16.07.2019 - 12:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

42 Jahre für den Naturschutz

Der Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile in der Oberpfalz ist unter neuer Führung. Gründungsvorsitzender Peter Hausbeck aus Tirschenreuth übergab die Leitung an Cäcilia Meier-Kastl aus Mantel.

Der alte und neue Vorstand: (von links) Professor Dr. Werner Schuler (Niedermurbach), Norbert Dirscherl (Wenzenbach-Grünthal), Robert Herles (Nabburg), Cäcilia Meier-Kastl (Mantel), Maria Schnitzler-Fehd (Ensdorf), Peter Hausbeck (Tirschenreuth), Bernhard Frank (Amberg) und Konrad Bierlmeier (Falkenstein).
von Bernhard KreuzerProfil

Cäcilia Meier-Kastl trägt damit die Verantwortung für fast 500 Hektar Naturschutzflächen. Peter Hausbeck hatte den Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile in der Oberpfalz (VSL) 1977 gegründet. Er war damals Amtsrichter in Kemnath, später Amtsgerichtsdirektor in Tirschenreuth. Für seine Arbeit erhielt er vor 19 Jahren das Bundesverdienstkreuz und im Januar 2016 von Bundespräsident Joachim Gauck eine Einladung zum Neujahrsempfang im Schloss Bellevue.

Viel persönliches Engagement hat Hausbeck in den 42 Jahren eingebracht. Er verkaufte Teile seiner Fossiliensammlung, um Flächen mit vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere für den VSL zu erwerben. Bei der Wahlversammlung in der Gaststätte Hauser in Holzhaus bei Schwandorf kündigte er an, sein Amt in jüngere Hände zu geben. Nicht, weil er nicht mehr wolle oder könne, sondern um einen gleitenden Übergang zu schaffen, betonte er. Im Hintergrund werde er aber weiter mitarbeiten.

Als seine Nachfolgerin schlug Hausbeck seine langjährige Mitstreiterin Cäcilia Meier-Kastl vor. "In allen wichtigen Dingen habe ich mit Cilli 30 Jahre lang bestens zusammengearbeitet." Er verwies dabei auf die von ihr verfassten umfangreichen Bestandsverzeichnisse und Dokumentationen.

Kurz skizzierte vor der Wahl Franz Kühn aus Tirschenreuth das überragende Lebenswerk Hausbecks, an dessen Seite Gattin Johanna stand. "Was er an Einsatz geleistet hat, sieht der Laie nicht." Ein minutenlanger Applaus folgte.

Zu den größten Projekten des VSL gehören das Kulzer und Prackendorfer Moos, der Scheuchenberg an der Donau, das Bärnauer Moor, die Grenzmühle im Steinwald, das Oberteicher und Bärnauer Moor. Auf die Frage, wer die mit Schwerpunkt auf die Landkreise Tirschenreuth und Schwandorf verteilten Flächen pflegt, verwies Hausbeck auf die gute Zusammenarbeit mit den Landschaftspflegeverbänden und dem Vertragsnaturschutz. "Es hat sich positiv entwickelt." Was ihn Sorge bereitet ist, dass kaum noch Flächen mit seltenen Pflanzen und Blumen angeboten werden und wenn, dann stehen die Preise in keinem Verhältnis mehr. Als Beispiel führte er die Preisvorstellung für eine Magerwiese an. Früher wurden dafür 80 Cent pro Quadratmeter verlangt. Die letzte Forderung lag bei 25 Euro.

Im Rückblick sprach Hausbeck seine Freude über die steigende Akzeptanz und Wertigkeit des Naturschutzes in der Gesellschaft aus. Vor allem bei der Jugend werde dies durch die schulische Bildung getragen. Aber auch die Öffentlichkeit sei zunehmend sensibilisiert. Allergien und Insektensterben seien zwei Gründe dafür. Hausbeck bat, kleine Flächen vor der eigenen Haustür als Trittsteine für den Naturschutz zu erhalten. Eine Absage erteilte er der Förderung industrieller Landwirtschaft. Subventionen seien auf kleinere und mittlere Betriebe umzulenken.

Einen Höhepunkt erreichte die Versammlung mit der einstimmigen Ernennung Hausbecks zum Ehrenvorsitzenden des VSL.

In die Fußstapfen von Peter Hausbeck tritt Cäcilia Meier-Kastl aus Mantel. 30 Jahre erledigte sie im Hintergrund umfangreiche Dokumentationsarbeit.
Sein Wissen und seine Erfahrung bleiben dem VSL erhalten. Gründungsvorsitzender Peter Hausbeck sorgt nach 42 Jahren für einen nahtlosen Übergang.
Hintergrund:

Die neue Führungsriege

Eine große Aufgabe sieht Cäcilia Meier-Kastl nach einstimmiger Wahl auf sich zukommen. An ihrer Seite steht Konrad Bierlmeier aus Falkenstein als zweiter Vorsitzender. Er ist Nachfolger von Norbert Dirscherl aus Wenzenbach-Grünthal. Schriftführer bleibt Robert Herles aus Nabburg, Kassenführer Bernhard Frank aus Amberg, der seit 1999 für die Geldgeschäfte verantwortlich zeichnet und über den bislang 2,5 Millionen Euro geflossen sind. Zum erweiterten Vorstand gehören Norbert Dirscherl und Maria Schnitzler-Fehd aus Ensdorf. Die Vereinsführung wird noch durch einen zu berufenden Beirat und Gebietsbetreuer ergänzt.

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