09.07.2020 - 14:53 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Brückenbau im nächsten Frühjahr

Die Baustellen in Tirschenreuth werden nicht weniger. Im kommenden Jahr soll die Brücke in der Bahnhofstraße auf Vordermann gebracht werden. Dabei gilt es noch Überlegungen zur Befahrbarkeit der Ortsdurchfahrt anzustellen.

Viel Verkehr rollt auf der Bahnhofstraße durch den Ort. Im nächsten Frühjahr wird das für mindestens vier Monate etwas schwieriger. Dann soll die Brücke über den Mühlbach saniert. Während der Bauzeit soll aber eine Fahrspur offen bleiben.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

"Die Brücke über den Mühlbach ist dringend sanierungsbedürftig", informierte Bürgermeister Franz Stahl am Mittwoch den Ausschuss für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung. "Das wird eine größere Maßnahme", betonte Stahl und erläuterte, dass die Sanierung nichts mit dem Projekt "Zukunft Stadtgrün" zu tun habe. Der schlechte Zustand sei bereits vor Jahren festgestellt worden. Im Zuge der Sanierung wolle man natürlich die Befahrbarkeit der Brücke zumindest einspurig gewährleisten.

Bautechnische Fragen klären

Dazu gelte es aber noch, bautechnische Dinge zu klären. Die Sanierungsmaßnahme selbst sei ja schon beschlossen worden. "Die Brücke ist marode", begründete Stahl das Vorhaben. Stadtbaumeister Andreas Ockl bestätigte auf Nachfrage aus dem Gremium, dass die Sanierung unerlässlich sei und auch zeitnah passieren müsste. Geplant ist ein Beginn der Maßnahme im Frühjahr 2021. Kalkuliert werde mit einer Bauzeit von vier Monaten.

Bereits im Mai hätte das neue Areal neben dem "Spielfeld der Begegnungen" eingeweiht werden sollen. Corona hat das verhindert. Jetzt sollen die Einweihung und Öffnung Ende Juli nachgeholt werden.

Einweihung Ende Juli

Huberth Rosner (CSU) erkundigte sich in der Sitzung nach dem weiteren "Fahrplan" bei dem neu ausgestatteten Gelände neben dem "Spielfeld der Begegnungen". Die neue Anlage im unteren rechten Teil des Schwimmbad-Parkplatzes sollte eigentlich schon im Mai eingeweiht werden. Das war wegen der Coronakrise damals nicht möglich. Jetzt sei aber gerade für den Sport wieder eine Reihe von Lockerungen erfolgt. "Steht eine Öffnung und Einweihung irgendwann im Programm?", fragte Rosner nach. "Wir haben das auf dem Plan", informierte Stahl. In Absprache mit dem Jugendrat sei eine Einweihung in der letzten Juli-Woche vorgesehen. Die Skatebahn sei zwischenzeitlich geöffnet. Was nicht wieder in Betrieb genommen werden könnte, sei der Multifunktionsplatz, das "Spielfeld der Begegnungen". Hier werde Sport mit Körperkontakt betrieben, begründete Stahl. Zudem wisse man nicht, wer sich auf dem Spielfeld aufhält. Bei den Vereinen erkannte Stahl eine andere Situation. Hier sei bekannt, wer sich auf den Spielfeld befindet.

Hans Zölch (Freie Wähler) interessierte sich für den Sachstand beim alten Hutschenreuther-Casino. "Passiert da was?", wollte Zölch wissen, nachdem einmal eine Bauvoranfrage für einen Umbau gestellt worden war. Tatsächlich konnte Stahl von einem aktuellen Gesprächstermin berichten. "Wir sind beratend mit dabei", erklärte Stahl, konnte aber noch keine konkreten Vorhaben nennen.

Konrad Schedl (Grüne) verwies darauf, dass nach gesetzlichen Lockerungen für die Photovoltaik auch mehr Freiflächenanlagen errichtet werden könnten. Sollte ein Vorhaben in der Region geplant sein, regte Schedl an, dass vornehmlich der Ort davon profitieren sollte, etwa durch die Stadtwerke als Betreiber. Aktuell gebe es keinen Antrag, teilte Stahl mit. Rein persönlich sei er selbst aber kein Freund davon, dass landwirtschaftliche Flächen für diesen Zweck genutzt werden sollten.

Baulücke geschlossen

Bei den Bauanträgen befürwortete das Gremium den Umbau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Hörmanngasse, um eine Nutzung als Büro zu ermöglichen. Geplant ist der Einbau eines Treppenhauses. Ebenso wurde dem Neubau einer landwirtschaftlichen Unterstellhalle in Gründlbach das gemeindliche Einverständnis erteilt. Das Gebäude weist eine Größe von 47 mal 15 Metern aus und findet sich auf der Fläche eines abgebrochenen Bauernhofes.

Zu den markanten Baustellen im Ort gehört auch das "Rathaus II" am oberen Marktplatz.

Tirschenreuth

Baurechtlich nicht möglich

Eine Ausnahme wollte das Gremium weiter für den Neubau von drei Garagen hinter einem Gebäude am Lindenweg machen. Für das Vorhaben im Außenbereich könnte laut Bebauungsplan eigentlich keine Zustimmung gegeben werden. Doch damit würde eine Baulücke geschlossen, sprach sich Stahl für die Ausnahme aus. Dieser Ansicht war auch das Gremium. Anders verhielt es sich dagegen bei einer Bauvoranfrage für ein Wohnhaus an der Kornbühlstraße. So würde sich das Gebäude im Außenbereich befinden, über keine Erschließung verfügen, und der Grund gehöre dem Landkreis. Nachdem sich die Fläche fast schon in der Waldnaabaue befindet, konnte sich Stahl auch nicht vorstellen, dass der Landkreis das Grundstück verkaufen würde. "Wir müssen realistisch sein", beurteilte Stahl die Chancen für eine Verwirklichung des Vorhabens und sprach sich dagegen aus. "Baurechtlich ist das nicht möglich", verdeutlichte Peter Gold (CSU), auch wenn sich Hans Zölch für die Baumöglichkeiten für junge Familien aussprach. Mehrheitlich lehnte das Gremium die Bauvoranfrage deshalb ab.

Im Blickpunkt:

"Alle g'sund"

Information ist für die Mitglieder von Ausschüssen oder dem Stadtrat eine unerlässliche Notwendigkeit. Schließlich sollte man ja auch wissen, über was man spricht. Und bei den diversen Bauprojekten gehört ein aufmerksamer Blick in die Unterlagen dazu. Das gilt, wenn auch unter neuen Bedingungen, ebenso zu Corona-Zeiten. So hat man auf die „Runde“ der oft Tischtuch-großen Pläne quer durch Fraktionen und viele Hände verzichtet. Vorbildlich sind die Räte bei den Sitzungen auch auf Distanz gegangen. Doch beim Blick in die separat ausgelegten Pläne drängt dann der Wissensdurst die Vorsichtsmaßnahmen etwas zur Seite – für den Zuschauer nicht unbedingt das beste Beispiel. Die erstaunten Blicke konnte der Bürgermeister (der auf seinem Platz Abstand hielt) beruhigen: „Alle g’sund“, kommentierte das Stadtoberhaupt mit Blick auf seine Räte.

Das Interesse an Information kann schon mal die Distanz schwinden lassen. Aber keine Sorge, laut Franz Stahl sind die „alle g’sund“.
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