11.02.2019 - 16:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Den Anschluss nicht verpassen

Der Ortsverband der Grünen in Tirschenreuth blickte in der Jahreshauptversammlung nicht nur auf ein erfolgreiches Wahljahr zurück.

Bei der Jahresversammlung der Grünen wurde auch die Führung des Ortsverbandes gewählt (von links): Beisitzer Stephan Gleißner, Landtagsabgeordnete Anna Toman, Vorsitzender Konrad Schedl, zweiter Vorsitzender Franz Heinrich und Beisitzerin Gudrun Müller.
von Redaktion ONETZProfil

"Im vergangenen Jahr hat sich für die Grünen viel geändert," eröffnete der Vorsitzende des Ortsverbands, Konrad Schedl, die Jahreshauptversammlung. Nicht zuletzt wegen der Wahl von Anna Toman sei das Medieninteresse und damit die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit deutlich gestiegen.

Schedl, selbst Mitglied im Tirschenreuther Stadtrat, berichtete zu Beginn der Jahreshauptversammlung von der Arbeit im Gremium. Hier würden die meisten Entscheidungen einvernehmlich getroffen. Als Beispiel führte er auch die Elektromobilität an. Hatten sich die Grünen vor fünf Jahren noch als Einzige mit dem Thema beschäftigt, sei die Stadt heute mit dabei: mit der Anschaffung von Elektrofahrzeugen für die Stadtwerke oder dem neuen "elektrischen Tursolino". Auch die Ladesäulen in Tirschenreuth seien ohne explizite Forderungen der Grünen angeschafft worden, freute sich Schedl.

Energieberater

Im Hinblick auf erneuerbare Energieerzeugung gilt es in Deutschland laut Schedl allerdings nicht den Anschluss an die restliche Welt zu verlieren. Speziell in der Tirschenreuther Region sei die WELT (Windenergie Landkreis Tirschenreuth) eine hoffnungsvolle Einrichtung gewesen. Aktuell würde diese Organisation eher "auf Eis" liegen. Laut Grünen-Landtagsabgeordneter Anna Toman sollen in Zukunft Energieberater in den einzelnen Landkreisen eingesetzt werden. Derzeit gebe es keine zentrale Anlaufstelle für Fragen, wo und wie viele Windräder oder Biogasanlagen gebaut werden können. Bei der Versammlung in Tirschenreuth schilderte Anna Toman ihre ersten Eindrücke von der Arbeit im Landtag. Als Erfolg bewertete sie etwa den Verlauf des Volksbegehrens für die Artenvielfalt. Nach nur einer Woche seien 700 000 von 950 000 benötigten Unterschriften gesammelt gewesen. Noch bis Mittwoch um 20 Uhr könnten auch im Tirschenreuther Rathaus Unterschriften abgegeben werden.

Schedl bestätigt

Im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung stand die Wahl des Ortsvorstands auf dem Programm. An der Spitze wurde Konrad Schedl in seinem Amt bestätigt. Seine bisherige Stellvertreterin Gudrun Müller wollte ihren Posten nicht weiter ausüben, und auch die anderen anwesenden Frauen wollten nicht kandidieren. So wurde Franz Heinrich zum neuen Stellvertreter gewählt. Anne Droste wurde für das Amt der Schriftführerin bestimmt. Als Beisitzende wurden Gudrun Müller und Stephan Gleißner gewählt.

Außerdem wurden für das nächste Jahr wieder vermehrt Betriebsbesichtigungen bei regionalen Unternehmen beschlossen. Dadurch sollen die Ziele der Unternehmen mit der Politik verbunden und auf Befürchtungen der Betriebe eingegangen werden. Als mögliches Ziel wurde König-Otto-Bad ausgewählt. Natürlich kann jeder interessierte Bürger an den Ausflügen teilnehmen. Am Schluss gab Anna Toman einen genaueren Einblick in das Volksbegehren Artenvielfalt, welches bis 2030 eine Verdreifachung des Ökolandbaus auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche vorsieht. "Gerade die kleinen bäuerlichen Betriebe sollen gefördert werden", beschrieb Toman die Absicht des Volksbegehrens.

Jeder ist gefordert

Die Zeit für ein solches Gesetz sei längst reif, wie jeder an der schwindenden Zahl an Schmetterlingen, Bienen oder Igeln im Garten merken könne. So könne auch jeder bei sich selbst anfangen, um die Artenvielfalt zu schützen. Nicht so oft Rasen mähen, am Besten keinen Mähroboter einsetzen und keine Pestizide verwenden würde da oft schon helfen.

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