04.01.2021 - 14:23 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Aktion Solidarität: Der Hunger ist noch immer groß

Corona bedroht Leben und Existenzen. In Afrika um so mehr. Deshalb bittet die Aktion Solidarität weiter um Spenden.

In Gikonko unterstützt Dr. Uta Elisabeth Düll ihre Patienten auch mit Lebensmitteln. In einem Schreiben dankt sie für die treue Hilfe durch die Aktion Solidarität und die Spender aus Nordbayern.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Das ganze Jahr über sammeln die Mitglieder der Aktion Solidarität Spenden für Bedürftige in Afrika. Jeweils in der Weihnachtszeit richten die Empfänger der verschiedenen Hilfspakete nicht nur einen Weihnachtsgruß an die Spender in Nordbayern. Pater Danko Litric und Dr. Uta Elisabeth Düll geben auch Einblicke in die Arbeit in den Einrichtungen, die durch die Aktion Solidarität unterstützt werden. Und in diesem Corona-Jahr fallen ihre Schreiben besonders dramatisch aus. Schließlich machte das Virus auch vor den Hütten der Menschen in Afrika nicht halt. Doch neben den gesundheitlichen Gefahren bedroht auch der Verlust der Arbeit die Existenz von vielen Familien. Soziale Absicherungen, wie wir sie kennen, stehen den einfachen Menschen in Afrika nicht zur Verfügung.

Für Ernährung der Ärmsten

Und Corona hat in diesem Sommer die Lage der Menschen gerade in Ruanda dramatisch verschlechtert. In Briefen hatten der Pfarrer und die Medizinerin auf die Hungersnot in Ruanda aufmerksam gemacht. Mit großzügigen Spenden und finanzieller Hilfe konnte hier wichtige Unterstützung erreicht werden. Dafür dankte auch der Vorstand der Aktion Solidarität. Doch wenden sie sich in diesen Tagen erneut an die Helfer, da immer noch eine große Hungersnot wegen der Pandemie herrscht. "Wir werden die Spendengelder solange wie notwendig zur Ernährung der Ärmsten verwenden", versichert die Führungsmannschaft der Aktion Solidarität.

Die Menschen in Ruanda sind weiter dringend auf Hilfe angewiesen

Neue Wirkungsstätte in Rango

In seinem Weihnachtsgruß schreibt Pater Danko von seiner neuen Wirkungsstätte in Rango/Butare in Ruanda. "Hier war ich schon von 1995 bis 2001 nach dem schrecklichen Krieg und habe damals allerhand erlebt, auch einen Überfall." Damals sei es gelungen, eine Berufsschule aufzubauen, die schon in dieser Zeit die Unterstützung der Aktion Solidarität erhalten habe. "Diese Schule funktioniert noch immer gut", schreibt der Pater, auch dank der Arbeit der jungen afrikanischen Mitbrüder. Im November habe der Unterricht unter strengen Auflagen wieder begonnen.

Auch an neuer Wirkungsstätte bleibt Danko Anlaufstelle für Hilferufe aus Kigali, Muhazi und anderen Orten. Und die Nachrichten seien alle gleich. Zwar würden die Schulen öffnen, aber viele könnten das Schulgeld nicht bezahlen. "Andere haben nichts zu essen und sind hungrig, weil sie nicht arbeiten können", beschreibt Danko seine Eindrücke aus der alten und neuen Mission Rango. "Wie oft in unserem Leben, gleichgültig wo wir leben, mischt sich Schönes mit Traurigem."

Seit 40 Jahren in Afrika

In seinem Schreiben dankt der Salesianer allen Spendern für die Unterstützung. Mit Hilfe der einheimischen Schwestern, der "Freundinnen der Armen", habe man vielen Familien in Kigali und Muhazi mit Lebensmitteln helfen können. "Aber der Hunger ist noch immer groß", weiß Danko nicht nur aus Rango. Durch den Kontakt zu den Schwestern wird der Geistliche den Kontakt zur Schule in Muhazi aufrecht erhalten. Die Schwestern werden sich als seine "verlängerten Arme" um Schulgeld und Schulspeisung sowie um Kinder, Kranke, Alte und die Ärmsten kümmern. "Mit Gottes Hilfe wird es weitergehen", schreibt Danko. Und im 40. Jahr seines Aufenthaltes hofft der Pater natürlich weiter auf die Hilfe aus Nordbayern.

Viele kleine Jobs weggefallen

Die Folgen von Corona kennt auch Dr. Uta Elisabeth Düll, die an dem von ihr gegründeten Krankenhaus in Gikonko wirkt. Fast 30 Jahre schon leistet sie hier wertvolle medizinische Arbeit, dazu kommt ihr Engagement bei der Lebensmittelverteilung oder den Ernährungshilfen für Kinder. Zudem fördert sie den Hausbau der Menschen in der Region. Durch die Pandemie seien vor allem die vielen kleinen Jobs weggefallen. Gerade die älteren Menschen litten an Hunger. "Nach Ankunft des Containers haben wir gleich, dank ihrer Nähmaschinen und diverser Stoffe und Zubehör, mit dem Nähen von Masken begonnen", schreibt die Ärztin. In den Weihnachtstagen habe man allen Patienten einen Sack Reis oder Bohnen mit nach Hause gegeben, denn die Armut habe sich in der Krisensituation noch verstärkt. "200 Arme, vor allem ältere Menschen, haben wir schon auf unserer Sozialliste, die seit März regelmäßig versorgt werden. Auch dazu hat Ihre spontane Hilfe beigetragen, Vergelt's Gott", schreibt Dr. Düll.

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Tirschenreuth

Ihre Hügeltouren zu den Kranken, die ihr sehr am Herzen liegen, musste die Ärztin weitgehend alleine unternehmen. "Aber nur zu Fuß auf den staubigen Wegen lernt man die Menschen, ihre Sorgen und Nöte, die Realität richtig kennen", schreibt Dr. Düll. Im Krankenhaus gehe der Betrieb wie gewohnt vonstatten. "Ganz herzlich danken wir Ihnen für die treue Unterstützung mit nützlichen Materialien und finanzieller Unterstützung für unseren Armenfonds", berichtet die Ärztin. Und sie hofft, dass nach Covid doch einiges anders weiter gehen wird: "Bewusster, überlegter, verantwortungsvoller mit der Welt, der Natur, unseren Menschen ..."

Tatkräftige Helferinnen verloren

In ihrem alljährlichen Schreiben an die Mitglieder bedauert die Vorstandschaft auch den Verlust von Cäcilia Enders und Auguste Finnie. Mit ihnen hat die Aktion Solidarität zwei tatkräftige Helferinnen verloren.

Service:

Spendenkonto

Die Unterstützung der bedürftigen Menschen nicht nur in Afrika bleibt der Aktion Solidarität ein wichtiges Anliegen. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage verschlechtert. Deshalb wird erneut um finanzielle Unterstützung gebeten. Spenden können auf das Konto das Aktion Solidarität einbezahlt werden: Sparkasse Oberpfalz Nord, IBAN DE67 7535 0000 0008 8286 67, BIC BYLADEM1WEN.

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