mit "Thors Hammer" auf Reisen

Volvo schickt die Sportlimousine S60 nach Deutschland und den Diesel in Rente. Schon vor einem Jahr vorgestellt, taucht das Premium-Modell erst jetzt auf Deutschlands Straßen auf. Und das hat seinen Grund.

Mit dem T8 Twin Engine bringt Volvo im S60 einen 390 PS starken Plug-in-Hybrid auf die Straße. Ein markantes Kennzeichen der Sportlimousine ist neben dem selbstbewussten Kühlergrill vor allem der "Thors Hammer" genannte LED-Scheinwerfer.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Hätte BMW nicht schon den Slogan entdeckt, Volvo würde ihn wohl für sich reklamieren: So wurde aus dem bayerischen "Freude am Fahren" ein schwedisches "Liebe zum Fahren". Und schon wissen wir auch einen der Hauptkonkurrenten von Volvos Sportlimousine S60: die 3er-Reihe aus München. Aber auch Audi A4 oder die C-Klasse aus Stuttgart reihen sich ein.

Skandinavisches Design trifft hier auf sportliche Fahrdynamik und innovative Technik. Und die Sicherheitsfeatures sind eh schon legendär. Sie warnen vor Glatteis und Gefahrenstellen, erkennen Fußgänger, Radfahrer und Wildtiere, unterstützen bei Ausweichmanövern, bremsen bei Notsituationen und verhindern Kollisionen mit dem Gegenverkehr.

Wie die anderen Geschwister der 60er-Reihe baut auch der S60 auf der skalierbaren Produktarchitektur (SPA), ist um über zwölf Zentimeter gewachsen, dafür aber schmäler und niedriger geworden. Die gestreckten Proportionen sorgen für eine sportliche Erscheinung. Und dank eines um fast zehn Zentimeter längeren Radstandes ist der Viertürer auch viel geräumiger.

Charakteristisch die Frontpartie mit dem selbstbewussten Kühlergrill und den "Thors Hammer" genannten LED-Scheinwerfern, elegant die Seitenlinie, markant das Heck mit dem nach dem Plattformwechsel um 62 Liter größeren Kofferraum. Interieur und Cockpit samt dem riesigen, gleichwohl nicht immer logisch zu bedienenden Touchscreen im Tablet-Format kennen wir schon von den anderen Modell-Geschwistern.

Zwar verspricht Volvo "Made by Sweden", tatsächlich aber läuft die Mittelklasse-Limousine im neuen Werk in South Carolina vom Band. Amerika und Asien sind schließlich auch die wichtigsten Märkte für das klassische Stufenheck. Dort wiederum spielen Diesel-Fahrzeuge keine große Rolle. Also warfen die zum chinesisichen Geely-Konzern gehörenden Schweden die Selbstzünder kurzerhand aus dem Programm und fahren den S60 ausschließlich mit Aggregaten der Otto-Fraktion vor.

Zum Marktstart gibt es den S60 nur im sportlichen "R-Design" mit tiefer gelegten Sportfahrwerk sowie der Top-Ausstattung "Inscription", die wiederum dem Spitzen-Aggregat T8 Twin Engine vorbehalten bleibt. Ledergestühl, Echtholzeinlagen und ein Schalthebel aus Kristallglas sorgen für die luxuriösen Momente. Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 303 PS starken Turbo-Benziner mit einem 87-PS-Elektromotor an der Hinterachse. Das sorgt nicht nur für 390 PS Systemleistung, sondern auch nebenbei für einen elektrischen Allrad. 640 Newtonmeter wuchten den Zweitonner in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 und reichen für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Rein elektrisch sind es auch noch 125 km/h, wobei dann die Reichweite von bis zu 54 Kilometer eher theoretischen Wert besitzt. So wie der angegebene Verbrauch von 1,7 l und 14,6 kWh/100 km und die CO2-Emissionen von 39 g/km.

Noch im Angebot stehen ein T4 mit 190 und ein T5 mit 250 PS. Der T6 mit 310 PS folgt Anfang November. Alle Aggregate sind mit einer Achtgang-Automatik gekoppelt und erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Die Preise beginnen bei 43 200 Euro. Weil Volvo eh schon die höheren Ausstattungsvarianten an den Start rollt, sind die Preise entsprechend dem Premiumanspruch. Und lassen sich spielend noch toppen. Mit den zehn optionalen Paketen zum Beispiel. Die reichen vom adaptiven Geschwindigkeitsregelautomaten über elektrisch umlegbare Rücksitzlehnen, dynamischen Kurvenlicht und einer 600-Watt-Soundanlage bis hin zu Rückfahrkamera, Standheizung und Head-up-Display.

Nobel, nobel: In der Top-Ausstattung "Inscription" ist der Schalthebel aus Kristallglas gefertigt.
Dynamisch-elegant ist der S60. Volvo verzichtet bei der Sportlimousine auf ein Diesel-Aggregat.
Interieur und Cockpit kennt man schon aus den Modellgeschwistern der 60er-Baureihe.

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