10.03.2020 - 15:21 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Arbeitskreis baut Bauernstuhl nach

Ganz ohne Nägel, Schrauben und Leim entsteht nach historischem Handwerk ein Stuhl. Ein Schreinermeister zeigt, wie das funktioniert.

Vorsitzender Herbert Konrad (links) erläutert anhand des alten Möbels, wie der neue Stuhl einmal aussehen soll.

Ein etwa 100 Jahre alter Bauernstuhl war kürzlich Thema beim Historischen Handwerk. Der Arbeitskreis hatte Interessierte in die neue Handwerkerscheune zum Mitmachen eingeladen. Der Mitterteicher Schreinermeister Otto Weiß gab wertvolle Tipps und Anleitungen, damit das alte Stück neu aufleben kann. Das Werkstück sollte mit Werkzeugen von früher gefertigt werden - ohne Nägel, Schrauben oder Leim. Die alten Werkzeuge habe der Verein geschenkt bekommen, erklärte Arbeitskreis-Vorsitzender Herbert Konrad.

Die Vorarbeit, um das alte Möbelstück nachbauen zu können, hatte bereits Zimmerermeister Lorenz Trisl, Mitglied im Arbeitskreis, geleistet. Er besorgte nicht nur das Holz, sondern hatte auch schon einige Teile vorgeschnitten und bearbeitet. Für die Teilnehmer blieb trotzdem noch einiges zu tun: Damit die Holzteile passgenau zusammengefügt werden konnten, mussten diese erst mit speziellen Sägen vorbereitet werden. Genaues Arbeiten war angesagt, was nicht immer auf Anhieb gelang. An mancher Stelle musste noch nachgearbeitet werden.

Nach kleinen Schleifkorrekturen konnten die Teile zusammengesetzt werden. Zum Schluss mussten lediglich die Stuhlbeine noch auf Länge geschnitten werden. Dann folgten erste Sitzproben. Die durfte natürlich Schreinermeister Weiß vornehmen und auch Arbeitskreisvorsitzender Herbert Konrad überzeugte sich von der Stabilität des Stuhls. Er sparte nicht mit Lob. Auch die Teilnehmer freuten sich über das gelungene Werk, das dem Original in nichts nachstand. Dieser handgefertigte Stuhl sei heute bis zu 150 Euro wert. Der Arbeitskreis verkaufe die Stühle, der Erlös sei finanzielle Grundlage für die weitere Vereinsarbeit, erklärte Konrad.

Weiß verkündete, dass als nächstes Objekt ein Tisch mittels der alten Technik gebaut werde. Konrad lud abschließend zum nächsten Treffen in die Handwerkerscheune nach Matzersreuth ein: Dann steht Besen binden auf dem Plan. Große Mengen Besenreisig hätten die Vereinsmitglieder bereits gesammelt.

Auch Frauen packten beim Bearbeiten des Holzes kräftig mit an.
Der Stuhl ist fertig und dem Original genau nachempfunden.
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