Ein Regenschirm spielte am Sonntag in der evangelischen Ädigienkirche eine wichtige Rolle. Der Alltagsgegenstand wurde zum Requisit während der Installation von Pfarrerin Nadine Schneider und Pfarrer Christoph Zeh. Den Charme lieferte das Festkomitee, denn die Segensfeier war mit viel Engagement der evangelischen Kirchengemeinde Erbendorf, Krummennaab, Thumsenreuth, Friedenfels und Windischeschenbach ausgerichtet worden. In allen fünf Orten haben Pfarrerin Schneider (Krummennaab, Thumsenreuth und Friedenfels) und Pfarrer Zeh (Erbendorf und Windischeschenbach) nun feste Pfarrerstellen. Aber davon später mehr.
Um 14 Uhr begann mit dem fröhlichen Kirchengeläut der Festgottesdienst. Zahlreiche Ehrengäste, die Familien, Freunde und Bekannte sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Wirtschaft waren gekommen, die Ägidienkirche voll besetzt. In der fein und liebevoll geschmückten Kirche herrschte beste Feiertagsstimmung; der Kirchen- und Posaunenchor sowie der Flötenchor sorgten für klangvolle Festmusik. Was dem Fest einen familiären Charakter verlieh: Von Anfang an brachten sich Nadine Schneider und Christoph Zeh persönlich in die Gestaltung des Gottesdienstes ein.
„Einfach Spitze!“, fanden die Mädchen und Jungen des Kindergartens Regenbogen die beiden neuen Pfarrer, was sie singend kundtaten. Nach dem Vorlesen der Urkunden und weiteren sakralen Gebets- und Gesangseinlagen hatte Dekan Dr. Wenrich Slenczka die ehrenvolle Aufgabe, Christoph Zeh und Nadine Schneider zu segnen. Mit einem kräftigen "Ja" bekundeten die beiden jungen Pfarrer ihren Willen, sich für ihre geistlichen Ämter voll und ganz einzusetzen. Unterstützt wurde der Dekan durch Vorstandsmitglieder, die Segenswünsche über den Häuptern der knienden Jungpfarrer aussprachen. Dass dabei manch heimliche Träne vor Ergriffenheit floss, soll nicht unerwähnt bleiben.
Aber auch der Humor blieb nicht draußen: Christoph Zeh und Nadine Schneider lieferten sich ein nettes „Streitgespräch“ über die Tugenden „Einigkeit und Liebe“, wofür besagter Regenschirm zum Einsatz kam. „Einigkeit ist wie ein schützender Schirm“, meinte Pfarrer Zeh und zückte tatsächlich einen Schirm.
Nach dem Gottesdienst kamen die Festredner zum Zug. Pfarrer Martin Schlenk aus Mitterteich freute sich sehr über die neuen Kollegen. Überhaupt seien im Landkreis nun viele junge Pfarrer, was nur erfreulich sei. Weil Nadine Schneider tags zuvor Geburtstag hatte, schlug Schlenk ein Ständchen vor. „Das kriegen wir hin“, meinte er schmunzelnd. Natürlich folgten die Festgäste dieser Aufforderung aus voller Brust. Der katholische Pfarrer James aus Premenreuth zitierte Hermann Hesse. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sagte er und wünschte im Sinne der Ökumene eine harmonische Zusammenarbeit. Seinen Worten folgte der katholische Pfarrer Martin Besold aus Krummennaab. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Seid behütet und beschirmt“, meinte Besold.
Bürgermeister Ulrich Roth aus Krummennaab übernahm die Ansprache für seine Kollegen aus Erbendorf, Windischeschenbach und Friedenfels mit. Seine Worte waren, wie von Roth gewohnt, gespickt mit feinsinnigem Humor. Er habe sich extra informiert, was eine Installation überhaupt sei, gab er zu. Als Geschenk überreichte Roth zwei Malereien und erklärte, dies seien seine Erstlingswerke und er habe sich bewusst für „Installationen“ entschieden. Roth gratulierte herzlich und sicherte die Unterstützung der Kommunen zu. „Ihr seid wie ein Tandem“, meinte Kirchenvorstand Robert Häuptler und wünschte den beiden Pfarrern zur gemeinsamen Betreuung aller fünf Kirchengemeinden eine immer ausgewogene Aufgabenteilung. „Sie können sicher sein, wir Kirchenvorstände lassen Sie nie im Stich“, so Häuptler. Sichtlich gerührt über die vielen Segens- und Glückwünsche und die Geschenke bedankten sich Pfarrer Christoph Zeh und Pfarrerin Nadine Schneider bei den Gästen und luden zum Empfang in die Stallungen der Familie von Lindenfels ein.



























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