20.08.2019 - 11:35 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Acht neue Wanderwege

Das Felsenlabyrinth mit Teufelsküche tief im Wald bei Tirschenreuth ist ein beliebtes Wanderziel der Region - und dank der neuen Wanderkarte nun auch wieder leicht zu finden.

Tourist-Inf-Leiter Ludwig Bundscherer, Rudi Ehstand und Bürgermeister Franz Stahl stellen die neue Tirschenreuther Wanderkarte vor.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Nach zwei Jahren Planung wurden die Wander-Highlights rund um Tirschenreuth neu ausgeschildert. Die Stadt Tirschenreuth setzte mit Tourist-Info und Wanderexperte Rudi Ehstand das gemeinsame Beschilderungsprojekt der Ikom Stiftland als erstes um. Zusätzlich entstand eine neue Wanderkarte mit acht Routen rund um die Kreisstadt.

Seit vielen Jahren engagiert sich der Tirschenreuther Rudi Ehstand sowohl bei Stadt und Landkreis ehrenamtlich für die Rad- und Wanderwege. "Er ist der Planer und Macher hinter der Umsetzung der neuen Wanderkarte für Tirschenreuth", lobt Ludwig Bundscherer, Leiter der Tourist-Info. "Er ist unendliche Stunden durch die Tirschenreuther Wälder gepirscht. In vielen Arbeitsstunden ließ er die neuen Wanderwege erst digital, dann real entstehen. Eine externe Firma montierte 80 Pfosten, 185 Wegweiser und 480 Pfeile auf den insgesamt acht Touren. "Wir haben ein sehr gutes Wegenetz geschaffen", freut sich der erfahrende Wander- und Radwegexperte.

Einheitliches System

"Zusammen mit der Ikom Stiftland haben wir unser Wandersystem im Landkreis enorm erweitert", weiß Bürgermeister Franz Stahl. Das einheitliche System biete Orientierung und führe zu allen Sehenswürdigkeiten. Die Ikom förderte den Ausbau des Wegenetz mit einem Zuschuss von 70 Prozent. Die Wanderkarte entstand auf Initiative der Stadt. Mithilfe der neuen Schilder und dem Faltplan sollen sich nicht nur Profis zurechtfinden sondern auch Touristen und Familien. Die Wege sind als Spazierwege angelegt. "Niemand geht heute mehr als 20 Kilometer, außer Spezialisten", ergänzt Ehstand. Zudem gebe es themenbezogene Touren, wie etwa die Teufelsküche, Kapellen und Opfersteine, Panoramatour oder Planetenweg. Auch barrierefreie und kinderwagenfreundliche Wanderungen sind extra vermerkt. Die längste Tour erstreckt sich über 9,2 Kilometer, die kürzeste ist 3,9 Kilometer lang. Die Tirschenreuther Touren sind von 1 bis 8 durchnummeriert. Die Fernwanderwege, wie etwa der Oberpflazweg, behalten ihre Farbmarkierungen.

Witterungsbeständige Schilder aus Alu-Dibond ersetzen morsche Holzpfosten. Die Tafeln sind in deutsch und tschechisch beschriftet. Die Wanderkarte dazu gibt es derzeit nur in deutsch. "Es wäre eine Überlegung die Karte auch in tschechisch anzubieten", sagt der Leiter der Tourist-Info. Der Faltplan ist so gestaltet, dass Feld- und Waldwege zu erkennen sind, um jedem Naturliebhaber eine individuelle Streckenplanung zu ermöglichen.

Höhenweg saniert

Besonders der Aufstieg zum Höhenweg an der kleinen Teufelsküche brauchte mit einer Generalsanierung besonders viel Pflege. "Hier gilt vor allem Stadtförster Stefan Gradl Dank, der den Weg in Schuss gebracht hat", loben Bundscherer und Stahl. Einziger Wermutstropfen: Die geplante Brücke über einen Entwässerungsgraben auf dem Weg zur Teufelsküche konnte trotz intensiver Gesprächsbemühungen der Stadt noch nicht realisiert werden. Stahl zeigt sich zuversichtlich: "Das kriegen wir noch hin."

Um die acht Tirschenreuther Touren kümmern sich 18 Wanderpaten. "Sie sind Feuer und Flamme", betont Rudi Ehstand. Seit einem ersten Treffen im Spätsommer 2018 warten die Paten auf ihren Einsatz. Bundscherer und Ehstand sind überwältigt vom Zuspruch zu dem Projekt. "Wir haben gar nicht so viele Wege wie Paten." Einige Wanderpaten kümmern sich im Team um eine Tour. Die Ehrenamtlichen gehen ihre zugeteilte Route mehrmals jährlich ab, bessern Kleinigkeiten aus oder melden der Stadt größere Schäden. Für diese Reparaturen springt dann der Bauhof ein. "Ohne die Wanderpaten könnten wir die Wege nicht unterhalten", betont Ehstand. Der OWV betreute die Touren über Dekaden hinweg mit viel Herzblut. Altersbedingt gibt der Verein die Tätigkeit nun einvernehmlich an die Stadt ab.

Insgesamt ließ die Stadt 10 000 neue Wanderkarten drucken, die kostenlos in der Tourist-Info ausgeteilt werden. Auch bei den Nachbarkommunen soll die neue Tirschenreuther Wanderkarte erhältlich sein. Als nächste Aktion nehmen sich die Verantwortlichen die Übersichtskarten an den Wanderparkplätzen vor, die an das neue Ausschilderungssystem angepasst werden.

"Picknick-Kerwal":

Das geplante Angebot "Picknick-Kerwal" ist "halb startklar", informiert Bundscherer. Weil es an den Wanderwegen kein Wirtshaus oder die Möglichkeit zur Einkehr gibt - außer in der Kreisstadt selbst - bietet die Tourist-Info mit der Stadtbäckerei Maschauer als Partner einen Picknickkorb an. Diesen können sich Wanderer in drei Varianten an drei Stationen liefern lassen - den Rothenbürger Weiher, Wolfenstein und bei der Heusterzbrücke. "Uns fehlen noch die Holzboxen, in denen der Picknick-Korb für die Wanderer bereitgestellt wird", sagt Bundscherer. Zum Start der Freiluftsaison, ab Frühjahr 2020, soll das "Picknick-Kerwal" dann aber angeboten werden können.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.