17.03.2020 - 14:57 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Das Auf und Ab bei der Kreistagswahl

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Bei den Kommunalwahlen ist einiges möglich. Man hat auch von hinteren Plätzen die Chance auf ein Sitz im Kreistag. Ein guter Listenplatz ist im Gegenzug noch kein Garant für den Wahlsieg.

Hans Fick schafft bei der Liste Zukunft völlig unerwartet den Einzug in den Kreistag.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Einer der Gewinner der Kreistagswahl ist CSU-Mann Peter Gold aus Tirschenreuth. Er schaffte das Kunststück, vom letzten Platz der Liste (50) in den Kreistag einzuziehen. 28 Plätze machte er gut und ging auf Platz 22 durchs Ziel. Da Spitzenkandidat Roland Grillmeier als Landrat rausfällt, rutscht er damit gerade noch in das Gremium. Ein Aufsteiger und doch Verlierer der Wahl ist auch der zweite Nachrücker bei der CSU, Achim Nemsow. Für ihn ging es um 20 Plätze nach oben. Trotzdem wird er sein Kreistagsmandat verlieren. Er ist ab Mai nur noch „Kreisrat im Wartestand“. Nemsow teilt dieses Schicksal mit dem Tirschenreuther Huberth Rosner, der vom 20. Listenplatz 3 nach hinten gereicht wurde und erster Nachrücker ist. Enttäuschend endete die Kreistagswahl auch für Kreisrat Bernhard Söllner, der 14 Plätze verlor und trotz der guten Startnummer 11 nicht mehr drin ist.

Bei der SPD machte Martina Sötje 30 Plätze gut. Für sie reichte das aber ebenso wenig wie für Karl-Heinz Gleißner, der 29 Ränge nach vorn gewählt wurde, da die SPD nur noch 7 Kreisräte stellt. Für Isgard Forschepipe ging es 21 Plätze bis auf Rang 34 nach hinten. Der Ebnather Noch-Bürgermeister Manfred Kratzer verlor 17 Plätze und hatte ebenfalls mit der Sitzvergabe nichts zu tun. Selbst Landratskandidat Thomas Döhler verlor 6 Sitze und musste bis zuletzt um seinen Einzug bangen. Knapp verpasst hat den Gottfried Beer, der 7 Plätze nach vorne gewählt wurde und nun erster Nachrücker der Sozis ist.

Bei den Freien Wählern machte Ernst Bayer den größten Sprung. Er kletterte 19 Ränge nach oben. 17 Plätze machte Stefan Siller gut, Klaus Behnke 16 Ränge. Mit dem Einzug in den Kreistag hatten diese Kandidaten alle nichts zu tun, da die Freien Wähler nur 11 Sitze erobern konnten. Einen holte die Kemnatherin Petra Schuster, die sich von Rang 17 um 11 Plätze verbesserte. Ebenso wie der Leonberger Bürgermeister Johann Burger, der 7 Ränge gut machte und nun auf Rang 9 liegt. Genau anders herum ging die Wahl für Bernhard Thoma aus, der Platz 8 hatte, 11 Ränge verlor und ohne Mandat bleibt.

Was möglich ist, zeigte der Mitterteicher Fahrlehrer und Busunternehmer Hans Fick bei der Liste Zukunft. Er machte 30 Plätze gut und eroberte einen der 5 Sitze. Überhaupt gab es auf dieser CSU-nahen Liste viele große Sprünge, so von Franziska Heindl (+34), Maximillian Mehler (+32) und Toni Schinner (+29). Für Adrian Käß ging es in die andere Richtung (-27). Erste Nachrückerin der Liste ist Katja Bloßfeldt, die Rang 6 halten konnte.

So große Sprünge waren bei der ÖDP nicht möglich, da die Partei nur 15 Kandidaten hatte. Erhard Siller machte hier den weitesten Satz – leider nach hinten. Er fiel vom 5. auf den 11. Rang zurück. Das gleiche gilt für die FDP, die 18 Bewerber ins Rennen geschickt hatte. Hier ist bemerkenswert, dass der auf Platz 2 gestartete Reinhard Heinrich bis auf Platz 9 durchgereicht wurde.

Bei den Grünen ist der große Verlierer der Wahl Kreisvorsitzender Fabian Neuser aus Neusorg, der von Platz 2 auf Platz 12 nach hinten gewählt wurde und den Einzug verpasst hat. Die meisten Plätze gutgemacht hat Florian Hage (+27).

Insgesamt wird der Kreistag ein klein wenig weiblicher. Trotz der Verkleinerung von 60 auf 50 Sitze steigt die Zahl der Kreisrätinnen von 12 auf 13 an. Vor allem wegen der Grünen, die einen Frauenanteil von 75 Prozent haben.

Peter Gold rollt das Feld von hinten auf ist bald Kreisrat. Von Platz 50 der CSU-Liste wurde er nach vorne gewählt und zieht nun für Roland Grillmeier, der sein Kreistagsmandat als Landrat nicht antreten wird, in den Kreistag ein.
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