Thurndorf bei Kirchenthumbach
13.10.2026 - 11:46 Uhr

Die Weite im Blick: Fernrohr am Kalvarienberg steht

Hubschrauber über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr oder die weite Landschaft unter die Lupe nehmen: Mit einem Fernrohr neben dem Aussichtsturm am Kalvarienberg bei Thurndorf ist das nun möglich – und noch eine Attraktion soll es geben.

Der Blick Richtung Thurndorf und über den Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist an sonnigen Tagen vom Kalvarienberg aus besonders weit. Mit dem neuen Fernrohr neben dem Aussichtsturm bei Thurndorf können nun auch Details der Landschaft genauer beobachtet werden. Bild: Anne Wiesnet
Der Blick Richtung Thurndorf und über den Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist an sonnigen Tagen vom Kalvarienberg aus besonders weit. Mit dem neuen Fernrohr neben dem Aussichtsturm bei Thurndorf können nun auch Details der Landschaft genauer beobachtet werden.

Fest im Boden verankert steht das neue Fernrohr nur wenige Meter entfernt neben dem 25 Meter hohen Aussichtsturm nahe Thurndorf. Der Turm und die Wanderwege am Kalvarienberg sind ein beliebtes Ausflugsziel, sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden, denn sie bieten einen weiten Rundumblick über Teile der Oberpfalz und Franken. Von Bayreuth über den Truppenübungsplatz Grafenwöhr bis hin zum Ochsenkopf – der Blick von der Plattform aus ist weitläufig. Genauer lassen sich die Orte und herbstlichen Wälder nun auch vom Boden des Kalvarienbergs erkunden.

3500 Euro habe das neue Fernrohr ohne den Aufbau gekostet, beziffert der Kirchenthumbacher Bürgermeister Ewald Plößner auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Das Projekt sei von der ILE-Region Vier-Städte-Dreieck gefördert worden und ergänze nun das Naherholungsprogramm auf dem Kalvarienberg. Zu dem neuen Fernrohr komme im Frühjahr außerdem noch eine Attraktion dazu, teilt Plößner mit. Auf der ebenfalls neuen Sitzgruppe aus Granit, die laut Plößner vom ehemaligen Kirchenthumbacher Kulturkreis gefördert sei, soll auf dem Steintisch eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra eingelassen werden. Laut Plößner sei die Scheibe einer der größten Forschungsgegenstände aus der Bronzezeit. „Man kann auf dieser Scheibe ablesen, wie die Sterne stehen und den Mondstand“, erklärt der Bürgermeister fasziniert.

Die Nebra-Scheibe aus Bronze gehört laut Internetseite der Deutschen Unesco-Kommission zum Unesco-Weltdokumentenerbe und „ist die älteste bekannte Darstellung kosmischer Phänomene“, heißt es auf der Homepage der Kommission. Vor rund 3600 Jahren sei sie auf dem Mittelberg bei Nebra im heutigen Sachsen-Anhalt zusammen mit wertvollen Beigaben rituell begraben worden.

„In ihrer frühesten Form zeigt die Himmelsscheibe den Vollmond beziehungsweise die Sonne, den Sichelmond und das Siebengestirn. Diese scheinbar einfache Form enthält eine komplizierte Botschaft – die genaue Abgleichung des unterschiedlich langen Mond- und Sonnenjahres. Damit war zum ersten Mal ein astronomisches Instrument verfügbar, mit dem Termine über Jahre hinaus exakt bestimmt werden konnten“, steht zudem auf der Unesco-Homepage. Laut der Kommission sei die Scheibe von einzigartigem historischen Wert. „1999 von Raubgräbern geraubt, wurde sie 2002 wiedergefunden und befindet sich seither im Besitz des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle“, ist außerdem zu lesen. Für alle, die allerdings Natur und Kultur verbinden wollen, können dann im Frühjahr 2027 eine Nachbildung der bekannten Bronzescheibe auf dem Kalvarienberg bei Thurndorf begutachten.

OnetzPlus
Kirchenthumbach13.10.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.