28.01.2020 - 15:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nach 55 Jahren: Letzte Walze der GRW-Reihe läuft bei Hamm vom Band

Einen besonderen Moment erlebte die Hamm AG aus Tirschenreuth am Dienstag. Die letzte Gummiradwalze der ursprünglichen Baureihe rollte aus der Montagehalle. Ziel ist Saudi-Arabien.

Andreas Reichel, der aktuelle Fachmann für die GRW, durfte das letzte bei Hamm gebaute Exemplar aus der Halle fahren.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Schon vor 55 Jahren hatte die Erfolgsgeschichte der außergewöhnlichen Maschine begonnen. Entwickler Hermann Feistenauer hatte dem Prototyp eine richtungsweisende Technik verpasst, mit Niveauregelung, Allradantrieb und Allradlenkung. Damit war die GRW für die steilen Böschungen des Main-Donau-Kanals genauso geeignet wie für die heißen Einsatzorte in Nahost oder die Höhenlagen in Peru.

Fast 7000 Stück

Nahezu unverändert wurde die GRW-Reihe bis heute produziert, fast 7000 Stück wurden in alle Welt geliefert. Begleitet von den Mitarbeitern, dem Konstrukteur und der Geschäftsführung rollte eine GRW 18 am Dienstag vom Montageband. Direkt dahinter folgte schon die moderne Ausführung der Gummiradwalze, die "Hamm Pneumatic".

Großer Abschied für einen Walzen-Star: 55 Jahre wurde die Gummiradwalze in ihrer markanten Form bei Hamm gebaut. Jetzt endete die Baureihe und begleitet von Mitarbeitern, den Konstrukteuren sowie den Vertretern der Geschäftsleitung rollte die letzte GRW vom Band. Ziel der Maschine ist Saudi-Arabien.

Mit der Gummiradwalze hat Hermann Feistenauer in den 60er Jahren für ein Erfolgsmodell im Haus gesorgt. 1965 folgte der erste Prototyp der Hamm-Gummiradwalze, die gegenüber den ähnlichen Modellen am Markt entscheidende Vorzüge aufweisen konnte, die Einsatzmöglichkeiten und vor allem die Sicherheit steigerte.

Sand und Schotter als Ballast

Am Dienstag rollte die letzte "alte" Gummiradwalze vom Band. Als "Nachrücker" folgte die moderne Version, die Hamm Pneumatic, die sich seit 2016 mit im Sortiment des Walzenherstellers findet.

Als GRW 25 rollte die Maschine erstmals vom Band, wurde dann in verschiedenen Typen angeboten. Dabei konnte der Kunde später selbst entscheiden, mit welchen Materialen er die "nackte" Maschine beladen wollte, etwa Sand oder Schotter. So war es im gewissen Rahmen möglich, selbst das Arbeitsgewicht der GRW zu bestimmen. Im Lauf der Jahre wurden Varianten mit bis zu 35 Tonnen gefertigt. Am Dienstag bildete eine GRW 18 den Abschluss der Baureihe. Mit 55 Produktionsjahren in der markanten Form dürfte die Maschine wohl einen "Fertigungs-Rekord" halten, ist sich Hamm-Marketing-Chef Gottfried Beer sicher.

Der frühere Konstrukteur, Diplom-Ingenieur Hermann Feistenauer (links), und Gerd Lenz, der viele Jahre für den Service verantwortlich war, durften beim Fertigungsende der ursprünglichen GRW-Baureihe mit dabei sein.

Zum Abschied waren nicht nur Mitarbeiter und Vertreter der Geschäftsleitung in die Montagehalle gekommen. Auch Konstrukteur Feistenauer und Gerd Lenz, der in den Anfangsjahren maßgeblich für den Service war, durften sich ins Spalier für die letzte GRW mit einreihen.

Mit dem Ende der Baureihe sind natürlich nicht die Tage der Gummiradwalze bei Hamm gezählt. Seit 2016 findet sich als moderner Nachfolge die "Hamm Pneumatic" im Programm - nicht weniger erfolgreich als der Urtyp.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.