27.02.2019 - 14:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ärger wegen Gelber Säcke

Die Gelben Säcke sind für manche Rathauschefs im Landkreis Tirschenreuth offenbar ein rotes Tuch. Das wird in der Dienstversammlung der Bürgermeister deutlich.

Mittlerweile gibt es in allen Rathäusern im Landkreis wieder Gelbe Säcke.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Wir sind immer die Buhmänner in der Bevölkerung, wenn die Verteilung des Gelben Sacks nicht funktioniert", reißt bei Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl der Geduldsfaden. Vor Kurzem habe seine Stadt vier Wochen auf eine neue Lieferung der Gelben Säcke durch die Firma Magnitz warten müssen. Er fordert daher, mit dem Entsorger Kontakt aufzunehmen.

"Ich finde, die Firma ist für die Verteilung verantwortlich und nicht die Kommunen. Wir als Gemeinde bieten nur eine Serviceleistung für unsere Bürger an", führt Nickl aus. Dem stimmt auch seine Waldershofer Kollegin Friederike Sonnemann zu: "Es kann nicht Job der Rathäuser sein, die Säcke zu verteilen."

Zudem monieren einige Bürgermeister, dass die Qualität der Gelben Säcke immer schlechter werde. Oft müsse man über einen Sack noch einen oder zwei weitere stülpen, um die Löcher zu stopfen.

Landrat Wolfgang Lippert macht darauf aufmerksam, dass die Beutel auch oft fremd verwendet würden. Aber er wolle sich jetzt auch nicht zum Verteidiger des Unternehmens aufschwingen. Lippert schlägt vor, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft zu setzen. Dort sollte auch der Verteilschlüssel der Säcke angesprochen werden.

Die Firma Magnitz verweist auf NT-Nachfrage darauf, dass es im Januar und Februar Engpässe bei den Gelben Säcken gab. "Sie sind uns ausgegangen. Das war mir wirklich sehr peinlich und zuwider. Dafür kann ich mich nur entschuldigen", erklärt Prokuristin Brigitte Magnitz. Allerdings sei der Fehler nicht bei ihrem Unternehmen gelegen.

Die Vergabe zur Entsorgung der Gelben Säcke ist immer für drei Jahre ausgeschrieben. Im Oktober 2018 hatte Magnitz den Zuschlag für die Jahre 2019 bis 2021 erhalten. "Ich habe schon am 24. Juli 2018 die Säcke bestellt, mit der Option sie zurückzugeben", schlägt die Prokuristin in ihren Unterlagen nach. Die Lieferung war für die zweite Kalenderwoche 2019 terminiert. Letztendlich kamen die Säcke aber erst am 12. Februar an.

"Ich habe alle Gemeinden über den Sachstand per E-Mail informiert." Es habe sich auch keine Kommune bei ihr beschwert. Allerdings hätten ein paar Bürger angerufen, dass sie keine Beutel mehr haben. Zu den oft geäußerten Vorwurf, dass die Gelben Säcke zu dünn seien, äußert sich Magnitz auch. Momentan beziehe der Tirschenreuther Entsorger die Ware von einer deutschen Firma. Die Materialstärke und Zugfestigkeit gibt das Duale System genau vor. Denn bei der späteren Sortierung laufen die Beutel über ein Fließband mit Reißmessern und falls die Säcke zu dick seien, würden sie nicht "geöffnet".

Obwohl nicht erlaubt, würden die Gelben Säcke oft fremd verwendet. In Altkleidercontainer der Firma Magnitz seien beispielsweise im Schnitt Zweidrittel der Beutel Gelbe Säcke. "Die Altkleider halten sie offenbar auch aus", so die Prokuristin.

Im Blickpunkt:

Grenzüberschreitender Rettungsdienst

Es ist ein Meilenstein für den grenzüberschreitenden Rettungsdienst: Der Bezirk Pilsen gestattet Patiententransporte auf bayerisches Gebiet. Darauf machte Waldsassens zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer in der Bürgermeister-Dienstversammlung aufmerksam. Allerdings gebe es noch keine entsprechende Vereinbarung mit dem Bezirk Karlsbad zu dem auch Eger gehört. Am Grenzübergang Waldsassen-Eger gebe es pro Jahr rund 200 „Übergaben“ von Patienten. „Diesen Umstand sollten wir beheben“, forderte Hoyer. Dem stimmte auch Landrat Wolfgang Lippert zu: „Absolut d’accord. Da müssen wir uns an das Innenministerium wenden.“

Manuel Dörfler; Mitarbeiter im Bürgerbüro Tirschenreuth, füllt die Gelben Säcke auf.
Die Gelben Säcke im Landkreis Tirschenreuth entsorgt die Firma Magnitz.

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