30.08.2019 - 14:08 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bauer blicken über die Grenze nach Tschechien

Auch tschechische Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Das erfuhr eine Bauern-Delegation bei einer Lehrfahrt nach Tschechien.

Auf dem Foto von links: ESO - Vorsitzender Alois Weig, Geschäftsführerin Veronika Jenikovska, (verdeckt auf dem Bild ehem. Präsident Mr. Stehlik), Jaroslav Sebek, Präsident des Verbandes der privaten Bauern in Tschechien, Bezirksbäuerin Rita Blümel, Bezirksgeschäftsführer Hubert Hofmann, BBV Präsident Josef Wutz, Direktor Peter Huber, stellv. Präsident Ely Eibisch, ESO - Geschäftsführer Heinrich Promberger.
von Nicole Haberkorn Kontakt Profil

Kreisobmann Ely Eibisch hat bei einer zweitägigen Lehrfahrt des Oberpfälzer Bayerischen Bauernverbandes und der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Oberpfalz viele interessante Einblicke in die tschechische Landwirtschaft gewonnen. Als stellvertretender Bezirkspräsident durfte er an der Fahrt teilnehmen.

Das Ziel der Reise war ein Treffen mit der Spitze des Verbandes der privaten Bauern in der Tschechischen Republik in Prag. „Unser Verband vertritt rund 7000 bäuerliche Betriebe in Tschechien von 1 bis circa 1500 Hektar, die überwiegend nach der Wende entstanden sind“, berichtete der Präsident des Verbandes, Jaroslav Sebek, bei einem gemeinsamen Abendessen.

Besonders interessant war es für Eibisch zu erfahren, dass es auch für die tschechische Landwirtschaft große Herausforderungen durch Umwelt- und Tierschutzauflagen und durch umfangreiche Kontrollen gibt. „Auch in Tschechien steht die moderne Landwirtschaft zunehmend in der Kritik von Medien, Umwelt- und Tierschutzverbänden“, so Eibisch. Kritische Stimmen gebe es insbesondere zu den großen Agrarbetrieben. Präsident Wutz stellte fest, dass es hier große Ähnlichkeiten zur Situation in Bayern gibt.

Beim Austausch war man sich darüber einig, dass bei der Weiterführung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der bäuerlichen Familienbetriebe gelegt werden müsse. Es wurde vereinbart, den Kontakt aufrecht zu erhalten und die Gespräche weiter fortzuführen, um möglichst gemeinsame Interessen zu bündeln.

Am zweiten Tag wurde der Betrieb des ehemaligen Präsidenten des tschechischen Bauernverbandes, Mr. Stehlik, in Chodoun vorgestellt. Er hat die Flächen und Stallgebäude seines Betriebes als Wiedereinrichter 1992 zurückerhalten und durch Zupacht und Zukauf einen Milchviehbetrieb mit 50 Milchkühen aufgebaut. Mit Direktvermarktung, Ferienwohnungen und Kinderbetreuung wurden zusätzliche Standbeine geschaffen.

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