Tirschenreuth
16.04.2026 - 15:40 Uhr

Äußere Regensburger Straße wegen Durchforstung auf Schmelitzhöhe kurzzeitig einspurig

Wegen Holzfällarbeiten im Bereich der Schmelitzhöhe bei Tirschenreuth war die Äußere Regensburger Straße am Dienstagvormittag kurzzeitig nur einspurig befahrbar. Was gemacht wurde und wann die Arbeiten abgeschlossen sind.

Einige Berufspendlerinnen und Berufspendler dürften am Dienstagvormittag von einer Ampel auf der Äußeren Regensburger Straße im Bereich der Schmelitzhöhe überrascht gewesen sein. Auch der dortige kleine Parkplatz war gesperrt. Grund dafür war eine „reguläre forstwirtschaftliche Maßnahme“ auf dem angrenzenden Waldstück der Stadt Tirschenreuth, wie Stadtförster Stefan Gradl auf Anfrage von Oberpfalz-Medien erklärt. Es wurde „eine Durchforstung durchgeführt, die den Zweck hat, den Waldbestand mittel- und langfristig zu verbessern“, erläutert Gradl weiter. Zur Absicherung musste die B15 einspurig gesperrt und der Verkehr über einen kurzzeitigen Ampelbetrieb geregelt werden, wie Benjamin Frummet vom Maschinenring bestätigt.

Gradl erklärt eine Durchforstung so: „Konkret habe ich dazu in regelmäßigen Abständen von circa zehn Metern die ‚besten‘ Bäume gesucht. Das sind möglichst zukunftsfähige Bäume, von denen man sich verspricht, dass sie noch lange gesund und stabil bleiben, während sie Lebensraum für Tiere bieten und für folgende Generationen wertvolles Holz produzieren. Die Auswahl und Markierung dieser Bäume ist klassische Försterarbeit. Im Bestand an der Schmelitzhöhe sind das beispielsweise Ahorne, Eichen, Vogelkirschen und Linden.“ Anschließend erhielten diese Bäume mehr Platz, indem Gehölze um sie herum im Sinne einer „Positiv-Auslese“ gefällt wurden. Die Gewächse, die weichen mussten, waren im vorliegenden Fall laut Gradl hauptsächlich Zitterpappeln. Für die Maßnahme wurden sogenannte „Rückegassen“ angelegt, die für die Zukunft verbleiben und wieder genutzt werden können. „Dies sind circa drei Meter breite Streifen, auf denen sich die Maschinen bewegen“, ergänzt der Stadtförster. So können die Schäden für den Wald möglichst gering gehalten werden.

Vogelbrutzeit schützt Bäume

Das geerntete Holz, das momentan noch auf dem Parkplatz lagert, wird zu Hackschnitzeln verarbeitet. „Im Normalfall ist das anders: Ziel ist natürlich die möglichst hochwertige Verwendung von geerntetem Holz als Bauholz. Pappelholz eignet sich dafür allerdings nicht“, erklärt der staatlich geprüfte Forstingenieur. Der Parkplatz wird voraussichtlich am Donnerstagabend, wenn die Arbeiten abgeschlossen und Säuberungsmaßnahmen erledigt sind, wieder freigegeben.

Außerhalb von Waldstücken ist es aufgrund der Vogelbrutzeit übrigens von Anfang März bis Ende September verboten, Bäume komplett zu fällen, insofern von den Bäumen keine Gefahr ausgeht oder ähnlich triftige Gründe vorliegen. „Im Wald gilt diese Regelung nicht, weil sie praktisch nicht einzuhalten ist. [...] Es obliegt dem forstlichen Personal, mit der nötigen Aufmerksamkeit dafür zu sorgen, dass Vogel-Brutbäume, Fledermaus-Quartiere und ähnlich wertvolle Habitate geschont bleiben", teilt Gradl auf Anfrage mit. Im vorliegenden Fall bei der Schmelitzhöhe wurde diese Aufgabe erfolgreich erfüllt. So berichtet Gradl weiter: „Bei der Hiebsvorbereitung an der Schmelitzhöhe habe ich tatsächlich schöne Habitatbäume gefunden. Sie haben etliche Spechtlöcher und Spalten; solche Quartiere sind selten unbewohnt und werden gerne von einer Vielzahl an Tierarten bewohnt, darunter Vögeln, Fledermäusen und anderen Säugetieren oder auch Insekten wie Hornissen." Obwohl die Bäume morsch sind, wurden sie erhalten, weil sie nicht in der Nähe von Wegen stehen und damit die Verkehrssicherheit nicht gefährden.

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