04.10.2019 - 11:21 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Borkenkäfer bereitet Sorgen

Die Fichten-Borkenkäfer, der sogenannte Buchdrucker und der Kupferstecher, haben im Landkreis Tirschenreuth den Wäldern teils erheblichen Schaden zugefügt. Die forstlichen Akteure trafen sich daher, um sich über die Situation auszutauschen.

Die Forstverwaltung hatte die Landkreisvertreter der Bereiche Forst und Holz zum Thema Borkenkäfer nach Falkenberg in den Gasthof "Zum Roten Ochsen" eingeladen.
von Externer BeitragProfil

Die Bayerische Forstverwaltung hatte alle forstlichen Akteure und Interessenvertreter im Landkreis Tirschenreuth zu einem Runden Tisch eingeladen. Neben dem Landratsamt waren die Bayerischen Staatsforsten, die regionalen Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen, der Bauernverband und Maschinenring, Vertreter großer privater Forstbetriebe, städtische Förster und Vertreter der Sägeindustrie gekommen. Im Gasthaus "Zum Roten Ochsen" trafen sich die 30 Forstleute, um sich über die aktuelle Borkenkäfersituation zu beratschlagen.

Obwohl das Trockenjahr 2018 "ausgezeichnete Bedingungen" für den Borkenkäfer geschaffen hatte, war der Landkreis Tirschenreuth bisher vergleichsweise gering betroffen. Der darauffolgende warme Winter in Verbindung mit geringen Niederschlägen sorgte allerdings weiterhin für günstige Bedingungen für den Käfer. "Dies wirkte sich nun auch im Landkreis Tirschenreuth spürbar aus", schreibt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth (AELF) in einer Pressemitteilung. Obwohl die Borkenkäferschäden im Vergleich zu anderen Regionen Bayerns immer noch relativ gering seien, seien die Schäden im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Auf derzeit insgesamt etwa 100.000 Erntefestmeter Schadholz, davon etwas mehr als die Hälfte im Staatswald, kamen die Forstleute bei der Versammlung.

Die Fachleute seien sich einig gewesen, dass die wirksamste Bekämpfungsmethode das schnelle Erkennen, Fällen und der Abtransport von befallenen Bäumen sei. Dies gelte auch für sogenanntes Waldrestholz, das Gipfel- und Astmaterial, welches vom Borkenkäfer als Brutraum genutzt werden kann.

Die Befallsstellen liegen oft weit verteilt auf der Fläche, so dass es eine gewisse Zeit dauert bis eine Holzernte-Maschine oder Forstwirte vor Ort sind. Holzrückung und die Abfuhr nehmen zusätzlich Zeit in Anspruch. Wenn diese Arbeitskette zu lange dauere, könne der Borkenkäfer ausfliegen und weitere Fichten befallen. "Glücklicherweise standen im Landkreis bei der Holzmenge in diesem Jahr gerade noch genügend Forstunternehmer zur Verfügung", so das AELF.

Ein weiteres Problem liege bei untätigen Waldbesitzern. Während sich viele Waldbesitzer abmühen würden, den Käfer in Schach zu halten, breite sich der Schädling auf Flächen aus, in denen Waldbesitzer untätig bleiben, und schädige somit Nachbarwälder. Um untätige Waldbesitzer über Käferbefall in ihrem Wald in Kenntnis zu setzen, schreibt die Bayerische Forstverwaltung die entsprechenden Personen, mit einer Aufforderung den Befall zu bekämpfen, an. Führen Waldbesitzer keine Bekämpfungsmaßnahmen durch, zu welchen sie auf Grundlage der Landesverordnung verpflichtet sind, können Ersatzvornahmen oder Zwangsgelder drohen. "Soweit mussten wir zum Glück noch nicht gehen", erklärt Martin Kraus, Borkenkäferfachkraft vom AELF.

Damit Waldbesitzer den Borkenkäfer in ihren Wäldern überhaupt erkennen können, führte das AELF in Zusammenarbeit mit den Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen Schulungen für die Waldbesitzer durch. Auch 2020 werden die Schulungen fortgesetzt. Mit Sorge würden die Forstleute in die Zukunft blicken. Sollte der Winter abermals niederschlagsarm werden und sich die Trockenheit im Frühjahr in Verbindung mit warmen Perioden fortsetzen, sei im kommenden Jahr mit mindestens den gleichen Schadmengen zu rechnen, wenn nicht sogar mit bedeutend mehr.

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