28.02.2019 - 13:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Blickfang am Ortseingang

Viel blanker Beton, funktionale Technik, aber auch dezent-rote Wände (Farbton Rote Erde), Edelstahl und elegante anthrazit-farbene Heizkörper: Das neue Feuerwehrhaus ist deutlich mehr als ein nüchterner Zweckbau.

In der Fahrzeughalle im Feuerwehrhaus ist auch modernste Absaugtechnik für die Autos angebracht. Die Schläuche an der Decke werden an den Auspuffanlagen angedockt. Beim Verlassen der Halle "fahren" die Schläuche mit und werden dann automatisch am Tor abgekoppelt. Architekt Peter Brückner (Zweiter von links) erläuterte dem Stadtrat die Einrichtung.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Wer die Gelegenheit bekommt, jetzt einen Blick ins neue Domizil der Floriansjünger zu werfen, ist beeindruckt - nicht nur vom 27 Meter hohen Übungsturm. Mit einem modernen Konzept, einer zweckmäßigen Raumordnung und eben einer auffälligen Ausführung ist der neue "Hingucker" am Ortseingang ein weiterer Zugewinn für die Kreisstadt. Ganz davon abgesehen, dass die Brandschützer mit dem rund 6,5 Millionen Euro teuren Neubau auch eine optimale Plattform für ihre wichtige Aufgabe bekommen.

Durchdachtes Konzept

Vor der Stadtratssitzung am Montag durfte sich das Gremium schon mal auf der beeindruckenden Baustelle umsehen. Als exklusiver Führer stand Planer Peter Brückner zur Verfügung. Der erklärte beim Rundgang die große Fahrzeughalle, mit modernster Absaugvorrichtung. Die Schläuche von der Decke werden einmal an die Auspuffanlagen angedockt. Rollen die Fahrzeuge aus der Halle, lösen sich die Schläuche automatisch. Der rutschfeste Boden kann mit Hochdruckreinigern bearbeitet werden, Abläufe nehmen die Nässe auf. An der hinteren Längsseite der Fahrzeughalle finden sich einmal die Spinde für die Arbeitskleidung der Feuerwehrleute. Nach hinten schließen sich die verschiedenen Funktionsräume an. Im durchdachten Konzept ist für die Brandschützer eine eigene Zufahrt zum Areal vorgesehen, die Autos können dann an der Rückseite geparkt werden. Die Feuerwehrleute gelangen durch die Türen in der Rückseite in die Funktionsräume und zu den Fahrzeugen, die dann durch die Hauptausfahrt zum Einsatz starten können.

Dezente Beleuchtung

Dabei wird die Szenerie einmal auch mehr als taghell ausgeleuchtet. Peter Brückner erklärte, dass vor dem Gebäude Strahler auf Masten angebracht werden, die zehn Mal heller als die üblichen Lampen leuchten, natürlich nur im Einsatzfall. Der Architekt gab die Anregung an die Stadträte weiter, über einen Dimmer für die Leuchten nachzudenken. Angestrahlt, freilich deutlich dezenter, wird einmal auch der 27 Meter hohe Übungsturm. Und auch die Fahrzeughalle soll nachts beleuchtet werden, schon aus Sicherheitsgründen.

An der Turmseite des Feuerwehrhauses findet sich auch ein geräumiger Vorplatz und der Zugang zum Dienstzimmer, einem Besprechungsraum und der "Floriansstube". Vom Foyer zur Stube soll eine große verglaste Öffnung als Blickfang die Fahne der Feuerwehr aufnehmen. Das Foyer eigne sich, so Bürgermeister Franz Stahl, auch gut als Ausstellungsfläche, etwa für die alte Feuerwehrpumpe. Beim Besuch auf der Baustelle sah Stahl in der Ausführung ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr. "Wir wollten mehr als nur einen Zweckbau schaffen", betonte der Bürgermeister. Dabei dankte Stahl der Feuerwehr auch für die "kollegiale Zusammenarbeit" bei der Ausarbeitung des Konzepts.

Bei der anschließenden Stadtratssitzung stellte der Bürgermeister die Unterstützung durch die Feuerwehr heraus, die insgesamt 50 000 Euro für Anlagen mit beisteuern will.

Mehrkosten

Tiefer in die Tasche greifen muss allerdings der Bauherr selbst. Franz Stahl verwies darauf, dass die Kosten auch durch die Einbeziehung von Ausgaben für Gutachten oder den Bebauungsplan um rund 300 000 Euro auf bis zu 6,5 Millionen Euro steigen können. Ursprünglich war der Bau mal mit einem Kostenumfang von 4,4 Millionen Euro gestartet. Der Stadtrat billigte die Aufnahme der aktuellen Mehrkosten in die diesjährigen Haushaltsplanungen.

Der Übungsturm bietet auch eine tolle Aussicht.
Umzug am Florianstag:

Für die Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses haben die Arbeiter gerade mal zwei Monate Zeit. Am 3.Mai steht die Einweihung im Terminkalender. Am Samstag, 4.Mai, dem Florianstag will dann die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen den Umzug bewältigen. So wird am Vormittag ein erster Halt am oberen Marktplatz zu einer Messe im Freien eingelegt. Danach geht es im Tross zum neuen Heim an der Mitterteicher Straße. Am Sonntag, 5.Mai, folgt dann ein Tag der offenen Tür im Neubau. Architekt Peter Brückner war bei der Baustellenbesichtigung am Montag optimistisch: "Wir liegen gut im Plan!"

Vom "Florianszimmer" geht der Blick hinaus in den Eingangsbereich, der im Gebäude neben dem Turm zu den verschiedenen Räumen führt. Später einmal soll die Öffnung beidseitig mit Glas versehen werden und so eine Vitrine schaffen. Dort kann die Fahne der Feuerwehr ansprechend platziert werden.
Hinter dem neuen Feuerwehrhaus können die Brandschützer ihre Fahrzeuge abstellen.
Der Stadtrat bei der Besichtigung der Feuerwehrhaus-Baustelle.
Blick in die Fahrzeughalle.
Der Stadtrat bei der Besichtigung der Feuerwehrhaus-Baustelle.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.