15.04.2020 - 15:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wie arbeitet das Landratsamt Tirschenreuth in Krisenzeiten?

Im Landratsamt Tirschenreuth laufen alle Fäden für die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Landkreis zusammen. Dabei gibt es vier Hauptpfeiler.

Der Krisenstab im Landratsamt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Rund 100 Mitarbeiter des Landratsamts sind momentan mit dem Thema Katastrophenschutz (Coronakrise) beschäftigt. Pressesprecher Wolfgang Fenzl gibt einen kurzen Einblick in die Arbeitsstrukturen:

1. Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK)

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz leitet Regierungsdirektorin Regina Kestel. Die FüGK ist gegliedert in Arbeitsbereiche bzw. Stäbe. Darin vertreten sind etwa 25 Mitarbeiter des Landratsamts. Die Führungsgruppe arbeitet im Schichtbetrieb und ist sieben Tage die Woche besetzt. Mindestens zweimal täglich kommt das Gremium zur Lagebesprechung zusammen.

Folgende Aufgaben hat die Gruppe: Abarbeitung der Katastrophe „Coronavirus“, Verschaffen eines Überblicks über die Lage im Landkreis, Unterstützen des Gesundheitsamtes bei der Durchführung der Tests und Ermittlung der Kontaktpersonen, Abarbeiten von Arbeitsaufträgen aus dem Krisenstab, Beschaffen und Verteilen von Schutzartikeln (beispielsweise Schutzmasken), Gewinnen von medizinischem Personal und ehrenamtlichen Helfern, Vorbereiten von Maßnahmen/Lösungen für mögliche Versorgungsengpässe in den Kliniken, Vorbereiten von Maßnahmen/Lösungen für mögliche zukünftig eintretende Szenarien, Koordinierung der „Ausgangssperre Mitterteich“.

Unterstützung für die Führungsgruppe gibt es durch die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL), der Kreisbrandrat Andreas Wührl vorsteht und die mit Mitgliedern der Feuerwehr besetzt ist. Untergebracht ist die ÖEL in der Kreiseinsatzzentrale im Feuerwehrhaus in Wiesau.

Die Führungsgruppe (FüGK) hat mit Ausrufung des Katastrophenfalles durch Ministerpräsidenten Markus Söder am Montag, 16. März, ihre Tätigkeit aufgenommen. Schon vorher gab es seit Anfang März im Landratsamt ein Arbeitsgruppe, die ähnlich besetzt war.

2. Krisenstab Katastrophenschutz

Der Krisenstab Katastrophenschutz kommt in der Regel täglich mit der Führungsgruppe (FüGK) zusammen, auch an den Wochenenden. Die Leitung liegt bei Landrat Wolfgang Lippert und die Federführung bei Regierungsdirektorin Regina Kestel. Dabei sind: Örtliche Einsatzleitung, Gesundheitsamt, die drei Polizeiinspektionen Tirschenreuth, Waldsassen und Kemnath, das BRK Tirschenreuth (wobei das BRK in der Kreisgeschäftsstelle auch einen Krisenstab aufgebaut hat), die Kliniken Nordoberpfalz AG, die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz, das THW, die Bundeswehr, die Bundespolizei, der Versorgungsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Notfallseelsorge sowie ein Verbindungskollege zum Krisenstab Neustadt/WN und Weiden.

Der Tirschenreuther Krisenstab berät den Landrat und die Führungsgruppe Katastrophenschutz. Um einen Überblick zu bekommen, berichtet jeder Teilnehmer über die aktuelle Lage in seinem Einsatzbereich. Danach folgen die Diskussion und Lösungssuche für die vorliegenden Probleme sowie die Darstellung und Lösungssuche für mögliche zukünftig eintretende Szenarien. Zudem sprechen die Teilnehmer die jeweiligen Maßnahmen ab.

3. Gesundheitsamt Tirschenreuth

Das Gesundheitsamt hat in normalen Zeiten eigentlich 18 Mitarbeiter. Aktuell ist es aber mit zusätzlichen 40 Personen aufgestockt. Teilweise sind diese Leute zugewiesen von der Regierung oder stammen aus anderen Bereichen des Landratsamts. Das Gesundheitsamt führt Coronatests durch. Dazu hat es in Tirschenreuth ein eigenes Testzentrum (Einsteinstraße im ehemaligen Gebäude der Firma Printec).

Zudem hat die Behörde schon zwei sogenannte Teststraßen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) organisiert. Bei den zwei Terminen am Parkplatz des Stiftland-Gymnasiums wurden rund 800 Leute durchgeschleust.

Dem Gesundheitsamt obliegt auch die Ermittlung der Kontaktpersonen und der Infektionsketten. Außerdem agiert es unter anderem als Ansprechpartner für Betroffene, Kliniken, Hausärzte, Firmen, Schulen, Kindergärten, Altenheime und Pflegedienste.

4. Bürgertelefon/Hotline

Um auch die Bürger möglichst umfassend zu informieren, hat das Landratsamt sechs Hotlines (zusätzlich zum Gesundheitsamt) eingerichtet. Hier sind 15 Personen im Einsatz. Es gibt Antworten zu Ausgangssperre und -beschränkung, Problemen von Arbeitgebern, Versorgung mit Lebensmitteln/Hilfsdiensten und auf sonstige Fragen.

Hintergrund:

Wichtige Telefonnummern

Hotline Gesundheitsamt Tirschenreuth: 09631/707 676 und 09631/88-410

Allgemeines Bürgertelefon: 0 96 31 / 88-0

Bei Fragen zur Ausgangssperre: 09631/88-244 oder 09631/88-324

Fragen von Arbeitgebern: 09631/88-706 oder 09631/88-719

Fragen zur Versorgung mit Lebensmitteln/Hilfsdiensten: 09631/88-414

Seit Mitte März ist das Testzentrum an der Einsteinstraße in Tirschenreuth:

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