23.03.2020 - 19:45 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

BRK-Kreisverband Tirschenreuth sucht Helfer

Egal ob Rettungssanitäter, Betreuer, ehemalige Zivis oder Pfleger: Der BRK-Kreisverband Tirschenreuth sucht freiwillige Helfer. Denn die Corona-Pandemie stellt das Rote Kreuz vor eine große Herausforderung.

Auch bei der mobilen Abstrichstation am Samstag auf dem Parkplatz des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth kümmerte sich BRK-Betreuungsdienst um die Verpflegung. Das Rote Kreuz ist weiterhin auf der Suche nach Helfern.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Der Kreisverband Tirschenreuth im Bayerischen Roten Kreuz sucht gezielt nach freiwilligen Helfern, die sich irgendwann im Bereich Rettungsdienst und Pflege qualifiziert haben, aktuell nicht in diesem Bereich tätig sind und zum Beispiel wegen vorübergehenden Betriebsschließungen kurzfristig zur Verfügung stehen.

Rettungsdienst und Pflege

Diesen Aufruf teilte der BRK-Kreisverband am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Laut Verwaltungsleiter Sven Lehner sollen diese Personen dann die Mitarbeiter im Rettungsdienst unterstützen oder die Pflegekräfte in den Seniorenheimen. "Gesucht werden beispielsweise ehemalige Zivis oder Reservisten, die eine rettungsdienstliche Qualifikation haben, wie Notfallsanitäter, Rettungsassistent, Rettungssanitäter, Rettungsdiensthelfer", erklärt Lehner.

Auch Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte werden gesucht. Dies können Altenpfleger, Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger, Pflegefachhelfer, Pflege- oder Schwesternhelfer sein. Auch wer Erfahrung in den Bereichen Betreuung oder Administration hat, ist ebenso gefragt, heißt es im Aufruf des BRK-Kreisverbandes.

Die BRK-Mitarbeiter stellt die Coronakrise vor große Herausforderungen. "Es ergeben sich jeden Tag neue Aufgaben, die wir vorher nicht hatten." Etwa sei die Logistik für die Versorgung mit Infektionsschutzmaterial ein großes Thema. Das Material sei knapp. Die Beschaffung über die üblichen Wege sei nicht mehr möglich. "Wir sind minütlich mit Herstellern und Unternehmen in Kontakt."

Auch in Weiden und Neustadt werden Helfer gesucht

Weiden in der Oberpfalz

Personalmangel kompensieren

Teilweise fallen zudem Rettungsdienst-Mitarbeiter und Pflegekräfte aus, weil sie etwa Kontakt mit einer infizierten Person hatten und in häusliche Quarantäne müssen. "Deswegen suchen wir die Helfer tatsächlich ab sofort", betont Lehner. Für alle Freiwilligen gilt: "Wir versuchen, die Helfer natürlich möglichst wohnortnah einzusetzen. Im Bereich Rettungsdienst und Pflege sind unsere Einrichtungen der Einsatzort."

Das übrige Fachpersonal gebe sein Bestes, den Bewohnern einen möglichst normalen Alltag zu bieten, obwohl die Senioren keinen Besuch empfangen dürfen. "Wir wollen den Bewohnern anbieten, mit ihrer Familie zu ,skypen', sich also über ein Video-Telefonat auszutauschen", nennt Lehner als Beispiel. Ein Angebot, das auch ein ehrenamtlicher Helfer übernehmen könnte. Gedanken, ob man tatsächlich eine Hilfe sein kann, wenn man schon jahrelang einen anderen Beruf ausübt, müsse man sich laut Verwaltungsleiter nicht machen. "Man bekommt natürlich eine Einweisung." Mit der Grundqualifikation, auch wenn sie schon lange her ist, komme man recht weit. "Essen eingeben, beim Waschen helfen. Da ist man schnell wieder drin", ist er zuversichtlich.

"Es kamen schon relativ viele Rückmeldungen", sagt Lehner. Zwar hätten viele Freiwillige gar keine rettungsdienstliche oder pflegerische Qualifikation, "aber wir sammeln alles". Alle Helfer werden mit ihren jeweiligen Qualifikationen gelistet. "Vielleicht brauchen wir die kommenden Tage einen Lkw-Fahrer und auf der Liste steht so jemand." Die Helfer werden kontaktiert, sobald es entsprechende Aufgaben geben sollte. Auch ehemalige oder passive Rot-Kreuzler bieten ihre Hilfe an. "Sie sagen: ,Wenns so pressiert, dann sind wir da'", freut sich Lehner.

Mithelfen:

Kontakt

Helfer, die den BRK-Kreisverband unterstützen möchten, können sich unter Telefon 0 96 31 / 22 22 oder per E-Mail krisenstab[at]kvtirschenreuth.brk[dot]de melden. Die Verantwortlichen bitten, bei der E-Mail Name, Vorname, Geburtsdatum/Alter, Qualifikation, Wohnort und eine Telefonnummer anzugeben.

Hintergrund:

Helfer vor Ort rücken nicht mehr aus

Die Helfer vor Ort sind ehrenamtlich für die Menschen da, die schnelle Hilfe benötigen, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Wegen des Coronavirus können sie diese Tätigkeit derzeit jedoch nicht weiter ausführen. Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer bestätigt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien, dass der ehrenamtliche HvO-Dienst der 17 Gruppen im Landkreis beendet ist. Mehrfach kam es dazu, dass die Helfer zu Corona-Fällen gerufen wurden, weil Betroffene die Fragen der Integrierten Leitstelle zu Corona-Symptomen mit ,Nein' beantworteten. Die Helfer vor Ort hätten dann ungeschützt Kontakt und müssten direkt in Quarantäne.

"Wir wollen unsere Helfer schützen", begründet Sven Lehner, Verwaltungsleiter des BRK-Kreisverbands. Zudem müssten Ressourcen geschont werden - sowohl hinsichtlich des Personals als auch bezüglich des Infektionsschutzmaterials. Trotz des Ausfalls der HvO-Gruppen: "Die Notfallversorgung ist gewährleistet", betont Lehner. Dass die HvO-Freiwilligen einfach in anderen Bereichen aushelfen, ist laut Lehner gar nicht so einfach. "Viele machen das ehrenamtlich und arbeiten sowieso in einem systemrelevanten Job als Rettungssanitäter oder Pfleger." Zudem engagieren sich die Helfer oft schon in ihrem eigenen Ort. Allerdings stehen einige Einsatzfahrzeuge der Helfer vor Ort nun dem Einsatzstab des BRK zur Verfügung und werden dort mit genutzt.

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