30.04.2020 - 17:43 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Tigernase und knackiger Hintern

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Schon mal Bekanntschaft mit einem Millionär gemacht? Nein? Geht ganz einfach: beim Kia-Händler vorbeischaun.

Mit demXCeed komplettiert Kia die Ceed-Familie. Der jüngste Spross soll für die Koreaner das Segment der stylischen Crossover aufmischen. Gefälliges Design und moderne Technik sind nur zwei der vielen Trümpfe. Auch sieben Jahre Garantie sind ein stichhaltiges Argument.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Der hat diese Spezies in seinen Showrooms. Erst seit 1993 auf dem deutschen Markt, haben die Koreaner – mittlerweile der achtgrößte Automobilhersteller der Welt – hier vor ein paar Wochen das einmillionste Fahrzeug verkauft. Das Jubiläumsmodell: ein XCeed. Das ist der jüngste Spross der Ceed-Familie. Und stimmen die Prognosen, wird der Korea-Golf zum Shooting-Star im C-Segment. Da geben ja die SUV’s den Ton an.

Nun, ein waschechter Geländegänger ist der XCeed nicht, auch wenn Kunststoff-Beplankung an Türschweller und rund um die Radhäuser sowie eine Art Unterfahrschutz am Heck das suggerieren mögen. Hochbeiniger steht der Koreaner auf der Straße. Auf den stämmigen 18-Zöllern macht das schon etwas her. Allrad aber findet sich nicht in der Zutatenliste. Folgerichtig firmiert der Neuling nicht als Klettermaxe, sondern neudeutsch als Crossover. Und der Zusatz "urban" sagt schon, dass er sich in der Stadt am wohlsten fühlt. Freilich macht er auch auf dem Land eine ausgezeichnete Figur.

Vom Design her geht’s eher in Richtung sportliches Coupe. In der Frontansicht setzen zackige Scheinwerfer Akzente, die Kia-typische "Tigernase" ist dafür etwas dezenter ausgefallen. Die Seitenlinie fällt nach hinten ab und endet in einem knackigen Hintern mit ebenfalls markanten Heckleuchten.

Wer Kia kennt, fühlt sich im Innenraum sofort zuhause. Der ist wieder richtig chic geworden, vor allem in der von uns gefahrenen Version mit gelb eloxierten Einsätzen und Kontrastnähten für die Wabenmuster auf den Stoff-Ledersitzen. Qualität ist hier sicht- und fühlbar. Das Cockpit ist aufgeräumt, alle Schalter, Hebel und Knöpfe liegen gut zur Hand und lassen sich entweder über die Tasten am Lenkrad oder dem zentralen Bildschirm im Tablett-Format intuitiv bedienen. "Voll digital" sind auch die Anzeigen im Armaturenbrett. Das Platzangebot vorne ist mehr als ausreichend, hinten wird’s naturgemäß etwas knapper. Im Gepäckabteil findet sich reichlich Stauraum, die Rücksitzlehnen sind ruckzuck umgelegt.

Das straffe Fahrwerk spricht eher die sportlich orientierte Klientel an, federt aber dennoch die meisten Fahrbahnverwerfungen ab. Dank der direkten Lenkung lässt sich der XCeed zielgenau dirigieren und problemlos um enge Ecken zirkeln. Der im Testwagen verbaute 1,4-l-Turbobenziner war mit einem harmonisch schaltenden Doppelkuppler gekoppelt und zeigte sich als Freund guter Manieren. Zumindest was Laufkultur, Sprintvermögen und Höchstgeschwindigkeit angeht. Beim Verbrauch ist noch Luft nach unten.

Das gilt auch für den Preis. Zur Einführung hatte Kia eine betont sportliche und exklusive "Launch Edition" aufgelegt mit allem, was das Herz begehrt. Der XCeed schaut zurück und voraus, stoppt im Stau und fährt wieder an, warnt vor Frontunfällen, erkennt Verkehrszeichen und Querverkehr, ebenso Fußgänger und Radfahrer, hält die Spur, regelt die Geschwindigkeit und ist mit der Welt via Echtzeit-Informationsservice verbunden. Alles Serie. Da kennt die Liste der Optionen nur noch einen Posten: Metallic-Lack für die wirklich schöne Farbe Quantum Yellow.

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