17.02.2021 - 15:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Appell bei Monatswallfahrt in Tirschenreuth: Die Verbindung zu Gott erhalten

Dekan Dr. Thomas Vogl predigt bei 406. Wallfahrt zur Lieben Frau von Tirschenreuth

Gut besucht war die 406. Monatswallfahrt für die Kirche am Monatsdreizehnten in der Stadtpfarrkirche.
von Konrad RosnerProfil

Dass Waldsassens Stadtpfarrer und Dekan Thomas Vogl ein begnadeter Prediger ist, bewies er bei der 406. Wallfahrt am Monatsdreizehnten in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Mit den Worten "es hat uns kalt erwischt" meinte er nicht die aktuelle Kältewelle, sondern vielmehr die grassierende Corona-Pandemie, die das Leben vor Ort und der ganzen Welt bestimme.

"Dabei haben wir gedacht, dass wir alles wissen und können", so der Geistliche. Die Pandemie dauere nun schon fast ein Jahr. Vogl: "Abstand halten ist immer noch das Beste solange wir nicht geimpft sind." Musikalisch und gesanglich wurde der Gottesdienst von Kornelia Cichon, Simon und Joseph Mehler sowie von Andrea Keller (Trompete) umrahmt.

Zu Beginn des Wallfahrtsgottesdienstes freute sich Stadtpfarrer und Regionaldekan Georg Flierl darüber, dass Vogl mal wieder als Wallfahrtsanführer nach Tirschenreuth gekommen sei. Der Stadtpfarrer verwies darauf, dass bei vielen aufgrund der aktuellen Lage die Nerven blank liegen, doch es gelte, durchzuhalten. Weiter bat er, in das Gebetsanliegen vor allem die Kranken und die Sterbenden mit einzubinden, die oftmals alleine sein müssten. Dass man Sterbende nicht besuchen dürfe, mache den Angehörigen sehr zu schaffen.

In seiner Predigt betonte Pfarrer Vogl, dass Jesus eine neue Beziehung zu Gott schaffe. Diese Verbindung bleibe, der Mensch müsse sich nicht fern von Gott fühlen. Es wäre das Schlimmste, das uns passieren könnte, dass durch das Abstand halten das Mitleid verloren gehen würde. Deshalb bräuchten wir das Bekenntnis des Glaubens. Leider sei es aber so, wenn Menschen ans Werk gingen, schleichen sich doch wieder die alten Muster ein. Kritisch sagte er aber auch, dass die Kirche es den Menschen leider oftmals schwer gemacht und Abstand zu Gott geschaffen habe. Man habe es den Menschen oft schwerer als leichter gemacht, den Weg zu Gott zu finden. Vielleicht liege darin auch der Grund, dass die Menschen zu Maria kommen, "denn sie ist eine von uns", die als Mutter ihre Pflicht erfüllt habe, die den Abstand von Mensch zu Gott überwunden habe. Dies tue den Menschen gut, deshalb gebe es auch so viele Marienwallfahrten, so wie auch hier in Tirschenreuth. Maria helfe den Menschen, die immer wieder aufs Neue die Nähe zu Gott suchten. Gott berühre uns auf andere Weise, "es ist heilend in unserer Mitte".

Bei der 405. Wallfahrt übernahm Stadtpfarrer Georg Flierl das Amt des Predigers

Tirschenreuth

"Es hat uns kalt erwischt, wir mühen und wundern uns, wie lange wir brauchen, damit alles in die richtige Spur kommt." Auch wenn wir äußerlich Abstand halten müssten, so seien wir doch innerlich im Gebet und im Glauben verbunden. Pfarrer Vogl: "Wir müssen auf dem Weg bleiben, wir müssen geduldig bleiben und uns gegenseitig stärken." Deshalb kämen wir auch zur Gottesmutter, "sie ist unsere Fürsprecherin bei Gott. Wir glauben, dass sie uns hilft!"

Wie sagte am Ende des Gottesdienstes Stadtpfarrer Georg Flierl: "Ja, es hat und kalt erwischt, aber diese Predigt machte uns warm ums Herz."

Wallfahrtsanführer der 406. Wallfahrt war Waldsassens Stadtpfarrer und Dekan Dr. Thomas Vogl. Links neben ihm Tirschenreuths Stadtpfarrer und Regionaldekan Georg Flierl, rechts Kaplan Daniel Fenk.
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