23.02.2021 - 17:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Auftakt der Impfungen im Kettelerhaus Tirschenreuth

Das Kettelerhaus ist seit Dienstag zum "Pop-up"-Impfzentrum für Tirschenreuth, Bärnau, Mähring, Plößberg und Reuth bei Erbendorf umfunktioniert.

Impfärztin Antonina Kanafotska setzt bei Johann Häckl gekonnt die Nadel. In weniger als einer Minute ist alles vorbei. Der 90-jährige Tirschenreuth hat seinen ersten Schutz vor Corona.
von Ulla Britta BaumerProfil

Melanie Gmeiner hat ihre Großeltern hergebracht. Johann und Maria Häckl haben für Dienstagnachmittag einen Impftermin im Kettelerhaus bekommen. Damit gehört das Ehepaar aus der Kreisstadt mit zu den ersten 125 Personen, die im "Pop-up"-Impfzentrum Tirschenreuth gegen Corona geimpft werden.

Auch für Reuth bei Erbendorf

Für den 90-jährigen Johann und seine 87-jährige Frau ist es ein Segen. Fürs Kettelerhaus eher nicht, geht man davon aus, dass in diesen Tagen zum zweiten Mal der "Neuen Passion Tirschenreuth" entgegengefiebert werden sollte. Die Passion ist abgesagt und Bürgermeister Franz Stahl froh über die Nutzung als Impfzentrum. Wenn auch vorerst nur einmal pro Woche Personen über 80 Jahre aus Tirschenreuth, Bärnau, Mähring, Plößberg und Reuth bei Erbendorf hier geimpft werden, schreibt Stahl diesen Erfolg auch seinem Einsatz zu. Er habe an Ministerpräsident Markus Söder geschrieben, dass "wo es brennt, gelöscht werden muss." Und er habe das zudem Gesundheitsminister Klaus Holetschek telefonisch ans Herz gelegt, erzählt er. "Jetzt ist wohl endlich angekommen, dass es bei uns brennt", so Stahl, der Tirschenreuth nicht bevorzugt sehen möchte. "Wenn es wo anders eng wird, muss eben dort verstärkt Einsatz gezeigt werden."

Mehr geimpft wird allerdings bisher deshalb nicht. Aber dafür ist der Weg zur Impfung für die älteren Herrschaften jetzt kürzer und einfacher. Nur einen Tag in der Woche wird ins Kettelerhaus eingeladen. Dafür hat Franz Stahl die Senioren in Tirschenreuth extra angeschrieben. Johann und Maria Häckl haben den Impfgang inzwischen mit Arzt-Gespräch, Zettel ausfüllen und Piks in den linken Arm durchlaufen. Johann Häckl hilft mit: Er hat unter der Jacke ein kurzärmeliges Hemd und muss nichts umständlich ausziehen. Da geht es schnell bei Impfärztin Antonina Kanafotska, die professionell die Nadel setzt.

Die Häckls sind wohlauf, Enkelin Melanie Gmeiner kann sie nach kurzer Wartezeit wieder nach Hause bringen. Beide wollten baldmöglichst geimpft werden. Angst davor, beteuern sie, hätten sie nicht gehabt. "Wir gehen auch zur Grippeimpfung jedes Jahr", sagt Maria Häckl. Verimpft wird das Vakzin von Biontech. Impfarzt Dr. Helmut Pürner, der mit Krankenschwester Silvia Schnell die Daten aufnimmt, runzelt ein wenig die Stirn. "Ich habe 18 Termine bekommen zur Mithilfe beim Impfen. Bisher war ich erst sieben Mal im Einsatz. Es ist kein Impfstoff da", sagt er. Für ihn und Silvia Schnell geht's nun weiter nach Bärnau zu einer Hausimpfung. "Wenigstens können wir diesen Impfstoff jetzt mitnehmen und die Leute daheim impfen, die nicht raus können", freuen sich beide.

Im "Pop-up"-Impfzentrum Kettelerhaus gehen heute Abend die Lichter für eine Woche wieder aus. Immerhin: 125 Personen im Alter ab 80 Jahren konnten wieder geimpft werden und bekommen in drei Wochen ihre zweite Impfung.

Kemnath machte den Auftakt als erste regionale Corona-Impfstation im Landkreis Tirschenreuth

Kemnath
Während Impfärztin Antonina Kanafotska bei Maria und Johann Häckl die Nadeln setzt, schauen BRK-Chef Holger Schedl, Bürgermeister Franz Stahl und Enkelin Melanie Gmeiner (hinten von links) zu. Schedl und Stahl sind ins neue Impfzenttrum gekommen, um das Impfteam in Tirschenreuth zu begrüßen.
Impfarzt Dr. Helmut Pürner und Krankenschwester Silvia Schnell (li.) nehmen die Daten des Ehepaars Johann und Maria Häckl auf. Enkelin Melanie Gmeiner (rechts) hat ihre Großeltern hergebracht.
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Rudolf Schedl

Impfstoff war, anders als im Bericht dargestellt, Biontech-Impfstoff. Astra Zenecka darf nur an Personen bis 64 Jahre geimpft werden. Ansonsten ist es ein guter Impfstoff, der empfohlen wird und der den Weg aus der Krise möglich macht.

Holger Schedl

23.02.2021