Tiefenbach im Landkreis Cham
11.09.2019 - 16:18 Uhr

Engstelle im Ortskern entschärfen

Im Ortskern von Tiefenbach dröhnen Baumaschinen: Im Bereich Sonnenstraße/Bachstraße wird eine gefährliche Engstelle entschärft. Ein altes Wirtshaus wird dabei dem Erdboden gleichgemacht.

Der Bagger leistet beim Abbruch ganze Arbeit. Bild: exb
Der Bagger leistet beim Abbruch ganze Arbeit.

Das frühere Gasthaus "Zum Schusterlwirt", das die Gemeinde erworben hat, wird für das Vorhaben abgerissen. Die Firma Vögl (Hoffeld) ist derzeit dabei, das Gebäude abzutragen. An dieser Stelle entstehen drei Parkplätze sowie Grünflächen. Besonders von Bedeutung ist die Ausweitung der unübersichtlichen Kurve, so dass hier für den Begegnungsverkehr eine größere Ausweichmöglichkeit geschaffen werden kann.

Bei der Maßnahme profitiert die Kommune von einem Förderprogramm des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz. So fließen sowohl für den Kauf des Gebäudes, den Abriss und die Neuanlage der Parkplätze nicht unerheblich Fördermittel. In Verbindung mit dem geplanten Ausbau der Sonnenstraße (voraussichtlicher Beginn Mitte Oktober), der auch diesen Bereich tangiert, eine durchaus sinnvolle Maßnahme.

Zum einstigen „Schuasterlhaus“ wissen die Gemeindearchivare Richard Bierl und Bruno Servi Folgendes zu berichten: Laut Kataster von 1808 handelt es sich um ein „gemauertes Häusl mit einem Schüpferl, worin ein Ställerl“ sich befindet. Der Besitzer war der Bäckermeister Michael Bauer, der dieses Haus um 500 Gulden samt „Backenstatt“ von seinem Vater gekauft hatte. Bereits im Jahre 1593 wurde das Forstrecht für dieses Anwesen festgelegt. Die „reale Bäckergerechtigkeit“ gehörte zum Gut. Der Blutzehent musste an die Pfarrei, der Getreidezehent zum Rentamt bezahlt werden.

Der Besitzer tauschte 1816 sein Anwesen mit dem Nachtwächter Gabriel (Hausname) Georg Schuster, von dem vermutlich der Hausname stammt. Bauer zog in das Anwesen Nr. 17 (Alt-Bäck/Wutz) in der Hauptstraße. Dem Georg Schuster folgten zwei Generationen lang Söhne jeweils mit Vornamen Georg und den Berufen Weber und Häusler, Totengräber, Uhrmacher, Nachtwächter sowie Gütler. Der letzte starb 1934.

Dann kaufte Michael Lehmer, auch als Viehhändler bekannt, mit Frau Frieda das Anwesen und baute nach dem Krieg ein neues Haus. 1949 eröffnete er ein Cafe und einen Handel mit Rauchwaren. 1969 wurde eine Gastwirtschaft ins Gewerberegister eingetragen, das später auf seinen Sohn Konrad überging. Die Gastwirtschaft wurde im Jahre 2015 geschlossen, womit das Dorf ein weiteres Wirtshaus verlor.

 
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