Feindlichen Funkverkehr im Visier

Das Militärlager Thurndorf, 1938 im Auftrag von Adolf Hitler erbaut, hatte auch nach dem Zweiten Weltkrieg eine hohe militärische Bedeutung. Es wurde als Peilstation ab 1959 von der Bundeswehr zur Fernmeldeaufklärung genutzt.

Das Bundeswehrlager Thurndorf in den 1950er Jahren.
von Autor RFÜProfil

Was dabei alles ablief, beschreibt der Journalist Peter Engelbrecht in seiner kürzlich erschienenen Publikation "Agentenkrieg im Grenzland - Enthüllungen zum Mauerfall". Er beruft sich dabei unter anderem auf den Funkaufklärungsexperten Günther K. Weiße.

Demnach wurde in den 1960er Jahren die provisorische VHF-Erfassung des feindlichen Funkverkehrs aus der Stellung Thurndorf, einer ehemaligen Wetterstation (Funkaufklärungsstelle) der Luftwaffe, aufgenommen. Dort befanden sich anfangs drei Beton-Gittermasten, die für den Aufbau der VHF-Antennen geeignet waren. Die Erfassungsstelle und die Fernsprech-/Fernschreibstelle wurden im Betriebsgebäude eingerichtet, berichtet Engelbrecht.

Das Personal wurde in Baracken, dem sogenannten H-Bau, untergebracht, in dem auch Kantine und Versorgungseinrichtungen, wie die mit Koks betriebene Heizung, eingerichtet waren. Bewacht wurde die Anlage auf dem 645 Meter hohen Kalvarienberg von Personal einer Zivilwache aus Bayreuth. Gegen Ende 1963 erhielt der Erfassungsbereich die endgültige Bezeichnung "Fernmeldesektor E-Thurndorf", erläutert der Buchautor.

Die Gebäude der kleinen Kaserne existieren noch und werden teilweise für Wohnzwecke genutzt. Auch der Original-Maschendrahtzaun aus der Bundeswehr-Ära hat die Zeit überdauert. Das Buch von Peter Engelbracht hat 156 Seiten und ist mit der ISBN-Nummer 978-3-942668-53-8 im Buchhandel erhältlich.

Die Titelseite des Buches von Peter Engelbrecht.
Autor Peter Engelbrecht befasst sich in seinem neuen Buch "Agentenkrieg im Grenzland - Enthüllungen zum Mauerfall" auch mit der Nutzung der "Peilstation Thurndorf2 durch die Bundeswehr.

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